Freitag, 25. Dezember 2015

Das Musik- und Konzertjahr 2015

Ich blicke auf ein grandioses Musikjahr 2015 zurück. Vor allem die kleinen Auftritte mit oftmals viel zu wenig Publikum hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Ob am Aachener Weiher in Köln, auf dem Badeschiff in Berlin an der Spree oder bei zahlreichen Auftritten in Hamburg und Hannover - ein schlechtes Konzert habe ich nicht erlebt. Jedes blieb auf seine Art in Erinnerung.

Auch das zweite Jahr in Folge waren das "Women of the world" in Frankfurt am Main und das "Reeperbahn Festival" an der Elbe die prägenden Großereignisse. Sängerinnen wie Chäte, Venior, die Shel und Joco Schwestern waren echte Entdeckungen, Acts wie Kadebostany, My Baby und Lindsey Stirling die Show-Erlebnisse in diesem Jahr.

Besonders berührend Alexa Feser, mit tiefgründigen deutschen Texten, Polyana Felbel, Balbina, Helene Nissen und Emma Longard mit ihrer Herzlichkeit, June Coco und Jess Morgan mit ihrer Wärme und Nähe, Ida Gard und Leslie Clio mit viel Wortwitz und Spaß an der Musik, Tina Dico als charmante Alleinunterhalterin, Tim Vantol, Echosmith und Skinny Lister als pure Energie auf der Bühne, Lisa Mitchell als Publikumsnahe Musikerin mit Herz, Sophie Hunger und Mine als Allrounderinnen mit viel Talent, Glockabelle als Sensation der Fingerfertigkeit, Glasperlenspiel als Chartschlager, Kitty in a casket als Rock- und Showhighlight, Lylit als Stimmwunder, Suchpotenzial als Spaß und Wortwitzkombo, die Paper Aeroplanes und Penny Police mit wunderbar beruhigender Musik und natürlich Laura Carbone, als meine Musikerin des Jahres!

Ich danke Allen, die Konzerte mit mir gemeinsam erlebt haben und denen, die ich dort kennengelernt habe und freue mich auf schöne zukünftige Gigs!

Die Top 5 Alben des Jahres waren für mich:
5. "Alexanderplatz" von Georg auf Lieder
4. "Joy" von Paper Aeroplanes
3. "Seite 24" von Phela
2. "Sirens" von Laura Carbone
1. "Eureka" von Leslie Clio

Im nächsten Jahr hoffe ich auf neue Werke von Elif und Mia Diekow und bin ganz gespannt was die Geschwister von den Corrs auf die Beine gestellt haben.

Ein kleiner Ausblick auf 2016: Beginnen wird das Jahr wohl dort, wo es musikalisch geendet hat - im Kleinen Donner in Hamburg im Januar mit der Österreicherin Clara Luzia. Der Februar wird es in sich haben: zunächst die bezaubernde Aurora in Dortmund und dann mit Joco, Jess Morgan und Phela und Tex erwarten mich gleich drei Gigs in einer Woche! Ende April stehen mit Aha in Hannover und dem "Hanse Song Festival" besondere Augenblicke auf der To-Do-Liste und große Schatten wirft der Auftritt der Kultband Garbage im Mai in Frankfurt voraus!

Samstag, 19. Dezember 2015

My Baby - Kleiner Donner Hamburg

Eine überdachte Treppe zwischen "Haus 73" und der berüchtigten Roten Flora im Schanzenviertel in Hamburg führte mich hinunter in den Club "Kleiner Donner". Dunkel und rustikal mit einer Bühne, bei der man auf Tuchfühlung gehen kann und eine Bar mit fairen Preise bildeten schon eine gute Grundlage für diesen Abend.



Pünktlich um 20 Uhr kam die ein Mann Vorband samt Gitarre auf die Bühne. Der Singer-Songwriter Tim Jaacks betrat die Bühne. Zunächst erzählte er "Ich bin gestern gefragt worden, ob ich heute den Support machen könnte?" Zwischenruf aus dem Publikum "Ja und, was haste gesagt?" -großes Gelächter und volle Aufmerksamkeit "Ja, klar habe ich ja gesagt" aber er sagte auch "Ich kannte die Band My Baby vorher nicht, habe mir denn ein paar Videos der Band angeschaut und mich gefragt - was soll ich denn da?" Er sollte recht behalten, denn zum Sound von My Baby passten seine leichten deutschsprachigen Popsongs nicht. Zwar gefiel mir seine Musik, aber irgendwie fehlte einigen Songs der endgültig Kick um länger in Erinnerung zu bleiben. Wirklich schön fand ich aber die Lieder "1000 Wege" und "Grenzenlos Heimatlich", damit hat er mich denn doch für seine Musik gewinnen können - wer vielleicht reinhören mag:
Tim Jaacks - 1000 Wege und Tim Jaacks -Grenzenlos Heimatlich



