Mittwoch, 15. November 2017

Lilly Among Clouds - Prinzenbar Hamburg

Beim ersten Besuch auf der Reeperbahn wurde uns gesagt eine der schönsten Locations auf Hamburgs sündigster Meile sei die Pinzenbar auf der Rückseite der Docks. Heute wurde diese ausverkaufte Bar, die wirklich an ein schönes Gewölbe erinnert gleich durch zwei absolut sehens- und hörenswerte Acts geadelt.

Zunächst waren es die Holländer von "Sue the night", oder besser gesagt 2/6 der Band. Es waren Sängerin und Gitarristin Suus de Groot und ein Bandmitglied an der Geige. Das war von Beginn an richtig schön, humorvoll und man hat sich bei den beiden gleich wohl gefühlt. Das Publikum kannte es wohl schon von Lilly und lauschte auch sofort und ließ sich voll und ganz auf die Musik ein. Die Musik würde ich als entspannten Indie-Pop mit dem Gewissen etwas bezeichnen. Die Band, die hier in Deutschland Lilly supportet tauscht in den Niederlanden die Rollen und sie spielen dort den Hauptact, während Lilly sie unterstützt. Sympathisch und passend zur Hauptact! Und weil mir selten ein Voract so schnell und über die gesamte Länge des Auftritts gefallen hat, habe ich nicht lange gefackelt, als es hieß im Januar 2018 bestehe die Möglichkeit die gesamte Band im Nochtspeicher zu erleben.

Weiterhin konnte ich meinen Platz..wo? In Reihe eins natürlich verteidigen als die Würzburgerin Lilly Aomng Coulds auf die kleine Bühne kam. Wie  oft hab ich sie gesehen und gehört? Etwa 3 bis 4 Mal beim Reeperbahn Festival, beim Hanse Song Festival in Stade und beim Waves Vienna in Wien. Aber wird es dadurch langweilig? Weit gefehlt, denn Lilly singt mit Einsatz, Liebe und lässt ihr Inneres heraus. Lilly gab Alles und gab auch all die Songs von ihrem Baby "Aerial Perspective" zum Besten. Sie verpasst wirklich jedem Lied ihren eigenen Charme und Schliff. Wenn ich nur dran denke das "Remember me" auch zum 1.000 Mal gefällt und ich mich bei "Listen to your Mama" sofort schon auf den Part zum mitsingen freue. Diesmal ist es jedoch "Your Hands are like home" dass mir einem Dauerschauer den Rücken runterjagen lasst. Lustig und zugleich authentisch ist Lilly, als sie sich mit mal beim erzählen verhaspelt und sich dann einfach auf singen beschränkt, denn dabei fühlt sie sich wohl und ist in ihrem Element wie ein Fisch im Wasser. Der einzige kleine Wermutstopfen daran, dass man alles kennt ist natürlich, dass einen nix überrascht. Aber es ist rundherum gelungen, wie ein Lieblingsfilm, den man immer wieder gucken mag! Es ist schön, dass sie immer wieder zwischen Keyboard und purem Gesang begleitet mit einer guten Band wechselt.

Hinterher Lilly erneute persönlich zu treffen war selbstverständlich ein Muss für mich! Gleich gab es eine Umarmung von ihr und ein richtig warmes und herzliches Lächeln. Nachdem wir etwas über das Festival in Wien gesprochen haben signierte sie mir ihre CD und überreichte sie mir als Geschenk. Mei Satz, dass sie den Platz meiner Lieblingssängerin eingenommen habe und ihre Nachfrage wer das denn sei, empfand sie bei meiner Antwort Katie Melua als große Ehre. Das Sahnehäubchen war, als sie mir sagte ich solle ihr nächstes Mal bescheid geben, dann setzt sie mich auch die Gästeliste! Ich fühle mich geehrt und wunschlos glücklich!




Montag, 6. November 2017

Ladies-Artist-Friends No. 2 - Knust Hamburg

Gute acht Monate liegt es zurück, als sich neun Musikerinnen aus der Hansestadt versammelten und dieses Event auf die Beine stellten. Nun sollte es eine Neuauflage dieser schönen Idee geben. So versammelten sich "alte Hasen" die bereits am ersten März auf der Bühne standen und einige neue Gesichter im Hamburger Knust an der Feldstraße zum "Ladies-Artists-Friends Nummer 2". Zunächst war ich vorab ein wenig enttäuscht, denn mit Emma Longard und Liza Ohm von Liza & Kay fehlten leider zwei meiner Lieblinge. Aber erstmal abwarten und genießen.

Das Knust hat aus meiner Sicht für solch eine Art von Veranstaltung genau die richtige Größe und auch ich kam locker und bequem in die erste Reihe. Hier ging es mit einer kleinen Verspätung los und die Künstlerin Sarajane, die beim ersten Konzert noch selbst gesungen hat führte als Moderatorin durch den Abend.  Als erste Sängerin stand Sophie Sy mit kräftiger Stimme auf der Bühne und gehörte den Neulingen in der Gruppe an. Wie beim ersten mal sind es wieder mindesten zwei Damen aus der Aufgebot, die die anderen als Backgroundsängerinnen unterstützen.

