Freitag, 7. Juli 2017

Breminale Erster Tag - Bremen Osterdeich/Osterwiesen

Die Breminale findet schon seit Jahren am Ufer der Weser, dem Osterdeich und einer Parkfläche mehr in Richtung Innenstadt an fünf aufeinanderfolgenden Tagen statt. Zwei dieser Abende, nämlich Freitag und Samstag (07. und 08. Juli) habe ich das kostenlose Festival mitgenommen. Dies war bereits die 30. Auflage! Mitten zwischen den Zelten gab es eine Ess- und Trinkmeile mit vielen Bio-Ständen, wo ich auch das beste Eis meines Lebens gegessen habe...und das gleich zweimal! Bis zum Auftakt des Musikprogramms gegen 17:30 Uhr wurde viel für Familien und Kindern geboten und auf der Bühne "3 Meter Holz" wurde eh den ganzen Tag gefreestylt und gerappt. Die Atmosphäre war ausgelassen und friedlich, aber je später es wurde, desto voller wurde das Gelände.

Freitag, der 07.07.2017
18:30 Uhr  NIO - Himmelwärts Zelt


Die dreiköpfige Band war meine erste musikalische Station. Jedoch eher um das erste Mal in eines der Zelte und Showbühnen zu schnuppern. Durch eine Sturmwarnung hat sich gleich zu Beginn die gesamte Timeline verschoben. Die Musik war sagen wir mal "ok", aber ich bin nach drei Liedern auch wieder gewechselt.




19:15 Uhr  Paloma & The Matches - Wohnzimmer Zelt

Diese Location gefiel mir sofort, denn großräumig waren alte Teppiche ausgelegt und das eher kleine Zelt war zu 3/4 offen und von Sitzmöglichkeiten sowie Bistrotischen umrahmt. Hier begann die junge, ganz in weiß gekleidete Band um Sängerin Bianca alias Paloma mit 15 Minuten Verspätung. Die Bremer Band kam auf der knappen Bühne gerade so unter und ihr Folk-Pop gefiel mir besser und auch die Ausstrahlung und Freude dort spielen zu dürfen war spürbar. Und es war der allererste Auftritt dieser Band überhaupt!



20:40 Uhr  Panivalkova - Himmelwärts Zelt

Nun sollte ich die Katzenjammer-Band aus der Ukraine erleben, denn die drei Mädels von Panivalkova brachten eine Mischung aus Tradition und Moderne auf die Bühne. Ein Mix diverser Instrumente, blauen Kleidern mit bunten Turbanen und Liedern auf Englisch und Russisch. So war unter anderem "I wanna hold your Hand" als Cover von den Beatles dabei. Mal schnelle Stücke, begleitet von der ewig grinsenden Drummerin und mal Balladen mit Keyboardunterstützung. "Don´t worry" wirkt leicht wie gerappter Sprechgesang mit Traditioneller Musik gemischt und der Song "Let me" der rhythmisch und eher entgegengehaucht wird. Bei den Liedern in Ukrainischer oder Russischer Sprache verstand ich kein Wort, doch die zahlreichen Osteuropäer, die die Band regelrecht nach folge peitschten rissen das übrige Publikum immer mit. Ein Act, den man so nicht alle Tage zu sehen und zu hören bekommt! Hinterher hat sich das Trio viel Zeit genommen. Neben einem von allen dreien signiertem Album, haben sie mich gefragt, ob ich auch ein Foto wolle! Meine Kamera in der Hand war wohl nicht zu übersehen. Als kleiner Rückblick dient mir dieses Video Panivalkova live @ Breminale.




22:00 Uhr  Chefboss - Tanzboden

Ziemlich mittig auf dem Gelände war die Tanzbodenbühe  als weißes Zelt nicht zu übersehen und um diese Zeit erst recht nicht zu überhören. Die Mädels von Chefboss ließen mit Rapp, HipHop und entsprechendem Tanz die Menge toben und tanzen. Die Show samt der Tänzerinnen konnte sich sehen lassen, vom Muiskalischen her  war es nicht mein Ding. Von oben auf dem Deich aus das Ganze zu beobachten verfehlte seine Wirkung aber nicht!