Nach kurzer Umbauphase kamen Bassist und Drummer von My Baby auf die Bühne. Mein Baby sind ein Trio aus einem Hollendischen Geschwischsterpaar am Schlagzeug und Gitarre/Gesang und dem neuseeländischen Bassisten, den ich absolut genial finde, denn gerade der Bass-Sound, gepaart mit der Soulstimme von Cato van Dijck, die nun dazu kam, machen diese Musik so besonders. Mit den Worten "My Baby loves Voodoo" wurde der abend eröffnet - passend, denn zum einen heißt so ihr zweites Album und zum anderen fühlt man sich in einem Sound gefangen, der einen packt, beseelt und tanzen lässt! Ja, richtig - Tanzen! Gefühlt jeder zweite groovte, hüpfte, schunkelte oder bewegte sich sonstwie das ganze Konzert über zu einem Sound, der einen etwas einwickelt und in Hypnose versetzt. Auch die Band selbst ist voll in ihrem Element, liefert einen Song nach dem anderen ohne sonderlich viel zu erzählen.



Samstag, 28. November 2015

Lylit - Prinz Willy Kiel

Am Samstag war es denn soweit und der Hauptgrund für den Kieltrip stand an. Die Sängerin Lylit hatte ich mit Begeisterung schon beim diesjährigen Reeperbahnfestival gesehen. Auch an diesem Abend hieß die Location "Prinz Willy" und Lylit lobte es als kleine Perle.

Normalerweise, so sagte sie, spielt sie ihre Auftritte gemeinsam mit ihrem Schlagzeuger, auf dessen Begleitung musste sie an diesem Abend wegen der recht kleinen Bühne verzichten. Ich fand das an sich klasse, denn so beschränkte sich alles auf ihre Stimme und ihr Keyboardspielu und war somit viel intimer. Sie spielte Songs ihrer aktuellen EP und dem bald folgendem Album. "Unkown" und "Again" sind richtige schöne Stücke und sie ist so intensiv dabei auf der Bühne spührbar (ein anderes Wort fällt mir hier an dieser Stelle nicht ein) weil sie so ganz in ihre eigene Musik vertieft ist. Im Vergleich zu Helene Nissen am Vortag sieht und merkt man ganz deutlich viel mehr Professionalität und Routine.

Ich mag es, wenn sie zwischen den Liedern erzählt, denn dieser Wiener Dialekt ist herrlich angenehm -  würde ich sofort als Hörbüch kaufen! So erzählte sie, dass es bei ihr oft umgekehrt ist, so dass kalte verregnete Tage dazu führen, dass sie fröhliche Songs schreibt. Bei ihr hat jeder Song eine gewisse Ausdrucksstärke und ihre Stimme ist eine der Stimmen 2015 für mich, weil sie sowohl ruhig als auch laut als auch tief und hoch wundervoll bedienen kann. Das schöne bei solch kleinen Läden: Man kann sich hinterher in Ruhe mit den Künstlern  unterhalten, so auch mit Eva alias Lylit, die sich auch noch an mich vom RBF erinnern konnte und sich gefreut hat mich wieder zu sehen. Und vielleicht ist bei der nächsten Tour Hannover mit dabei, ich habe es ihr zumindest wärmstens empfohlen.

Freitag, 27. November 2015

Helene Nissen - Prinz Willy Kiel


Über das letzte Novemberwochenende hat es mich in den Hohen Norden nach Kiel verschlagen. Freitag Abend im kleinen, gemütlichen Prinz Willy in dem schon viele Künstler auf der Bühne standen, deren Namen man alle an der Kreidetafel auf der Bühne sehen konnte. Mit June Coco und Jess Morgan waren dort auch zwei Künstlerinnen, die ich dieses Jahr schon live erlebt habe.

An diesem Abend konnte ich hier die 18 Jährige Helene bei einem ihrer wohl ersten Liveauftritte sehen. Sie sang einige eigene Songs und viele Cover. So kam es, dass ich mich bei "My heart will go on" aus dem Film Titanic, gefolgt vom Amy Winehous-Song "Valerie" und "Mercy" von Duffy fühlte wie in einer Castingshow, in der dies ja alles beliebte Songs. Aber sie hat es gut gemacht und sich damit keineswegs übernommen! Ein wenig fühlte ich mich an Lilly among clouds erinnert, denn stimmlich war es super, jedoch war sie sehr schüchtern, aber süß dabei.

In der Mitte des Konzertes gab es eine kleine Pause, dass ist im Prinz Willy wohl so üblich. Gut fand ich das System dort, denn man zahlte lediglich 1,50 € Eintritt und die Künstler bekamen einen Gage über eine Hutspende, der nun  rumging.

Helene sang auch zwei Songs von Johnny Cash, von denen mir besonders ihre Version von "Cry cry cry" gefallen  hat. dabei wurde auch schnell klar, dass die Stärke ihrer Stimme bei Countrysongs liegt. Während ihres Auftritts wechselten ihre musikalischen Begleiter auf der Bühne und bei einigen Songs war sie Solo auf der Bühne, so auch bei einem der etwas zu wenigen eigenen Lieder einmalig am Klavier. Fazit: Kleiner, gemütlicher Abend und aus Helene kann echt was werden - nur Mut!