Und weiter ging es mit neuen Gesichtern, die ich jedoch bereits als Voract von Joco und Phela gesehen habe: Poems for Jamiro. Überraschend ist, dass die zwei Ladies von Mal zu Mal einen besseren Eindruck auf mich machten. So auch an diesem Abend, wo spätestens die Qualität der Band sicht- und hörbar war! Am schönsten wird es dann, wenn Nina am Keyboard und Laila an der Geige spielen. Schön ruhige und tiefe Lieder, von denen es völlig ausreichte, dass bei den ganzen Musikerinnen nur jeweils zwei Songs zu hören waren. Durch die "Masse" kam so nämlich viel unterschiedliche Musik zusammen.





Im Anschluss hören wir eine junge Stimme, die aber dennoch so unheimlich reif klingt - Debby Smith. Da kam der erste große WOW Effekt des Abends auf. Sicher nicht ohne Grund ist sie mittlerweile im Team der internationale erfolgreichen Sängerin Sarah Brightman. Bei ihr sind es zum Beispiel die Poems for Jamiro Mädels, Kiddo Kat und Deine Cousine  die Debby auf der Bühne begleitet. Eine Nummer ihres Auftritts gibt es hier zu sehen und zu hören: Debby Smith mit "Something special".



Als vierten Act gab es die Sängerin Kiddo Kat, die vor allem dank Youtube bekannt geworden ist. Optisch hat sie mich sofort an Sandy von den No Angels erinnert. Ihr Auftritt war energiegeladen und lustig, wenn man nur an den Moment denkt, als sie die lange blonde Mähne zu einem Song im Kreis schwang. Auch hier auf dem Bild rechts kann man sehen, dass immer eine neu gemischte Backgroundcombo zusammenkam, hier zum Beispiel Debby Smith, Deine Cousine und mit Nina Müller eine Hälfte von Poems for Jamiro. Um auch einen Eindruck von der gebürtigen Berlinerin zu bekommen geht es hier entlang: Kiddo Kat im Hamburger Knust.

Bereits im März war Sängerin und Cellospielerin Linda Kauffeldt mit Takadoon dabei und nun mit dem Projekt Lunartree. Eine interessante Mischung bildeten die drei Damen an Cello, Keyboard und Trommel im Einklang mit sehr harmonischen Stimmen. Sehr harmonische, ruhige Lieder haben mich dazu bewegt natürlich gleich die EP zu kaufen. Solange diese nicht nur mir vorliegt kann man sich hier eine Musikalische Überbrückung anhören: LUNARTREE live @ Ladies-Artists-Friends No. 2.

Danach gab es erstmal eine kurze Pause und ich konnte endlich mal den Merchstand beschnuppern. Und siehe da, wer leitete den Stand: Sängerin Elin Bell, die im Marz noch selbst auf der Bühne stand. Dort konnte ich mich auch gleich noch mal für die CD aus Dortmund, die Stefan mir mitgebracht hat persönlich bedanken!

Nach der Unterbrechung ging es dann mit Wachmachern der Entdeckung von Udo Lindenberg weiter: Deine Cousine. Auch sie war bei Nummer ein der Konzertreihe dabei und hab mir damals besser gefallen und kam kraftvoller mit deutschsprachigem Rock rüber.

Anschließend gab es mit Gwen wieder einen Act, den  ich vorher noch nie gehört oder gesehen habe. Aber es hat mir durch das Soulige in ihrer Stimme gefallen. Die deutschsprachigen Lieder hat sie mit viel Schwung und in einer Mischung aus Kleid und  Trainingsanzug kamen auch beim Publikum gut rüber. Ihre Musik erinnerte mich stark an Glashaus. Da man sie hier auf dem Bild sieht will ich erwähnen, dass eine junge Dame aus der Band eine Songs mit dem Saxophone begleitete.


Mit dem achten Act  des Abend kam nachmals eine alte Bekannte. Joscheba. Auch hier wieder melodische, ruhige Klänge und am Ende eine richtig schöne Acapella - Nummer: Joscheba live.


Zu guter Letzt machte mit Nina Graf alias Miu die Hauptorganisatorin den Abschluss. Die Sängerin habe ich nun neben den beiden Auftritten im Knust zu Beginn des Jahres in Bremen bei ihrem Konzert erlebt. Angenehm finde ich ihre Musik vor allem dann, wenn sie leicht-lockere Lieder singt und dabei Ukulele spielt.

Zum Abschluss kamen dann noch alle Musikerinnen und die Band auf die Bühne und es  gab eine gemeinsame Zugabe!



Nach alle Auftritten machte ich mich nochmals auf dem Weg zum Merchstand, schließlich gab es sowohl CD von vielen Künstlerinnen, als auch unterschriebene Poster. Schon auf dem Weg dorthin traf ich Liza von Liza&Kay, die mich erkannte und umarmte. Wir redeten darüber das in der Pause auch ihr Lied Kastanien lief - wie sehr sie sich darüber gefreut hat herrlich. Und über ihre 2018 Tour, dabei wollen sie wohl in im Lux Hannover spielen. "Aber du kommst!" sagte sie Spaßig mit erhobenem Zeigefinger! Natürlich versuche ich das! Noch während ich mich mit ihr unterhalte kommt Norma, die Musikerin des Vorabends um die Ecke gesellt sich zu uns und umarmt mich auch erstmal. Ok, muss ich mich halt mich zwei Damen unterhalt gibt schlimmeres. Liza sagte noch "Ach, warst du bei ihr gestern?" Natürlich kenne die beiden sich. Rundherum ein lustiger Abschluss eines schönen Abends!