Zu guter Letzt hier noch ein paar gesammelte Eindrücke des Tages:




Freitag, 30. Juni 2017

Eva Croissant - Wohnzimmerkonzert Langenhagen Kaltenweide

Bekannt aus Funk und Fernsehen, oder besser gesagt aus "The Voice". Denn dort hat Eva damals von sich Reden gemacht. Für Hannover hatte ich mich für eines ihrer Geheimkonzerte angemeldet und dieses fand letztendlich in Langenhagen statt, somit nur ein Katzensprung für mich.

Neben den freundlichen Gastgebern und den beiden Musikern war ich tatsächlich 20 Minuten vor Beginn der erste Besucher von außerhalb. Neben Eva Croissant begrüßte mich auch Rebea Bollmann am Cello, die ich bereits von Linda Rum und Leaves & trees kannte. Ebenfalls eine sympathische junge Künstlerin, die eine bemerkenswerte Ausstrahlung besitzt.  Durch die frühe Ankunft konnte ich einen Stuhl mit weniger als 2 Metern Luftlinie zu den beiden ergattern und nach und nach füllt sich die Räumlichkeit. Klar, ich hatte vor solch einem intimen Konzert Zweifel, aber es lief von Beginn an alles harmonisch und freundlich ab. Die Lieder waren echt greifbar, weil Alle mucksmäuschenstill lauschten, lachten oder auch mal Fragen an  die beiden Damen stellten. Nach dem kommenden Album, nach Rabeas Wirken und oft brauchte es keine Nachfrage, denn meistens erzählte Eva zu jedem Lied etwas. Neben den bekannten Liedern ihres Albums "Du bist nicht irgendwer" spielte sie sowohl neue Songs, als auch kleine Eindrücke von Werken, an denen sie zur Zeit arbeitet. Einmal übernahm Eva sogar selbst das Cello, wozu Rabea meinte "Ich lasse nicht jeden an meine Bella!".

Eva gab viele Einblicke ins tägliche Musikerleben, der Liebe, ihren Reisen nach Australien, den Tourtagen mit dem Camper sowie Erlebnisse mit anderen Musikern wie Mark Forster, Lina Maly und Max Giesinger. In einer kurzen Pause nahmen sich beide Zeit CDs zu verkaufen und hatten auch dann noch ein offenes Ohr. Neben ihrem bekanntesten Lied "Dein Herz trägt Felsen" sang sie auch meinen Lieblingssong von ihr: "Im Minutentakt". Mit diesem Text konnte ich mich damals schnell identifizieren und ist er ist zugleich kämpferisch! Welche der neuen Songs es auf das für 2018 angekündigte Album schaffen werden wollte und konnte Eva noch nicht sagen, aber ich hoffe ganz viele Lieder von den gehörten.

Der Abend war rundherum Harmonie pur und absolut gelungen! Einziger Kritikpunkt war, dass ihre Stimme manchmal etwas zu leise war, aber an ein Konzert völlig ohne Technik musste ich mich erstmal gewöhnen.















Mittwoch, 21. Juni 2017

Fete de la musique 2017 - Innenstadt Hannover

Wie bereits im letzten Jahr stand dieses eintrittsfreie Musikfestival auf dem Plan. Neben über 300 weiteren Städten alleine in Europa ist auch Hannover mit vielen Bühnen dabei.

15:00 Uhr Greta - Knochenhauer Stage

Der erste Auftritt und schon hat es sich gelohnt, denn Greta war meine Entdeckung des Tages! Ein frisches, unkompliziertes Auftreten der jungen Hildesheimerin, die neben Keyboard auch Gitarre und Ukulele spielte. Bei ihren Liedern war sie selbstsicher, bei ihren Ansagen noch sehr verpeilt und unvorbereitet, aber ihre Musik war erfrischend -ach seht und hört selbst:
Greta mit dem Title "Grace". 
Etwas gestört hat mich die Lage der Bühne, denn in der Kochenhauer Straße war reger Durchgangsverkehr.