Donnerstag, 19. November 2015

Emma Longard - Bei Mehmet Hildesheim

Emma Longard hatte ich vor knapp zwei Jahren im Hamburger Knust schon mal aus Voract von Miriam Bryant gesehen und war froh sie nun im Rahmen ihrer eigenen "Million Pieces Tour" live sehen zu können.

Aber vor ihrem Auftritt kam es zu einem Treffen in einem Dönerladen in Hildesheim, wo mir Emma und Band gegenüber saßen. Später gesellte sich ein weiterer Gast an den Nachbartisch, der beim Gehen zu Emma sagte "Ihr braucht euch nicht beeilen, es ist kaum was los" - Emma meinte "Macht nix, und wenn wir nur zu viert sind." Da sagte ich zu ihr "Mindestens zu fünft" - Ich bekam ein Augenzwinkern, Daumen hoch und ein "Ich freu mich, bis gleich!" von der lockeren Hamburgerin.

Ein wenig erschocken war ich schon, dass tatsächlih nur 20-30 Leute sich eingefunden hatten. Jedoch "Klein aber fein" war nicht das erste und das letzte Mal Beweis dafür, dass Masse nicht gleich Klasse ist! Emma und ihre zwei Bandjungs spielten Songs aus ihrer EP und dem Album, was manchmal unkoordiniert, aber dennoch so echt und menschlich wirkte. Zu Beginn wollten die Boxen nicht wie gewünscht, aber sie konnte das mit ihrer charmanten Art gekonnt umspielen. Nach und nach spielte sich alles besser ein. Meine Highlights waren "Ocean" und die wundererschöne Soloversion vom Albumtitle "A million pieces", hier im Video:

Freitag, 13. November 2015

Jess Morgan und Paper Aeroplanes - Sumpfblume Hameln

Dies wird, so weiß ich schon zu Beginn meiner Schreiberei, ein Post über eines der bisher schönsten Konzerte in diesem Jahr!
Aber alles der Reihe nach, denn es begann vor ein paar Wochen als ich über das Magazin "The Pick" ein Gewinnspiel für Tickets der Paper Aeroplanes entdeckt habe. "Paper Aeroplanes" spricht Papierflugzeuge, da hat es bei mir geklingelt, denn ich hatte schon mal was von dieser Band gehört und nachdem ich in einige Songs via Youtube reingeschnuppert habe war ich schlagartig begeistert. Doch als ich auch noch weiter geforscht habe nach der Vorband, die sich als Jess Morgan entpuppt hat, war ich hin und weg und mir war klar: Egal ob du gewinnst oder nicht, DA musst du in die Rattenfängerstadt nach Hameln!

Ok, gewonnen habe ich nicht, aber für nur 12 Euro sollte ich einen richtig herzlichen Musikabend erleben. In der Sumpflume in Hameln habe ich vor einiger Zeit schon Die Happy live gesehen und und die Location ist für die Stadt schön und an diesem abend gab es zudem noch Sitzplätze, wo ich mir nach der Ankunft im strömenden Regen, einen Platz in der ersten Reihe gesichert habe.

Aber bevor ich auf das Konzert eingehe, möchte ich hier an dieser Stelle einen kleinen Rückblick einfügen. Nach meinem Besuch bei der wunderbaren June Coco hatte ich über Facebook Kontakt zu Melanie, die ebenfalls von June und ihrer Musik begeistert ist, und ich schickte ihr ebenfalls den Link zum Gewinnspiel für dieses Konzert. Ihre Antwort war ebenso genial wie lustig, denn sie benötigte kein Ticket, da sie die Band auf der gesamten Tour am Merch-Stand tatkräftig unterstützt! Hieß also: Man sieht sich dort! Ja, Musik verbindet halt.

Nun aber zum eigentlich wichtigem, der Musik. Die Britin Jess Morgan eröffnete den Abend und stand dabei alleine mit Gitarre auf der Bühne. Wunderbare, herzliche, sinnliche Musik einer Musikerin die von Null auf hundert mich sofort in ihrem Bann gezogen hat - ja, dass war Jess Morgan! Die Sängerin aus dem Norwich war für mich mehr als lediglich eine Vorband, als sie Songs ihrer EP und dem Album Langa Langa zum besten gab. "Freckles In The Sun" ist richtig schön, aber das wusste ich durch meinen Online-Schnupperkurs schon. Hinterher konnte ich mich mit ihr noch unterhalten und Jess ist wirklich Fan-nah und absolut herzlich! Danke an dieser Stelle an Melanie für das folgende Foto.

Nach relativ kurzer Pause kamen Sarah und Richard von Paper Aeroplanes auf die Bühne und wer eine riesige Show erwartet hat, der wurde echt enttäuscht....wer sich jedoch Musik erhofft hat, die das Herz berührt, die direkt und ehrlich ist, ja derjenige wurde belohnt heute in Hameln zu sein.