Sonntag, 5. November 2017

NORMA - Birdland Hamburg





Die Hamburger Sängerin mit dem Namen Norma stammt eigentlich von der Insel Föhr. Und ich habe ihren Werdegang schon lange über Instagram verfolgt, genau so wie sie der Plattenkiste folgt. Nachdem ich erst vor kurzem ihr erstes Album bei ihr bestellt hatte, kündigte sie nun die zweite Platte samt Release-Gig in der Hansestadt an. Der Ladies-Artists-Friends Auftritt am kommenden Montag war da bereits geplant und somit passte dieses Konzert am Vorabend perfekt.



Den Abend eröffneten die Jungs von Drebe mit ihrem Singer-Songwriter-Pop und einem zum großteils ruhigeren und melancholischen Liedern. Definitiv ein guter Einstieg in den musikalischen Abend. 




Nach kurzer Pause kamen dann Norma und ihre Musiker (u.a. Magnus Landsberg an der Gitarre und Lukas Schick am Klavier) auf die Bühne in dem gemütlichen und rustikalen Jazz & Blues-Club. Hier hatten wir gute Plätze mit einem leicht erhobenen Blick auf die Bühne. Wenn mir jemand vor Jahren erzählt hätte, dass ich mal zu einem Auftritt gehe bei dem auch Songs auf Plattdeutsch oder auch Friesisch gesungen werden, hätte ich diese Person für verrückt erklärt. Da liegt natürlich der Gedanke schnell bei Volksmusik und Schlager. Aber das hat mir Norma schon durch ihr erstes Album "Wie weit" bewiesen, denn das geht auch frisch und jung!
Doch aus diesem Album gab es wenig zu hören, denn ihr zweites Werk "Rückenwind" stand an diesem Abend logischerweise im Fokus. Ich hatte all diese Lieder noch nicht vorher gehört, aber schnell die Perlen für mich entdeckt: das wunderschöne "Unser Band", bei dem man zwar nicht gemeint ist sich aber angesprochen fühlt und die plattdeutsche Nummer "Uns Noorden is so schöön" zur Melodie von "A wonderful world" von Louis Armstrong, die eine norddeutsche Hymne darstellt. Was ich erst so richtig zu Hause für mich entdeckt habe ist "Üüs Tidj" (Unsere Zeit). Dabei verstehe ich ohne Booklet kein Wort, aber manchmal ist es einfach "nur" die Musik, die etwas in einem bewegt! Dabei spielte sie teilweise auch Gitarre oder Mundharmonika. Auf der CD kommt meiner Meinung nach bei diesem Song der Chor sehr gut zur Geltung, unter anderem mit ihrer Schwester Levke.

Und natürlich der Album-Titel, der Ohrwurm-Charakter mitbringt und schnell ins Ohr geht und auch als Zugabe nochmals kommt. Hey, an der Stelle hätte ich auch gerne "Kapitän" gehört ;-)
Zwischen jedem Song bekommt man ein Lächeln von Norma und den Applaus des aufmerksamen Publikums zu hören. Mit "Oh Mama" von Norma habe ich ein Lied aufgenommen, dass es laut Norma nur knapp auf die LP geschafft hatte, ich konnte mich aber auch in diesem Text schnell in den Kindertagen wiederfinden. Empfehlen kann ich aber die ganz frische Akustikversion von "50.000 Kilometer"! Wie sollte es auch anders sein, so habe ich natürlich sehr gerne im Anschluss das neue Album erworben. Und Norma sagt tatsächlich "Natürlich, ich habe dich sofort erkannt!" Nur beim signieren musste ich kurz von Flockes Plattenkiste zu meinem richtigen Namen aushelfen. Dafür bekam ich aber auch eine schöne Widmung. Eine sehr sympathische Künstlerin, bei der ich an diesem Abend zu Gast war!  




Montag, 30. Oktober 2017

My Baby - Lux Hannover

Ein Konzert am Vorabend eines Feiertages (500 Jahre Reformationstag) ist wirklich ideal. Das dachten sich wohl einige Leute, denn während wir draußen warteten füllte sich das Lux fast heimlich ziemlich schnell. Der Beginn war um 20:30 Uhr, denn eine Vorband hatte sich für diesen Abend nicht angekündigt. Man muss aber auch sagen, dass der Stil der holländischen Band My Baby ziemlich eigen und ein  passender Voract somit schwierig zu finden ist.

Beim RBF "damals" hatte ich die dreiköpfige Band bereits erlebt und so sollte es auch an diesem Abend sein: Eine Band, auf die man sich entweder vorab freut oder echt stark überrascht ist! Denn wie sagte meine Konzertbegleitung Chris: Unter dem Namen My Baby stellt man sich was anderes vor, eher was süßes und seichtes. Ok, Sängerin Cato van Dyck hat schon was süßes, wenn sie barfuß und im Laufe des Auftritts immer leichter bekleidet auf der Bühne steht. Aber auf seichte, sehr ruhige Musik wartet der Besucher vergebens. Auch ihr Bruder der Drummer und ihr Gitarrist lassen keinen Zweifel an ihrem Können aufkommen. Und während Cato tanzt, singt oder E-Gitarre und Geige spielt kommt ein recht langer Song nach dem anderen. Ihre Musik ist weder Pop noch Rock und schwer einzuordnen, auf ihrer Facebook-Seite beschreiben sie ihren Stil als "DELTA TRANCE LOUISIANA DUB INDIE FUNK". Ok ok, ich wäre nicht in der Lage das so zu beschreiben. Man schunkelt und wippt im Trance der Musik mit, mitsingen ist weniger angebracht, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Die drei Musiker aus Amsterdam sind oft einfach ganz in ihrem Element. Bei vielen Songs aus mittlerweile drei Alben und bei zwei Zugaben, die mal locker je zehn Minuten dauerten war mein Highlight "Seeing red"! Dafür, dass es wenig geret wurde gab es eine Menge Musik zu hören.
Im Großen und Ganzen hat eine Vorband nicht gefehlt und auch sonst war der Auftritt wie erwartet nicht von der Stange sonders musikalisch ein ganz eigner Sound, den man live erlebt haben sollte! Wie schrie mir ein Konzertbesucher neben mir ins Ohr "Das ist zur Zeit das Geilste was es gibt!" Ja, auch ich  kann die Niederländer jedem empfehlen, der Bock auf was Neues hat.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Mogli - Lux Hanover