16:00 Uhr Josi - Steintor

Eigentlich war meine Absicht ja eine andere Künstlerin zu sehen, aber die Bühne an der Marktkirche hatte massive Zeit- und Technikprobleme. Also auf zu einer "alten" Bekannten. Josi wirkte im Vergleich zum Vorjahr sichtbar lockerer und routinierter und ihr Deutschpop wusste auch diesmal zu überzeugen. Neben den bekannten Songs gab sie auch unveröffentlichte Lieder zum besten. Am besten stehen ihr aber noch immer die etwas bedrückenden Stücke wie etwa "Neben dir" von Josi.




16:45 Uhr ZIA - Kröpke Uhr


Ich dachte zunächst, es würde sich um die große Bühne am Kröpke handeln, nein - Zia spielte direkt IN der Kröpke Uhr. Die Singer-Songwriterin aus Hannover spielte mit Blumenkranz im Haar, hatte nur 10 Minuten und wir durfte drei Songs hören. Leider nur drei, denn der erste knappe Eindruck war positiv!




17:00 Uhr Lucatina - Knochenhauer Stage

Im Gegensatz zum niedlichen Äußeren war ihre Musik nichts was uns in der Altstadt lange an der
Bühne hielt. Stattdessen gab es Pils im Alt Hannovera ;-)







Frisch behopft ging es weiter...



18;00 Uhr Elena - Aegidienkirche

Eigentlich einer der schönsten Bühnen, denn das alte Gebäude liegt etwas Abseits und man hat keinen Durchgangsverkehr. Was mich hier erwartete war überhaupt nicht klar, denn außer dem Namen "Elena" wusste ich nichts! Weder ob es ein Bandname noch ob es eine Sängerin war. Und tatsächlich war es eine Überraschung, denn Elena sang portugiesisch, mal was ganz neues für mich. Überwiegend waren es Balladen und bis auf einen Song ohne weitere Begleitung. Hat mir gefallen, auch wenn der kurze Auftritt ohne Highlights blieb.
Aber Danke für das schöne Lächeln bei Fotografieren!



19:00 Uhr LENNA- Steintor

Nach einer kurzen Stärkung durch "leckere" (Achtung Ironie) Pommes vom großen M ging es zur Steintorbühne. Dort spielte die Bremer Band LENNA deutschsprachigen Pop-Rock. Mit einer quirrligen Frontfrau kamen ihre Songs ganz gut rüber, aber hier merkte man gleich, dass das Publikum wieder nicht so aufmerksam war und sagen wir es so: Schwierig zu begeistern. Dennoch gab es sogar noch eine Zugabe. Charakteristisch für ihre Musik ist sicher "In diesem Moment".





20:00 Uhr Yael Deckelbaum und 21:00 Uhr Louisa Jones

Die Geschichte dieser beiden Auftritt ist schnell erzählt: Bei der Israelischen Sängerin Yael Deckelbaum war es an der Marktkirche viel zu voll und bei Louisa am Cafe Kränzchen war auch nicht gerade wenig los, aber die Tonqualität lies doch arg zu wünschen übrig!

22:00 Uhr Phela - Schrottdenkmal am Hohen Ufer

Nach technischen Problemen ging es mit 20 Minuten Verspätung dem Höhepunkt entgegen. Phela war mal wieder ganz bezaubernd. Man konnte fast greifbar spüren, wie von Lied zu Lied sich immer mehr Leute auf ihre tiefgehende Musik einließen. Sie sang und spielte die Geige so harmonisch zu Songs ihres aktuellen Album. Von der neuen, kommenden LP wurde diesmal nichts vorgestellt. Dennoch ein sehr gelungener Abschluss und auch ein Song mit Erinnerungswert war dabei:  "Zurück nach damals" von Phela.






Montag, 19. Juni 2017

Kate Vargas - Kulturpalast Linden Hannover

Dieser musikalische Abend war ein Entschluss von einen Tag auf den anderen und da ich am Wochenende zuvor nichts unternommen hatte, bot es sich an.
Das schöne am Kulturpalast ist ja, dass man von Beginn an mit den Musikern in einem Raum ist und diesmal ging es zeitlich auch so los wie angekündigt. Eine Vorband gab es an diesem Abend nicht.