Was soll ich groß sagen? Wäre ich nicht auf einem Konzert gewesen, dann hätte ich mehrfach einfach die Augen geschlossen um diese schone Musik zu genießen! Hut ab, auf ihrer "Joy Tour" mit so tollen Songs wie wie "Emily" oder dem so schönen "Books", bei dem das Publikum mitsingen musste und durfte wurde mir wurde klar, dass ich eine Musikperle in diesem Jahr erwischt hatte. Im Vorprogramm lobte Jess Morgan das Publikum, welches zu Konzerten der Paper Aeroplanes geht, ja dieser Einschätzung kann ich mich an diesem Abend anschließen. Kein dummes Rumgelabber, kein Krach, sondern ein stilles Genießen der Musik und ehrlicher Applaus! Sarah Howells und Richard Llewellyn kommen aus Wales und haben eine völlig ruhige Art und so eine natürliche Ausstrahlung und zudem merkt man ihnen an, dass sie die Bühen brauchen und lieben, während Sarah´s Stimme, dass kann ich heute sagen live noch viel besser zur Geltung kommt als auf Cd. Die Musik besteht aus Gesang und dem Zusammenspiel von Akustik- und Elektrongitarre bei einigen Songs auch mit Keyboard untermalt. Die Songs sind leicht melancholisch, aber poppig genug um nicht traurig zu wirken, einfach nur schön würde ich sagen. Als Zugabe kamen beide mit Gitarre in Publikum um direkt umgeben von den lauschenden Zuhörern noch einen Song zu spielen.
Was soll ich noch sagen? Selten so schnell von zwei Acts begeistert gewesen, selten so überzeugt gewesen für ein paar Euro Teil einer tollen Tour gewesen zu sein! Zudem könnte ich mir beide gut beim Reeperbahn-Festival vorstellen.


Samstag, 31. Oktober 2015

Kitty in a casket - Die Grosse Welt Hannover

Halloween...und musikalisch auch etwas eher verrücktes stand an diesem Abend an. Es war typisch: Ich hatte mich beeilt pünktlich um acht Uhr abends bei der "Grossen Welt" in Hannovers Nordstadt aufzuschlagen und es war noch nicht einmal Einlass und der Beginn war auch erst sage und schreibe um 22 Uhr! Die Location kannte ich bisher nicht, war aber positiv überrascht, denn es war geräumiger als man es von Außen vermuten würde und von der Aufteilung recht gut durchdacht. Drinnen war alles mit Mumien, Spinnen und allerlei Deko auf Halloween eingestimmt und genau so war auch ein Drittel im Publikum verkleidet und geschminkt, ein Drittel war auf Rockabilly gestylt und der Rest waren Normalos wie ich.

Die Vorband "King Moroi" war eine rockige Rockabilly-Band die selbst schon eine ganze Stunde spielte. Für mich klangen viele ihrer Songs beim einstündigen Vorprogramm gleich, haben jedoch mit dem hervorstechenden Kontrabasssound etwas besonderes gehabt.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Glasperlenspiel - Musikzentrum Hannover

Das Musikzentrum in Hannover ist die Location in Hannover, die am schlechtesten mit den Öffis erreichbar ist und die Parkplatzsuche dort war auch nicht einfach. Zudem war das Musikzentrum beim Auftritt des Duos Glasperlenspiel ausverkauft!

Vorband waren an diesem Abend die Jungs der Essener Band Kuult. Mit deutschsprachigem Pop-Rock passten sie ganz gut in das heutige Vorprogramm. Hängengeblieben sind die Songs "Kinder der 90er" und das Lied über unsere Hauptstadt "Berlin".


Neben Carolin und Daniel von Glasperlenspiel kam dann noch eine komplette Band auf die Bühne samt Backgroundsängerin. Mit vielen Lichteffekten konnten Sie ihre bekannten Hits auf der "Tag X - Tour"
 gekonnt untermalen. Neben der aktuellen Ohrwurm-Single "Geiles Leben" waren dies vor allem "Nie vergessen" und "Echt" und mein persönlicher Lieblingssong "Paris", bei denen auch schnell das Publikum mitsingen konnte. Wie schon bei Auftritt von Kuult war zu Beginn meiner Meinung nach der Sound nicht ganz optimal, da der Bass zu stark eingestellt war. Aber man hat gemerkt, dass Glasperlenspiel nicht das erste Mal auf einer Bühne standen, sondern nach Auftritten beim Bundesvision Song Contest und als Support für Helene Fischer viel Erfahrung sammeln konnten. Ich mag ja Musiker, denen man den Spaß als Liveact anmerkt und das war an diesem Abend der Fall, der als Zugabe mit einem Medley endete.

Montag, 19. Oktober 2015

Balbina - Lux Hannover

Das Lux in Hannover war außergewöhnlich gut besucht, aber nun gut, es hatte sich mit Balbina auch eine außergewöhnliche Künstlerin angekündigt!

Aber der Reihe nach. Als Vorband spielte Okan Frei und er schaffte es, dass ich das dritte Mal in Folge eine männliche Vorgruppe sehen sollte, die mir gefallen hat. Seine Lieder und Stimme erinnert ein wenig Xavier Naidoo. Besonders gefallen hat mir der Title "Feuerwerk".