Schon seit Monaten war das Wohnzimmer LUX ausverkauft. Mit Mogli hatte sich still und heimlich eine Sängerin mit ihrem Lied "Alaska" schon weiter über einen Geheimtipp hinaus gespielt.  So stand zu diesem Zeitpunkt auch Selima Taibi alias Mogli auf meinem Zettel.


Doch bevor es mit der lockigen Dunkelhaarigen losging, gab es mit Fenne Lily eine blonde Britin zu bestaunen. Während ihre Stimme stark anders klang, war diese beim Singen richtig wohltuend und angenehm. Hat mich jedenfalls stark angesprochen und stand meiner Meinung nach dem Hauptact musikalisch in nichts nach. Hört doch mal rein: Fenne Lily mit "Unhold".






Mogli macht es möglich, dass ihre Songs das wiederspiegeln, was der Zuschauer erwartet: Eine unaufgeregte, zurückhaltende , junge und schüchterne Frau. Ihr Album Wanderer hatte sie im Gepäck und sie erzälte, dasss ihr Album auf dem Weg durch Amerika entstanden ist. So gesehen mit diesem Wissen machen Lieder wie "Road holes", "Riverside" und natürlich "Alaska" Sinn. Dabei ähnelt ihre Stimme ihrem Äußerem: zart , natürlich und zerbrechlich. Keine Frage, es war schön und hat berührt. Auch das leise fast eher gehauchte "Danke schön" ans Publikum passte dazu. Aber ich muss rückblickend sagen, dass mich wenig davon lange gefesselt hat oder bestimmte Lider hängengeblieben sind. Es ist Musik zur Entspannung und zum träumen, aber ein Highlight habe ich vergeblich gesucht.

Aber wer mich kennt, der weiß das neben "Wanderer" jetzt auch die nur drei Songs umfassende EP von Fenne Lily, die ich trotz der Kürze empfehlen kann, in meinem CD-Regal zu finden sind.


Freitag, 20. Oktober 2017

Guano Apes - Capitol Hannover

Dies sollte ein Abend werden um Erinnerungen zu wecken. In  der damaligen Celler Kneipe "Firlefanz" gehörte es zum gepflegten Pflichtprogramm das über die Jukebox auch "Lords of the boards" laufen musste damit der Aufenthalt dort komplett war.


Doch bevor es soweit war hörten wir mit der "Alex Mofa Gang" die deutschsprachige Vorband. Ok, rockig und gelegentlich eingängige Texte ohne uns dabei vom Hocker zu reißen. Konnte man hören, zu einem separaten Auftritt der Berliner Band brauche ich aber nicht.



Nach kurzer Umbauphase ging es pünktlich weiter. Auch wenn es die Band um Sängerin Sandra Nasic es kraftvoll angehen ließ musste ich mich erstmal ein-zwei Song einfinden. Aber dann hat es mich wie die breite Masse im vollen Capitol gepackt! Neben eigenen Songs, von denen ich nur die "Klassiker" wie den Hammer "Open your eyes" kannte, gab es auch richtig gute, weil es ganz eigene Cover von Eminem und Depeche Mode waren. Es war eine Stimmung zum mitsingen, klatschen und mittrinken - kurzum man und insbesondere wir hatten Bock drauf! Und während des Auftritts kamen immer wieder Songs, die ich im Laufe der Jahre fast vergessen hätte. Das schon damals bekannte Cover zu "Big in Japan" von Alphaville und "Pretty in scarlett", so schossen sie ein Highlight nach dem anderen raus. Zwischendrin gab es immer wieder neuere Stücke, die ich Banause nicht kannte.






Bei der Zugabe war es denn soweit: I've got the snowboard under my feet, I can fly so high I can fall so deep....JA, "Lords of the boards" kam und man musste einfach mitgröllen, so herrlich. Einfach gesagt: Es hat sich gelohnt und man merkt, dass man keine 20 mehr ist ;-)

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Liza & Kay - Kulturpalast Hannover

Schon seit Anfang März habe ich drauf gewartet dieses sympathische Hamburger Duo wiedersehen zu können. Die paar Bühnenminuten bei ersten Ladies-Artists-Friends hatten einen guten Eindruck hinterlassen und auch ihr erstes Album lief rauf und runter in meinem Player.
Etwas zwiespältig stand ich zu dieser Zeit dem Kulturpalast gegenüber, der zuletzt viel Licht und Schatten bei seinen Auftritten hatte. Aber hier deutete sich schon schnell ein schöner und zugleich spaßiger als auch entspannter Abend an. Als ich rein kam, waren die Vorband und Kay noch in den Vorbereitungen. So hing auf der Bühne auch ein kleiner rot-weißer Heißluftballon, der sich wie roter Faden durch die Videos und  durch das neue Album "Mit der Aussicht Einsicht" zieht.