Der komplette Title des Acts müsste eigentlich lauten "Kate Vargas &  The Reckless Daughters". Kate´s Schwester an der Trommel und eine weitere Backgroundsängerin. Das Hauptaugen und Ohrenmerk lang aber eindeutig auf der Stimme von  Kate, die ich von Beginn an interessant oder besser gesagt besonders fand: Unerwartet, rau und tief. Ein starker Einfluss von Western, aber auf eine sehr moderne Art. Mit einer kleinen, eher überflüssigen Pause kamen einige Nummern des New Yorker Trios zusammen. Ein kleiner Eindruck verschafft vielleicht das folgende Video: Kate Vargas live in Hannover. Ihre Stimme und die Gitarre spielten sich in den Vordergrund und die Country- und Folklieder versetzen einen schnell in den Süd-Westen der USA. Gefehlt haben mir aber die nur spärlich gesäten Ansagen zu den jeweiligen Liedern.
Das bei dem Sommerwetter der Haupteingang weit offen blieb führte im Laufe des Auftritts immer wieder zu spontanen Besuchern. Ihre Stimme hat mich voll und ganz überzeugt, die Begleitung der Reckless Daughters war hingegen eher entbehrlich. Blöd war natürlich, dass sie während der Tour bereits sämtliche CDs ihres Albums ausverkauft hatte, schade eigentlich bei einer solch außergewöhnlichen Stimme!

Freitag, 2. Juni 2017

The Dead South - Bei Chez Heinz Hannover

Im Rahmen meines ersten Reeperbahn Festival Besuches hab ich auch einen Auftritt dieser Männer aus Kanada gesehen und an diesem Tag stand eine Wiederholung an. Im vollem Chez Heinzer Keller gab es aber gleich zu Beginn eine auffällig Änderung, denn eine Person an der Gitarre war eine Frau. Diese Änderung fiel musikalisch aber nicht auf.
Aber der Reihe nach...ich muss gestehen, die Vorband oder die Einzelperson, so genau konnte man das gar nicht sagen, bekamen wir nicht ganz
mit. Aufgrund der Hitze lauschten wir draußen noch einem jungen Mann beim musizieren. Mein Eindruck war jedoch, dass ich dabei nichts verpasst habe. Die Wärme und die sehr drückende Luft waren selbst im Keller noch zu spüren und die Band war schnell durchgeschwitzt wie in einer Sauna! Von Beginn an war die Stimmung gut und vor allem die Klänge des Banjos ließen einen irgendwo zwischen Country-Lagerfeuer und Kanadischer Holzfällerabend nach ein paar Bierchen mitgrooven. Die Lieder kenne ich bei weitem nicht alle, man geht aber schon von sich aus wippend in die Knie und hat Spaß dabei. Es gibt wenige vergleichbare Acts, gerade weil sie sich verausgaben ohne alle 5 Minuten zu erwähnen wie Warm es denn ist. Für meinen Geschmack kommt die Stimme des Typen am besten zur Geltung mit dem längsten Bart, der seinen Hut tief ins Gesicht gezogen hatte. Das war kratzig und bestimmt auch die harte Arbeit von rauchigem Whisky. Allerding habe ich aus dem selben Grund seine Ansagen so gut wie gar nicht verstanden. Gefühlt wurden eine große Menge Songs gespielt und selbst als ich dachte, dies müsse nun die letzte Nummer sein wurden nochmals 2-3 Songs plus Zugabe gespielt. Fazit: Es hat sich gelohnt, der ganze Abend kam ohne ruhige Nummern aus und das altermäßig bunt gemischte Publikum kam auf seine Kosten!

PS: →HEINZ MUSS BLEIBEN ←

Samstag, 27. Mai 2017

Lunascope - Mannheim Stadtfest UND Alejandra Ribera - Hafen 2 Offenbach

Zwei musikalische Auftritte in zwei Städten in zwei Bundesländern an einem Tag! Sicherlich der umfangreichste und schönste Tag meines Juliurlaubs.