Dann endlich BALBINA! Für mich ist Balbina mit ihren Outfits,die sie ein bisschen zu einer Playmobilfigur machen und natürlich ihre einzigartige Musik ein gelungenes Gesamtkunstwerk. Vor etwas mehr als einem Jahr, durch eine Facebookempfehlung der Sängerin Elif entdeckt und bereits beim 14er Reeperbahnfestival live gesehen. Mit ihren Songs passt sie in keine Nische, es it wie eine Backmischung: Man nehme albernen Spaß, Texte mit Hintergedanken und Wortwitz, eingängige Melodien und mixe das Ganze mit ihrer ganz eigenen Mimik und Gestik und füge diese leicht tiefe Stimme mit hohem Wiedererkennungswert  hinzu, so erreicht man ein Gesamtkonzept, dass so schien es nicht nur mich in ihren Bann gezogen hat. Ihre Lieder mit Titeln wie "Montag", "Wecker" oder "Kuckuck", ja die können was, ziehen an mir aber eher vorbei. Hingegen "Nichtstun" und grade "Langsam, Langsamer" hat es mir angetan, Balbina versprüht mit "Wir sprinten in den Stillstand" irgendwie Nachdenklichkeit und gerade bei solchen Songs bewunder ich Sie, sich all diese Texte merken zu können und mit solch einer Leichtigkeit dazubieten.
Balbina redet nicht zu viel auf der Bühne, was gut ist denn so kam man in den Genuss wirklich vieler Songs, wie auch den anderen Singles u.a. "Goldfisch", einem Lied das eigentlich ums Vergessen geht.
Höhepunkt war für mich, dass sie auch Songs sang, die ihrem früheren schaffen unter dem Namen Bina entsprungen sind. So lieferte sie mit "Zauberland" eine feste Große für meine Top 2015 - einfach großartig!

Zugabe war die aktuelle, wunderschöne Single "Das IST, die Zeit ist ein Egoist" - hey, ein Song der so viel lalala enthält kann nicht schlecht sein! Richtig gelungen fand ich zudem, dass muss man auch mal erwähenn, die Mischung zwischen Instrumenten und der Stimme, auf die es überwiegend ankam war sehr gelungen.

Was soll ich noch schreiben, wer sich auf Musik einlassen kann, Texte gerne für sich interpretiert und eine besondere Künstlerin sehen und hören will, die ihr Publikum liebt, der sollte zu Balbina gehen!



Freitag, 9. Oktober 2015

Tina Dico - Pavillion Hannover

Die Chance die dänische Sängerin Tina Dico einmal live zu erleben hatten ich eigentlich schon beim Reeperbahnfestival 2014 und dieses Jahr beimWomen of the World in Frankfurt. Doch nun sollte es endlich soweit sein. Das Pavillion in Hannover hat sich meiner Meinung nach ziemlich gemausert und rausgeputzt, war an diesem Abend bestuhlt und ausverkauft!

Eröffnet wurde das Konzert von keinem Unbekanten, denn mit Mads Langer, der ebenfalls aus unserem nordischen Nachbarland stammt, stand ein jnger aufstrebender Musiker auf der Bühne. Man kennt seinen Song "You are not alone" und auch die anderen Lieder, zu denen er sich slst auf der Gitarre begleitete gefielen mir überwiegend. Er hatte ein lockeres und lustiges Auftreten und erzählte, dass er am Anfang seiner Karriere versehentlich mal auf ein Heavy Metal-Festival gebucht wurde und dort dann seine Balladen spielen musste.

Das Konzert von Tina Dico war als reines Akustikkonzert ausgewiesen und so war das Bühnenbild ganz schlicht. Tina in einem langen blauen Kleid und ihren langen blonden Haaren sah aus wie eine Elfe und auch sie spielte ganz alleine auf der Bühne. Beeindruckt hat mich das sie zeitgleich Gitarre und sogar mit dem einen Fuß die große Trommel eines Schlagszeugs und dem anderen Fuß eine Schelle bediente -  ach ja und ganz nebenbei noch gesungen hat!
Der erste Song, der mir angetan hat war das schöne Stück "One" gefolgt von "Sacre Coeur", den ich zunächst für einen Title namens Paris gehalten habe. Weiter ging es mit einem Song über ihre Heimat Kopenhagen. Das ganze Konzert hielt sie ein hohes Niveau für ein dankbares Publikum, dem sie bei der ersten Zugabe sehr nahe kam, als sie sigenend mit Gitarre durch die Sitzreihen ging. Magischer Moment!
So magsiche, dass ich leider die Titel dazu nicht sagen kann. Abschließend spielte sie als mehrfach reingerufenen Wunsch das Lied "Old friends" - sehr passend für ein gutes Ende.

Montag, 5. Oktober 2015

June Coco - Kulturpalast Linden Hannover

Der kleine, feine Kulturpalast ist eine Lokalität, die schon magische Erinnerungen weckte an ein gemütliches und ganz besonderes Konzert der Band Carrousel. Der Laden ist klein, aber durchdacht, wenn auch nicht immer so ganz gut organisiert.