Doch zunächst war die zweiköpfige Vorband Kopfdichtung an der Reihe. Anspruchsvolle Texte mir Tiefgang, aber auch zunächst schwieriger sich da anzunähren. Aber je weiter der mit Gitarre, Klavier und diversen Klanginstrumenten untermalte Gesang fortschritt desto eher gefiel es mir und dem großen Publikum.

In der kleinen Umbauphase hatte ich kurz die Gelegenheit zu einem Plausch mit Liza, die mich auch wiedererkannt hat. Und sie war begeistert, wie klein die Welt doch ist, als ich ihr erzählt, dass ich Maria von der Herzklangbar gut kenne, wo die beiden ein Wohnzimmerkonzert gegeben haben. Ja, auch den kleinen süßen Paul konnte sie sich erinnern.
Dann ging es aber auch auf die Bühne und ich war überrascht wie Textsicher ein Großteil der Zuschauer sowohl bei alten Nummern als auch bei den neuen Stücken waren. Und ich muss sagen, diese neuen Stücke haben mir durch die Bank weg gleich beim ersten hören gefallen. So waren es "Staub", die schöne Nummer "Du bist alles" und "Kastanien", von dem ich den Text blitzschnell ebenfalls mitträllern konnte.  Begleitet wurden die beiden noch am Keyboard durch den Musiker Tim Jaacks. Vom ersten Album kam "Kühlschrank" was eigentlich nicht mein Ding ist, erklärte aber das ihr eigenes Plattenlabel Kühlschrank Records heißt. Als krönende Zusagen sangen sie mitten im Publikum den tatsächlichen "Ohrwurm" und alle schienen rundherum zufrieden - ich auch!
Selbstverständlich gibt es noch einen Videorückblick auf diesen Abend: "Du bist Alles" von Liza und Kay.

Nachdem der CD-Kauf bei Kay erfolgte hatte ich ein zweites schönes Gespräch mit Liza. Keine Ahnung wie ich es anders ausdrücken sollte, aber sie ist echt nett, hört zu, fragt nach und versprüht eine Menge Herzlichkeit.  Dabei lobte ich die neuen Songs und sie berichtete mir, dass ca. im März 2018 eine Clubtour samt Band in Planung ist. Dabei haben die beiden auch ein Auge auf das Lux in Hannover geworfen, tja ratet mal wer da gerne dabei sein wird!
Und zu dem Gespräch mit Liza sage ich nur: to be continued...




Samstag, 30. September 2017

Waves Vienna 3. Tag - Clubs des 9. Bezirks Wien

Ganz ähnlich wie beim RBF denkt man zunächst, dass der Finaltag vor Acts nur so wimmelt. Aber auch hier in Wien hielt der Tag zwar gute Künstler bereit, jedoch mit überschaubarer Auswahl. Gerade an diesem Tag gab einige Überschneidungen. Dennoch habe ich mir interessante Auftritte angeschaut und auch einmal auf eine Alternative zurückgegriffen.

18:45 Uhr - 19:30 Uhr Back to felicity - Pfarrsaal

Dieser Veranstaltungsort war von der Straße aus nicht zu erkennen und lediglich die "Waves Vienna" Fahnenständer leiteten mich dorthin. Im Keller und im Hinterhof in der Nähe einer Kirche war der Pfarrsaal versteckt. Betrachtet man die Fotos könnte man aber auch denken, es sei ein Wohnzimmer gewesen. Wirklich am weitesten weg von fast all den anderen Räumlichkeiten, aber für diese Österreichischen Band hatte ich mich an einem der letzten Abende daheim in Deutschland entschieden. Diese Band gefiel mir durch ihren Indie-Pop mit Folkeinflüssen, die insbesondere dann rüberkamen wenn die Geige erklang. Den Gesangspart teilten sich Geigerin Magdalena, die auch Keyboard spielte und Gitarrist Flo jeweils zur Hälfte und das harmoniert ebenfalls sehr gut. Hier ein musikalischer Rückblick: Back to felicity live.
Zusätzlich positiv aufgefallen ist mir, dass diese Band endlich Merch dabei hatte in einem typischen alten Koffer. Die CD hab ich natürlich gekauft und darauf findet man die Stücke, die mir am besten gefallen haben "Landscape" und auch "Silent Rhapsody". Insgesamt ein sehr gelungener, unaufgeregter Auftritt mit schöner Musik.


20:00 Uhr  - 20:45 Uhr Bitten by - WUK Foyer

Der Weg von dort ins WUK war wohl so ziemlich die längste Strecke, die ich an diesen Tagen beim Waves Vienna zurücklegen musste. Hier konnte ich das weibliche Duo Bitten By hören, welches mir bei einem Song zum reinhören gut gefallen hat. An diesem Abend jedoch hat es mich das so gar nicht gepackt oder begeistert...

20:30 Uhr - 21:15 Uhr IDER - Ottakringer Stage


...so warf ich eben einen Blick auf die App auf dem Handy und landete im Gebäude gegenüber, dort wo ich am Tag zurück bereits Lilly erlebt habe. Im Vorraum traf ich auf die österreichische Sängerin Clara Luzia, die ebenfalls im Publikum war. Das britische Duo IDER war dann anschließend schon viel eher mein Fall, als sie in ihren 80er-Jahreoutfits aufspielten. Ihre Musik war einen Mischung zwischen ruhigen und leicht melancholischen Nummern, was ich bei der Optik nicht erwartet hatte. Aber seht doch selbst: IDER mit "Sorry". Aber keine Angst, der Auftritt war nicht geprägt durch Traurigkeit, die Mädels aus London haben auch Spaß verbreitet.