14:00 Uhr Lunascope - Stadtfest Mannheim

Die erste Etappe meines Tagesausfluges war von Frankfurt aus gesehen die Stadt Mannheim und somit ging des von Hessen nach Baden-Württemberg. In Mannheim fand an diesem Wochende das Stadtfest statt und vor dem schönen Wasserturm stand die Bühne des Radiosenders RPR1. Um kurz nach 14 Uhr am Nachmittag trat dort das Schwesternduos auf - alte Bekannte von letzten Reeperbahnfestival. Bei diesem Wetter war es eine echte Herausforderung ganz nah an der sehr großen Bühne mit der brennenden Sonne im Nacken zu stehen. Dabei war die Bühne gefühlt viel zu groß, denn zu dieser frühen Stunde war es natürlich noch nicht voll und drei Personen darauf hatten mehr als genug Platz. Neben den beiden Mädels war noch ein weiter Musiker an E-Gitarre und Laptop mit an Bord.


Lunascope sind die Schwestern Lena und Laura, die einen sehr eingängigen Pop machen, wobei ihr Song "Keep it" für mich sogar richtig Hitpotenzial hat. Während des Auftritts damals im Hamburger Sommersalon aus 3-4 Liedern bestand gab es diesmal Musik locker über eine dreiviertel Stunde. Schon beim Soundcheck fiel mir ein Lied über Alice im Wunderland auf,  dieses kam als letzte Nummer und habe ich denn auch schnell aufgenommen:  Lunascope mit "Wonderland".
In Abschluss entstand dann noch dieses Bild mit der Band und auch im Nachhinein hielten sie Wort und sendeten mir ihre noch nicht veröffentlichten Songs kostenlos per Email - Dankeschön!

21:00 Uhr - Alejandra Ribera - Hafen 2 Offenbach

Über einen zweistündigen Zwischenaufenthalt in Mainz ging es an Frankfurt kurz vorbei nach Offenbach. Diese Location, die direkt neben dem Offenbacher Mainhafen liegt heißt Hafen Zwei und hat einen schönen Außenbereich mit Biergarten und Spielplatz sowie eine Kuchentheke.
Aufgrund des warmen Wetters wurde das Konzert kurzerhand von der Halle nach draußen verlegt. Zwar nicht auf die ebenfalls vorhandene Außenbühne direkt am Wasser, sondern in ein  kleines blau-weißes Zirkuszelt mit Sägespäne am Boden und einer kleinen Bühne, die für die dreiköpfige Band gerade so ausreichend  war. Der Rest des Zeltes, welches zur Hälfe zwecks Belüftung geöffnet war wurde mit Stühlen bestückt. Selbstredend ergatterte ich mir einen ganz vorne in der Mitte! Und nachdem ich saß ging es los mit wunderbarer, meist ruhiger Folkmusik. Lediglich Streich- und Zupfinstrumente, aber es passte total und brauchte nicht mehr. Hinzu kam ihre rauchige, tiefe Stimme und rundete die Lieder ab. Während alle 15 Minuten ein Flugzeug zu hören war baute sie dieses genial ein, indem es in der Zeit nur instrumental weiterging oder sie einen Spruch einbaute. Als später auch noch ein Feuerwerk einsetzte sorgte diese für viele Lacher und sie änderte den Text in "Airplanes and fireworks". Mein Lieblingssong des Abends war "Carry me" wegen der Ohrwurmqualität. Zwei Lieder sang die Kanadierin auch in französischer Sprache, was mir natürlich auch sehr gefallen hat. Die Atmosphäre , die Stimmung im überwiegend älterem Publikum und diese Mischung aus Liedern zum träumen und dem Wortwitz von Alejandra machten diesen Abend unvergesslich!







Freitag, 26. Mai 2017

W-Festival 3. Tag: Diverse Acts - Innenstadt Frankfurt

Der dritte und bereits letzte Tag des Festivals und bei mal wieder bestem Wetter ging es auch diesmal umrahmt von Hochhäusern musikalisch zur Kaffeezeit los. Allerdings sollte dieser Freitag durch ein schlechtes Timing oder miserable Planung von mir bzw. eher dem Veranstalter in Erinnerung bleiben. Ach ja, aber was ich gesehen und gehört habe war TOP!