Interessante Info am Rande: Hier spielen immer Bands aus Hannover als Vorband auf. So auch an diesem Abend mit dem Sänger Maciek. Mein erste Gedanke "Nicht schon wieder so ein Typ mit Gitarre!" Aber ich wurde eines besseren belehrt, denn er konnte überzeugen, selbst mich! Sein Englisch war zwar gewöhnungsbedürftig, aber seine Song gut.

Anschließend June Coco auf der Bühne! Die Sängerin fällt zunächst optisch auf: Feuerrotes Haar, lange Beine und bestechende Augen. Zunächst hat es musikalisch nicht gefunkt, aber schon beim zweiten Lied hatte sie mich voll. Mit einer gelungenen Mischung aus Jazz, Blues und Pop präsentierte die Wahlleipzigerin die Titel ihres Erstlingswerks "The Road". Erneut ein "Magic-Moment" ergab sich als sie den Song "Letter" spielte, den ich vorher nicht kannte, der aber einfach was in mir ausgelöst hat.
Da sie und ihre Band eben dieses Lied hinterher in den Straßen von Hannover gespielt haben, will ich es hier festhalten: June Coco - Letter (auf Youtube ansehen)

Aber auch die Lieder "Welcome back blues" und "Delia" waren kleine Highlights an diesem Abend. Mit der Ballade "Romeo´s late" wurde das Ganze als Zugabe noch abgerundet. Die winkende Katze, die man zu Beginn des Videos sieht, stand auch auf der Bühne und begleitet June auf ihrer ganzen Tour als Markenzeichen. Beim kleinen Gespräch hinterher fiel mir zudem noch auf, was ich schon im Konzertrahmen so empfand: June hat eine unheimlich warme, angenehme Sprechstimme, der auch gerne lauscht!

Samstag, 26. September 2015

Reeperbahn Festival - 4. Tag, Samstag 26.09.2015

Der letzte Festivaltag am Samstag ist gar nicht so vollgepackt wie man vielleicht annehmen würde. Denn der Nachmittag war wie im Vorjahr schon nicht so mit Auftritten belegt, wie an den zwei Tagen zuvor.
Das erste Highlight war gleich unser Frühstück, als plötzlich am Nachbartisch Leslie Clio neben uns Platz nahm!  Es sollte sich an diesem Tag ergeben, dass ich zwei Acts gleich zweimal sehen konnte.
PENNY POLICE, JAMES GRUNTZ, SEED TO TREE, SHEL, MY BABY
Ab 13:15 Uhr
Festival Lounge im Arcotel Hotel
Unter dem Motto „Best of showcases“ startete der Tag zur Mittagszeit mit fünf kleinen Auftritten zu jeweils 15 Minuten in der Lobby des Festivalhotels. Der Vorteil dort: Es ist offen und hell,  so dass man wunderbar Bilder machen konnte. Der Nachteil ganz klar, dass dort viele Hotelgäste und extrem wichtige Verantwortliche dauernd rumgerannt sind und sich unterhalten haben. Aber man hatte eine prima Sicht auf die kleine Bühne und es bot sich allen die Möglichkeit hier in kurzer Zeit in die Lieder reinzuschnuppern.
Den Anfang machte Penny Police, deren schöne, ruhigen Songs ich ja bereits am Vorabend genossen habe, gefolgt von James Gruntz, der mir erstaunlich gut gefallen hat und stark an Jamiroquai erinnerte.
Die Band „Seed to Tree“ aus Luxemburg fiel mir hingegen mit ihrem Indie-Folk nicht sonderlich auf. Vielleicht lag dies daran, dass mit SHEL mein Tageshighlight schon in den Startlöchern stand und auch „My baby“ ein schöner Abschluss war. Da ich beide Bands ebenfalls noch am Abend sehen sollte, folgen die Beschreibung und Bilder weiter unten.
 
PINS
 
17:00 Uhr
 
Molotow Innenhof  
Nach längerer Pause ging es im Molotow weiter. Da wie erwähnt an diesem Nachmittag zeitgleich kaum etwas stattfand war es ziemlich voll im Hinterhof des Molotow. Bei Pins handelt es sich um eine vierköpfige Girl-Rock-Band aus Manchester, deren Auftritt kürzer war als im Programm angekündigt. Gut gefallen hat mir der letzte Song, der sich als rockiges Cover von Cyndi Lauper´s „Girls just wanne have fun“ entpuppte.   
MADJO / DOTAN
19:00 Uhr
Astra-Bühne / Reeperbus
Nun war deutlich zu merken, dass viele Partygänger auf die Reeperbahn strömten, denn der Spielbudenplatz war eine einzige Menschenmenge. Zunächst ging es zur Farnzösischen Popsängerin Madjo, die allerdings ziemlich kurz angebunden gerade einmal zwei Songs spielte und recht unglücklich mit der direkt an der Straße  gelegenen Astra-Bühne war. Dadurch konnte ich denn noch den eigentlich zeitgleichen Auftritt des Hollenders Dotan hören. Wobei das hören schwer war, denn wegen der großen Ansammlung am Reeperbus konnte ich seinen Hit "Home" nur schlecht und aus der Ferne hören.
KIM CHURCHILL
19:45 Uhr
Knust