21:15 Uhr - 22:00 Uhr Kalandra - Skip Stage @ Aula


Einmal den Flur lang und schon war ich ohne wirklichen Zeitverlust bei dem Act des Abends. Die Norwegerin Kalandra hätte glatt als die Schwester von Aurora durchgehen können.  Da es so treffend ist möchte ich an dieser Stelle gerne die App zitieren: "Kalandra führt einen auf eine fesselnde Reise durch die musikalische Landschaft Nordischer und Keltischer Folklore in Kombination mit alternative Rock. Ihre Musik erfüllt die Sinne wie ein warmer Wind über dem winterlichen Packeis Skandinaviens." Ich könnte es nicht besser formulieren. Kalandra ist voll in ihrem Element auf der Bühne, dass sieht, hört und spürt man. Ihre Musik ist mal dunkel und mystisch und dann wird hoffnungsvoll und mit einen kleinen Schuss Pop. Auch ihre Erscheinung war irgendwo zwischen zarter Elfe, Waldgeist und nordischer Kriegerin angesiedelt. Als ich mir hinterher ihre EP gekauft habe hieß es: This is the last one. Puh, Glück gehabt. Ein Eindruck von dem was sowohl die App als auch ich beschrieben haben findet man hier: Kalandra live beim Waves Vienna.




22:00 Uhr - 22:45 Uhr Giungla - Isaacs

Auf einen musikalischen Absacker ging es nochmals quer durch den Bezirk zu der italienischen Sängerin Giungla. Sie kam rockig daher und tanzte mit Gitarre durchs Publikum, dass zahlreich eines der letzten Acts des Tages aufsuchte und mich daher eher in die hinteren Reihen verdrängte. Zumal ich zur Hälfte des Auftritts erst ankam. Es war ok, aber nicht gut genug um als krönender Abschluss durchzugehen. 


WAVE`S VIENNA 2017 mein Fazit:

Ein Ersatz für das diesjährige Reeperbahn Festival sollte es sein, doch das kann man wirklich kaum vergleichen. Es war kleiner, kuscheliger und man war meisten noch näher an den Bands und Bühnen dran. Meine Befürchtung, dass die Location doch zu weit auseinander liegen hat sich nicht bestätigt. Auch die Größe der Clubs war nebensächlich, denn tatsächlich reingekommen bin ich immer und überall. Überwiegend kam ich auch zu meinem Platz in der ersten Reihe. Auch wenn ich vorab vom Line-up tatsächlich  nur Serafyn und Lilly Among Clouds live erlebt habe, so waren auch die anderen top und es hat Spaß gemacht diverse unterschiedliche Acts zu sehen. Auch die Planung lief gut vorher und ich konnte fast all meine Wunschkünstler auch sehen und hören. Einziger Kritikpunkt ist aus meiner Sicht, dass jeder nur einen einzigen "Slot" hatte und somit gab es auch nur einen Zeitpunkt diese Musiker zu erleben. Dennoch, es war richtig schön und schreit in den kommenden Jahren nach einer Wiederholung! Vienna Calling again! 

Freitag, 29. September 2017

Waves Vienna 2. Tag - Clubs des 9. Bezirks Wien

Auch am zweiten Tag war ich pünktlich zur Stelle und wieder hieß es über die Lautsprecher vor jedem Act eine Duschsage passend zum jeweiligen Act wie z.B. : "Dear lovely People, please welcome to waves vienna Lilly among Clouds from germany"!
Auch wenn ich mal stark davon ausgehe, dass die meisten Leute wussten bei wem sie waren, so war das eine schöne Ansage. Wie der erste so sollte auch dieser Tag schöne Überraschungen bereithalten.

18:45 Uhr - 19:30 Uhr Babe Sila - SAE Stage @ Schubert Theater


Der Tag begann tatsächlich wie der vorherige in dem kleinen Theater ohne Bier! Aber dafür mit sehr schöner Musik, die hauptsächlich von den Stimmen der ungarischen Sängerin Barbara Stahl alias Babe Sila und ihren zwei Backgroundsängerinnen lebte. Die Instrumente rückten dabei nicht nur optisch stark in den Hintergrund. Ein Wechsel zwischen Pop, Soul mit einem Schuss R´n´B mit oftmal einer elektronischen Untermalung bildeten einen schönen Start in den Konzerttag. Hört und schaut mal rein: Babe Sila live bei Waves Vienna.
(Nicht über das Ping-Geräusch wundern, dies gehört zum Song)
19:45 Uhr - 20:30 Uhr Paenda - Clash 

Vielleicht lag es daran, noch etwas Electronic hören zu können, vielleicht aber lag es auch an der Bar? Man weiß es nicht. Im Nachhinein waren es auf jeden war die knalligen blauen Haare, aber natürlich auch der Elekto-Pop die mir gut gefallen haben beim Heimspiel der Wienerin. Auch wenn der Stil immer gleich blieb so waren es doch auch stark unterschiedliche Werke zwischen Instrumental - lastigen Liedern und auch eher ruhigeren Nummern. Die eher schon einem Dancesong von Paenda mit Identity mutierende Nummer zeigt rückenblickend für mich wie vielfältig ein solches Festival ausfallen kann. Ungewöhnlich bei ihr war die Länge der Stücke. Zusätzlich bei ihren Erzählungen fiel mir natürlich ihr charmanter Wiener Dialekt auf, den ich lieben gelernt habe.