16:00 Uhr - Roßmarkt - Paradisia

Ich muss zugeben, dass ich mich über diese Band, bestehend aus drei jungen Engländerinnen, bereits informiert hatte und somit war meine Erwartung recht hoch. Und sie haben mich nicht enttäuscht, im Gegenteil: Ich war begeistert. Gesang, Keyboard und Harfe der Dreien bildet von Beginn an alles was man für schöne Lieder aus modernem Pop brauchen. Die Songs sind ebenso schön, wie die Drei und zunächst war ein Cover was ganz anders rüberkam als das Original, denn sie hatten eine wohlklingende Ballade aus "Dancing in the dark" von Bruce Springsteen gemacht. Bei dem Lied "Silent Lover" kommt die Harfe sehr gut zur Geltung und ihre aktuelle Single habe ich sogar mitgefilmt: Paradisia mit "Warpaint". Nach dem Halbstündigen Auftritt folgte ich einem Typen, der nach einer CD fragte hinter die Bühne. Und Sängerin Sophie-Rose hat aus dem Auto nur  sage und schreibe eine einzige CD geholt. Auf meine Frage sollte ich den Mädels samt Team vom W-Festival zum Auto folgen, wo ich dann ihr an diesem Tag in Deutschland erst erschienenes Album von allen unterschieben gekauft habe. Auf ihre im Herbst angekündigte Tour hier habe ich sie angesprochen, ob Hannover auf dem Plan steht. Das wussten sie nicht, aber "We love Hannover" haben sie gleich gesagt, denn sie haben ihr Album in Hannover produziert!

17:00 Uhr - Roßmarkt - Romie

Harmonisch ging es gleich weiter mit zwei jungen Damen, die in Frankfurt Heimspiel hatten und dieses Singer-Songwriter Duo nennt sich Romie. Zwei Stimmen, zwei Gitarren und leichter, leicht verträumter Folk-Pop. Nicht zuletzt, weil Paula und Jule barfuß auf der Bühne standen wirkte es wie die passendende Musik an einem entspannten lauen Sommerabend. Ein kleiner Eindruck davon: Romie mit "Maria" live beim W-Festival.  Beim anschließenden EP-Kauf ging es in Gesprächen teilweise darum, ob ihre Musik auch auf Spotify verfügbar sein sollte. So wie ich es verstanden habe wollen die beiden lieber echte, greifbare Musik machen. War ganz interessant und trotz einiger Leute, die ihre EP erwerben wollten, haben sie sich zum signieren viel Zeit genommen. Man merkte, dass sie ein wenig stolz auf ihr "Baby" waren - und das zu recht!



18:00 Uhr - Roßmarkt - Violet Skies

Da war er wieder, der Moment wo ich mich schon auf den Weg machen müsste, aber noch kurz den nächsten Act sehen wollte. Und es hat sich gelohnt, denn ich konnte noch drei Lieder der besten, kraftvollsten Stimme auf dieser Bühne erleben! Um 19:00 Uhr stand Birdy in der alten Oper auf dem Zettel und dabei hätte ich bleiben und auch die EP kaufen wollen. Vielleicht ergibt sich ja nochmal die Chance dazu! Den Namen sollte man sich jedenfalls merken!


19:00 Uhr - Alte Oper - Paradisia und Birdy

Ich war etwas verärgert, denn schließlich hatte ich mich schnell bereits nach wenigen Songs von  Violet Skies auf den Weg gemacht und dennoch den Start von Paradisia, diesmal auf der großen Bühne verpasst! Klar, irgendwann im Laufe des Nachmittages hatte das W-Festival dies über Facebook angekündigt, aber der Beginn musste schon um 18:30 Uhr sein. So habe ich dort nur noch zwei Lieder erlebt und war vorher in dem Bewusstsein locker pünktlich zu erscheinen. Aber sei es drum, schließlich konnte ich hinterher noch Fotos mit Sängerin Sophie-Rose und der Keyboarderin Kristy ergattern! Und die beiden waren echt locker drauf in der Lobby der Oper.