Ach ja, endlich im Knust - wie ich finde eine gelungene, durchdachte Location an der Feldstraße. Hier spielte der Australier Kim Churchill lange Zeit den Alleinunterhalter und das machte er gut, indem er alleine Gitarre, Mundharmonika und einer Trommel bespielte und ganz nebenbei noch singen musste. Einen schwungvollen Folk legte der Surfertyp hin und wurde zum Ende hin noch von zwei Bandmitgliedern an Trompete und Trommeln unterstützt.


DU BLONDE 

21:15 Uhr

Knust

Die Indie-Rockband "Du Blonde" aus Newcastle hätte gar keine bessere Sängerin haben können als die Strohblonde Beth Jeans Houghton. Besonders auffällig für mich waren die Songs "Black flag", "Four in the morning" oder aber das eher ruhigere Stück "Hunter". Wie bereits bei Kim Churchill zuvor, war auch hier ein TV-Team vom WDR-Rockpalast anwesend. 






MY BABY
22:30 Uhr
Pooca Bar
Nein, auf dem Bild ist es nicht halb elf, denn die Fotos wie auch bei SHEL stammen aus der Hotellounge am Mittag. Am Abend war es auch kaum möglich Bilder zu machen, denn die kleine Pooca Bar war bei My Baby gefüllt wie eine Sardinenbüchse! Mittags konnte man Sängerin Cato van Dijck und den Gitarristen bereits mit ein paar Akustiksongs erleben. Das war "ganz ok". Aber am Abend mit E-Gitarren und kompletter Besetzung war das ein völlig anderer Sound! Und was für einer! Um das zu beschreiben zitiere ich mal die Festival-Internetseite "Ihren Sound nennen sie Delta-Trance-Louisiana-Dub-Indie-Funk" - ja, dass wollte ich auch gerade sagen. Ihre Songs haben mich echt gepackt, in Trance versetzt und es wirkte, als würde jeder Song zehn Minuten dauern. 
Es wurde getanzt und gesprungen, soweit es der Platz noch ermöglichte. Um selbst mal einen Eindruck zu gewinnen, wie sich My Baby aus den Niederlanden anhören empfehle ich den "Mad Mountain Thyme" oder, was mir lange im Ohr blieb, das Lied "Uprising" -> Hier gehts zum Youtube-Video!

My Baby als Live-Erlebnis - gerne wieder! 




SHEL
23:50 Uhr

Pooca Bar

Jetzt hieß es "bloß nicht die kleine Bar verlassen!", jetzt stand mit SHEL wieder ein "must have" auf meinem Zettel. Auch die Nashville-Schwestern hatten wir bereits mittags schon kurz gesehen. SHEL steht für die Schwestern Sarah, Hannah, Eva and Liza die durch ihre Jugendliche Frische, wunderschönen Folk-Pop mit Geige und Weiblichkeit viel vereinigt um für mich dieses Jahr ein Highlight zu stellen! Die Mädels haben Spaß an dem was sie machen, sind nicht immer hochprofessionell, müssen sie aber auch nicht, denn man hat immer nur Augen für eine der vier und Ohren für die schönen hamonischen Klänge. 
 
Sängerin Eva mit Sernchentattoo unterm Auge fällt mit ebenso langen Beinen wie ihre Schwester Hannah am Keyboard auf. Doch eigentliche Bandleaderin scheint Sarah an der Geige zu sein, denn nur sie spricht mit dem Pulikum und weist die aderen an. Die wahrscheinlich jüngste im Bunde Liza spielt auf der Trommel und überrascht mit Beat-Box! Sicher, sie erfinden den Folk nicht neu, aber beim hören möchte man mit zurück in die Südstaaten reisen und den Blues und Folk direkt dort hören, denn es ist "real" und mit viel Gefühl! Ein ganz gelungener Abschluss,wenn man sich vierfach verliebt...in der Hoffung das die Mädels mal wieder über den großen Teich kommen! Als Abschluss hier SHEL mit "Lost at Sea":




Freitag, 25. September 2015

Reeperbahn Festival - 3. Tag, Freitag 25.09.2015

Der Freitag sollte der wohl längste Tag des Festivals sein. Die Füße  qualmten noch, als ich mich schon um 11 Uhr auf den Weg machte um von Anfang an dabei zu sein. Heute lag der Schwerpunkt erneut bei den Kanadiern im Kukuun.

Donnerstag, 24. September 2015

Reeperbahn Festival - 2. Tag, Donnerstag 24.09.2015

Der zweite Tag des Festivals sollte unter dem Motto „Canadian Blast viele Acts aus dem Land mit dem Ahornblatt bereithalten und mit vielen tollen Frauenstimmen am Abend enden. Doch zunächst begann alles zur Mittagszeit am anderen Ende der Reeperbahn  im Molotow. Das Molotow bildete mit dem Hauptraum, der Skybar, dem Karatekeller und einer Außenbühne im Innenhof gleich vier Locations, so dass zumindest in einer davon immer Livemusik zu genießen war. Dort waren an diesem Tag zahlreiche Musiker aus Holland am Start. 