20:45 Uhr -21:30 Uhr Veronica Fusaro - Isaac´s

Wer mich kennt der weiß das dunkle Locken voll mein Ding sind. So ist es kaum verwunderlich, dass mir die Schweizerin Veronica Fusaro aus Thun zumindest schon mal optisch gefallen hat. Aber auch ihr sympathisches, lockeres Auftreten gefiel mir von Beginn an. Diesmal war mein Timing übrigens sehr knapp, denn sie begann bei meinen Eintreten in den Laden. Mit Gitarre und ihrem Mischpult machte die Singer-Songwriterin schöne Songs bei denen sie sich oft selbst sampelt wie ich es bisher bei Luisa und Missincat kannte. Ein Song, der mir in Erinnerung blieb, hatte den Namen "Dragon" und auch ihre letzte Nummer gefiel mir sehr. "Das ist mir aufgefallen! So wie du mitgewippt bist und gestrahlt hast." sagte sie hinterher zu mir beim Kauf ihrer EP. Auch wenn ich natürlich hoffe, dass meine Aufnahme von "Never getting down" Gefallen findet, so kann ich "Dragon" und auch "Enchanted" euch wärmstens ans Herz legen. Übrigens gehörte sie auch zu einer großen Zahl von Künstlerinnen, die eine Woche vorab auch schon auf dem Reeperbahn Festival gespielt haben.

21;45 Uhr - 22:30 Uhr Lilly Among Clouds - Ottakringer Stage

 In einem weitläufigen Schulgebäude waren gleich drei große Räumlichkeiten samt Bühnen untergebracht. So auch diese Bühne, die nach der lokalen Biermarke Ottakinger benannt war.  Hier galt es mit der Würzburgerin Lilly  Among Clouds einen absoluten Lieblings-und Pflichtact zu erleben.  Es ist eine Mischung die Lilys Ausstrahlung, ihrer Lust und ihrem Spaß an der Musik
zu dem machen was sie bereits bei ihrem ersten Auftritt verkörpert hat: Ein authentisches Auftreten, eine sehr eigene Stimme mit enorm hohem Wiedererkennungswert und Songs zwischen viel Gefühl und Liedern zum mitsingen wie "Listen to your mama". Schon als ich, zwar ohne das sie selbst Gitarre dazu spielte, endlich mit "Rembemer me" eines meiner Lieblingsstücke live hören durfte war ich rundum glücklich! Als sie dann noch "Blood & history" sang war ich sehr ergriffen und musste tatsächlich ein Tränchen unterdrücken. Warum genau kann ich gar nicht genau sagen, aber dieses Lied ging mir an diesem Abend  unheimlich tief! Die Zeile "I belong to you" spricht für sich und ihr Keyboardspiel hierzu ist wunderschön. Wie man merkt: Wer nach Kritik an Lilly sucht, der ist bei mir definitiv an der falschen Stelle!
Als ich nach ihrem Aufritt auf sie zuging musste ich kein Wort sagen, sie erkannte mich, nahm meine Hände in ihre, machte einen Knicks und sagte "Es ist mir eine Ehre, dass du hier bist!" - Ok nur alleine für diesen Moment hat sich diese Reise nach Wien mehr als gelohnt! Der Blick auf die umstehenden Leute war zudem einfach unbezahlbar.
Lilly sagte mir dann noch ihr gerade erst erschienenes Album zu und fragte mich gleich, ob ich zu ihrem Konzert in die Hamburger Prinzenbar kommen würde - dazu kann ich jetzt sagen: Check, ich bin dabei! Bis dahin ein kleiner Rückblick: Lilly mt "Remember me".

23:15 Uhr - 00:00 Uhr Das Lunsentrio - WUK Foyer

Das männliche Trio aus Deutschland war nicht geplant und Ersatz für die australische Sängerin E^ST, die in der WUK Halle spielte. Aber trotz der Größe der Halle stand ich nach dem Betreten schon mit dem Rücken zur Tür. Ich kam zwar rein, aber sehen konnte ich absolut nix. Daher wartete ich lieber nebenan und erlebte die Party das Trios mit, deren aus Rock, Ironie und Trinken bestand. Neben der Band liefen deren Begleiter durch die ersten Reihen und verteilten Wodka in kleinen Bechern. Ja, ich sag es ja: Erste Reihe lohnt sich immer wieder. Musikalisch nicht unbedingt etwas, was ich nochmals sehen und hören müssten, aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall!



Donnerstag, 28. September 2017

Waves Vienna 1. Tag - Clubs des 9. Bezirks Wien

Mein "Ersatz" für das Reeperbahn Festival in diesem Jahr. Was auf mich zukommt, wie groß die Clubs und Bühnen sind und wie weit diese auseinander liegen wusste ich nicht. Was ich jedoch kannte war das Line-up und der Timetable. Trotz aller Planung habe ich jedoch ein paar Mal schnell und spontan Änderungen vorgenommen. Aber rückblinkend habe ich diese Entscheidungen nie bereut. Es begann mit einer U-Bahnfahrt zur "Vahringer Straße / Volksoper" um im Zentrum des Festivals, dem WUK, mein Ticket gegen ein grünes Festivalbändchen zu tauschen - ja, endlich war man wieder ein Mensch ;-)