Nach meinem Geburtstag in Dublin und ihrem Auftritt im Capitol Hannover im Oktober des letzten Jahres war es mittlerweile das dritte Mal, dass es hieß "Birdy live". Um es vorweg zunehmen: Dublin war rückblickend noch immer am besten. Natürlich ist ihre Musik und der Auftritt absolut top, aber immer abgeklärt. Ok, "Skinny Love" hat mir wieder Gänsehaut verursacht, einfach ein Song der unter die Haut geht. Den überwiegenden Teil des Konzertes sitzt Birdy am Klavier, dort scheint sie sich auch am wohlsten zu fühlen. Hochumjubelt sind fast alle ihre Lieder, aber "People help the People" sowie "Wings" sind natürlich weitere Highlights. Immer diese Lieder, bei denen es völlig auf Klavier und Stimme ankommt sind ihre große Stärke! "keeping your  head up" sorgt ebenso für Stimmung wie "Words as weapons" (Mein Lied des Abends!) und etwas zum mitschunkeln. Die Oper war so gut wie voll und insbesondere das eher jüngere Publikum im Stehplatzbereich schrie Birdy immer wieder von Song zu Song! Wer Birdy live erleben kann: Hin da, eine etwas unscheinbare, unnahbare, aber grandiose junge Künstlerin!


22:00 Uhr - Gibson - Blues Pills

Tja, diese Band hatte mit der Sängerin Imany die Location (Alte Oper) getauscht. Was ich jedoch nicht wusste und mir einfach nicht klar war: Auch die Uhrzeit! Als ich nach Birdy um 21:35 Uhr dort aufschlug war das Konzert schon auf dem Höhepunkt, zwei Lieder und die Zugabe konnte ich noch erleben. Die zottelige Band fiel durch ihren 70er Jahre Stil auf, die Musik hingegen mag ich bei dem kurzen Eindruck aber weniger bewerten - Birdy war da schon die richtige Entscheidung!

Fazit: Von der Location ist mir St. Peter am liebsten , einfach echter und hat eine schöne Größe für die Acts mittlerer Bekanntheit. Die Außenbühne war eine tolle Ergänzung und man ist auf Tuchfühlung mit den Newcomern. Die Planung, insbesondere am letzten Tag, war einfach Festivalunwürdig. Die Acts waren am Abend echt hochkarätig, die Begeisterung über schöne neue Musik und junge Künstlerinnen fielen aber auf den Nachmittag. Sofern nicht absolute "Must Have"-Acts auf dem Plan stehen werde ich im kommenden Jahr nach einer Alternative für das W-Festival suchen.



Donnerstag, 25. Mai 2017

W-Festival 2. Tag: Diverse Acts - Innenstadt Frankfurt

Zum ersten Mal gab es bei diesem W-Festival, es war übrigens das sechste seiner Art, eine kleine Open Air Bühne am Frankfurter Roßmarkt. Am Donnerstag und Freitag waren jeweils stündlich von 16 - 19 Uhr vier Acts zu erleben. Leider überschnitt sich das mindestens, denn der jeweils letzte und auch der 18 Uhr-Gig schon mit den größeren Auftritten. Aber immerhin gab das Festival so Nachwuchskünstlerinnen die Möglichkeit sich zu präsentieren.

16:00 Uhr - Roßmarkt - Prader Meinhoff


Als ersten Act des Tages gab eine Mischung aus Nina Hagen und Jennifer Rostock zu sehen und zu hören. Ok, da musste man sich erstmal reinhören hab ich gedacht, was geht denn jetzt ab und die Sängerin hat auch ein wenig "gemeckert" das so ein Auftritt umgeben von Banken ja so gar nicht zu ihnen passen würde. Der Auftritt war locker und etwas rotzig, aber auch echt cool...nur viel zu früh! Es waren nur wenige Leute vor Ort, zum einem war es einfach nur heiß, noch zu früh und die Außenbühne nicht so bekannt. Was im Umkehrschluss bedeutete: Erste Reihe - Essen und Bier holen - wieder erste Reihe! Die neue Single des Duos befindet sich jetzt auch auf meinem Youtube-Kanal: Prader Meinhoff - Maske.