18:45 Uhr - 19:30 Uhr Tolstoys - SAE Stage @ Schubert Theater


Es begann quasi mit einem "Must have" für mich, denn nach einem vorherigen Reinschnuppern war die Vorfreude auf diese Band aus der Slowakai groß! Da ich mir sehr viel Zeit eingeräumt hatte war ich noch vor dem Einlass dort und eine meiner schlimmsten Befürchtungen wurde wahr: Dort gab es keine Getränke und somit auch kein Bier. War aber zum Glück die einzige Location ohne kühlen Gerstensaft. Diese Location  wird ansonsten übrigens als eine Art Puppentheater genutzt  und bildetet somit eine besondere Bühne. Die Band aus Bratislava legte pünktlich los mit ihrem traumhaften Pop. Sowohl englisch sprachige Lieder als auch Songs in ihrer Heimatsprache waren dabei. Schöne Melodien, ein wenig Melancholie und die Einflüsse von Kontrabass und Geige gepaart mit dem zarten Gesang bildeten einen tollen Auftakt. Ein kleiner Eindruck von diesem ersten Gig hier: Tolstoys mit "Agapé".  


19:45 Uhr - 20:30 Uhr Emily Roberts - Clash

Endlich eine Kneipe mit Bühne, was bedeutete das auch wieder Bier im Spiel ist. Und ein wenig habe ich mich in das "Clash" verliebt, was so ein Laden war, den ich mir auch als eigenen kleinen Musikschuppens vorstelle. Viele Sitzplätze mit Blick auf die Bühne, deren Wand übersäht war von Konzertpostern. Hier fand der Auftritt der halb britischen halb deutschen Sängerin Emily Roberts aus Hamburg statt. Emily ist selbst positiv aufgedreht, voller Spaß dabei und singt kraftvoll ihre Songs in Englisch. Auch einige Hamburger sind im Publikum und weil dieses bunt gemischt ist macht sie ihre Ansagen ausnahmslos ebenfalls auf englisch. Und wieder habe ich ein paar mal gedacht: Ja, wäre meine Kneipe, denn es ist eine Bombenstimmung zwischen den Liedern und dennoch hören wirklich alle Besucher aufmerksam zu! Ein kleiner Einblick in diesen Auftritt mit ihrer aktuellen Single:  Emily Roberts mit "Cabin in the woods".
Hinterher war es gar nicht so einfach Ihre EP zu ergattern, denn sie war längere Zeit mit Produzenten in Gesprächen. Aber ich kam noch an eins ihrer Werke mit Autogramm. Dabei war sie noch immer etwas aufgedreht, aber sehr herzlich!


21:00 Uhr - 21:45 Uhr Fortuna Ehrenfeld - Clash


Nun war es passiert, zum einen hatte ich einen super Sitzplatz in Bühnennähe, die Zeit wurde knapp und ich hatte immer kühles Bier vor mir. Somit hatte ich Serafyn gegen einen männlichen Act getauscht. getauscht. Und was für ein Künstler, denn zunächst gab es zu was lachen, als der Kölner im Pyjama und Federboa auf die Bühne kam. Aber dafür kam der Auftritt in diese Bar bestens rüber, der erste Song war irgendwie eine Art Hymne, live baute er den FC St. Pauli mit ein und schrie am Ende nach Applaus und den bekam er bei "Das letzte Kommando" auch. Seine raue, tiefe Stimme kam auch bei einem seiner weiteren Lieder über eine Fernbeziehung mit dem Titel Zuweitwegmädchen sehr gut zur Geltung! Man merkte das er beim Label "Grand Hotel Van Cleef" unter Vertrag ist, denn eine Ähnlichkeit rein musikalisch zu Kettcar war schon spürbar.



22:00 Uhr - 22:45 Uhr Little big sea - Isaac´s


Im Keller eines Irish Pub versteckte sich dieser tolle rustikale Club, diesmal allerdings ohne Bestuhlung, dafür mit mehr Platz. Leckeres, süffiges Zwickl-Bier und schon war ich auch hier daheim. Hier sah ich die Österreichische Band mit ihren eher ruhigen Klängen und einer gefühlvollen Mischung aus Folk und Pop. Ein Beispiel dafür gefällig? Hier sind Little big sea mit "5 days, 5 years".

Hat mir gut gefallen, aber ohne das etwas als Hightlight hervorzuheben wäre.





23:15 Uhr - 00:00 Uhr Frankie Animal - Isaac´s

Eigentlich war mein Plan wieder den Ort zu wechseln, aber als ich die
Sängerin dieser Indie-Rock Band aus Estland sah war mir klar, dass auch diese auf meiner Liste standen. Daher änderte ich schnell nochmals meinen Plan und erlebte diese Band als letztes an diesem ersten Tag. Ein ausschlaggebender Punkt war sicherlich die kleine, quirlige Sängerin, die schon vorher ganz heiß auf den Auftritt zu sein schien. Eigentlich stand der britische Act Be Charlotte mit Electro-Pop auf dem Zettel, diese rockige Musik schien mir aber passender als Abschluss, wie hier sehen und zu hören ist Frankie Animal live beim Waves Vienna!

Wie erhofft war der Sound von Frankie Animal frischer Pop-Rock der sich als echter Geheimtipp entpuppte. Hier traf ich auch Emily Roberts wieder, die sich diesen Act ebenfalls anhörte und begeistert dabei war. Leider musste ich zum Schluss pünktlich zur Tramstation - zu früh, denn so konnte ich nicht feststellen ob nicht doch noch eine CD zu ergattern gewesen wäre?
Dennoch ein grandioser Abend, dem zwei weitere folgen sollten!