17:00 Uhr - Roßmarkt - Maria Mana

Der Name hatte mich im Vorfeld schon an die Norwegerin Maria Mena erinnert und auch das gehalten, was der Name mir versprochen hat: Sehr schöne, harmonische und so leichte Musik! Das hat einen wieder auf die Erde zurück geholt. Es war angenehme Akustikmusik mit ihrer Stimme, der Gitarre und Lee Caspi am Cello. Hier ein Eindruck davon: Mari Mana mit "Crossroads". Habe ihr im Anschluss empfohlen mal in Hannover in der Feinkost Lampe zu spielen, denn das kann ich mir insbesondere mit dieser Kombination sehr gut vorstellen. Mit ihrer natürlichen Art und dieser seichten Musik für mich eindeutig die Entdeckung des Tages!
 

18:00 Uhr - Roßmarkt - FEE.


Nun war es soweit, dass in der alten Oper bereits der Einlass begonnen hatte und ich quasi zwischen Tür und Angel stand und hier draußen auf dem Sprung war. So konnte ich von der Musikerin FEE. nur noch schnell zwei Lieder hören, beide auf deutsch, und mit kompletter Bandbesetzung. Es war poppig, jung und frisch, aber ich hatte zu wenig Zeit um mir ein echtes Bild von der Künstlerin und ihrer Musik zu machen.


19:00 Uhr - Alte Oper - Agnes Obel

In der Oper angekommen war ich ein wenig enttäuscht, als ich  feststellte, dass nur der sogenannte Olymp für die Leute mit Festivalband geöffnet war. Das bedeutete man hatte zwar ganz oben einen Sitzplatz, aber ich hätte lieber weiter gestanden und wäre dafür näher dran gewesen. Oben saß ich immerhin in der ersten Reihe versteht sich!
Pünktlich wurde per Gong auch der Rest vom Publikum in den Saal gerufen und ebenso pünktlich ging es los. Die Musik von Agnes Obel war neu für mich und zugleich unheimlich schwer einzuordnen, denn auf der einen Seite zum träumen schön und auf der anderen Seite schwer zu fassen und für mich auch unmöglich die Lieder unterscheiden zu können. Ein Blick auf das Foto zeigt ganz gut, wie mein Blick von Oben war auf eine Bühne mit Leinwand, die immer verschwommen war wirket. Agnes Obel stand hinterm Keyboard und außer einem oft wechselndem Bild hinter der Bühne passierte wenig. Aber die Musik war schön und machte tatsächlich leicht schläfrig, dass ich für einen Song fast richtig wegnickte.


21:30 Uhr - Alte Oper - Boy

Die beiden Mädels von hätte ich schon oft live sehen können, habe sie zuvor jedoch erst einmal im Capitol Hannover gesehen. Weiterhin war mein Platz im Olymp, aber bei diesem Auftritt war ich weitaus wacher! Was man bei vielen Songs auf Anhieb merkte und hörte war ein starker Unterschied in den Liedern, denn Boy wurden von den Streichern des Kaiser Quartetts unterstützt. Diese Männer untermalten die Lieder ganz anders, gaben dem Ganzen eine leicht Klassische Note, waren aber auch nicht bei jeden Song dabei, so dass es schnell auffiel wenn sie einsetzten. Die Oper war für dieses Konzert wesentlich mehr gefüllt und auch die Begeisterung war spürbarer. Mit "Drive Darling" kam an zweiter Stelle schon einer der schönsten Lieder der Band und meiner Meinung nach das Lied, welches Valeskas Stimme am besten zur Geltung bringt. "Little Numbers" war es denn als ich diese sprichwörtliche Gänsehaut merkte und bei dem die gesamt Alte Oper mitsang. Dem Title "New York" verpasste das Quartett eine ganz neue Note, denn es war die einzige Instrumentale Untermalung und in dieser Form sicher ganz einmalig. Ein rundum gelungenes Konzert mit standing ovations und mehreren Zugben um Abschluss. Ich sage Danke W-Festival für diesen Gig und Gute Nacht Alte Oper!