 TIM VANTOL


12:30 Uhr

Molotow


Den Musiker aus  den Niederlanden konnte ich Anfang April bereits vor Skinny Lister sehen und so kamen mir einige Songs schon bekannt vor. Mit seinem Singer-Songwriter-Rock fungierte er um diese frühe Zeit als richtiger Wachmacher und das Molotow war auch schon gut besucht. Ebenfalls im Publikum waren die männlichen Mitglieder der Band Heimatt. Erstaulicherweise klappte aber das Mitingen bei „Nothing“ schon ganz gut, was vielleicht auch an der kostenlosen Whiskey-Verkostung lag.

 

FOLLY AND THE HUNTER 


14:00 Uhr

Kukuun


Der erste Kanada-Export war die vierköpfige Indie-Folk Gruppe aus Montreal. Ihre Songs sind eher etwas ruhiger, aber gehen sehr angenehm ins Ohr. Der Sänger der Band erinnert mich optisch an Adam Sandler.





HALF WAY STATION

15:00 Uhr

Molotow Skybar


 






Wie so oft beim Reeperbahn Festival entscheidet man sich spontan noch einen Act live zu erleben und so ging es auch nach einem Blick auf den Plan kurzerhand in die Skybar vom Molotow.
Das holländische Quintett spielte einen nicht so genau definierbaren Mix aus Indie, Folk und Rock. Während die männlichen Bandmitglieder an den Instrumenten alle samt schrille schwarz-weiße Outfits mit bunten Socken  trugen, tanzte Sängerin Elma auf der Bühne und im Publikum. Die Musik war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, gefiel mir jedoch von Lied zu Lied mehr, so dass am endet das Album Dodo in meinem CD-Koffer gelandet ist. 



BOMBAY

15:30 Uhr

Molotow


Zack – eine Etage tiefer – nächste Band! Bombay hatte mit Indien nichts zu tun, denn hier erwarte das Publikum ein Trio aus Amsterdam das mich, wie schon in der App zum Festival
beschrieben teilweise an die Blood Red Shoes erinnert, auch wenn diese zu zweit sind. Im Gegensatz zu den Blood Red Shoes konnten mich jedoch Bombay nicht so ganz überzeugen.

Mittwoch, 23. September 2015

Reeperbahn Festival - 1. Tag, Mittwoch 23.09.2015


Das Festival auf der roten Meile feierte in diesem Jahr 10.-Jähriges Jubiläum und es war mein zweiter Besuch dieses tollen Festes. Bereits auf dem Heimweg im letzten Jahr war klar, dass das Reeperbahn Festival ein Pflichttermin für mich ist! Verteilt über mehrere Clubs auf St. Pauli und dem Zentralen Anlaufplatz auf dem Spielbudenplatz mit Außenbühnen und dem neuen Klubhaus St. Pauli, in dem mit Kukuun, dem Bahnhof und Spotify Trendsetter Club (auch Häkken genannt) einige Locations beheimatet waren. Den Besuchern wird an vier Tagen eine gewaltige Menge Musik aus vielen verschiedenen Stilrichtungen geboten, so dass man täglich die Qual der Wahl hatte. Das Festival versteht sich überwiegend als Plattform für Newcomer, aber auch ein paar alte Hasen und größere Namen sind jedes Jahr dabei. Untergekommen sind wir in diesem Jahr im Hotel&Hostel "Superbude St. Pauli", wo es uns gut gefallen hat und unser Hotel wird später noch Erwähnung finden! Ein bisschen lief das Festival für mich unter dem Motto "Abenteuer eines männlichen Groupies".



JOCO

Am Reeperbus

17:15 Uhr








Hinter dem Duo "JOCO" verbergen sich die Schwestern Josepha und Cosima, die in Hamburg ein Heimspiel hatten und der erste Act waren den wir live erlebt haben. An Keyboard und Drums und mit sehr gut aufeinander abgestimmten Stimmen harmonisierten die beiden am Reeperbus des Radiosenders N-Joy. Drei englischsprachige Songs ihres ersten Albums „Horizon“durften wir lauschen, dann mussten die beiden ziemlich großen Schwestern die Bühne für den nächsten Act räumen...aber ich denke, man wird von ihnen hören!

Mittwoch, 8. Juli 2015

Lindsey Stirling – Gilde Parkbühne Hannover


Die Gilde Parkbühne in Hannover bot an diesem Abend gut 3200 Zuschauern Platz für eine Show der besonderen Art. Einen Auftritt von Lindsey konnte ich bereits vor gut 1,5 Jahren im wesentlich kleineren Hamburger Stage Club bewundern, dieser Abend sollte es jedoch toppen. Schon beim Aufbau des Bühnenbildes mit großem Vorhang, der auch als Leinwand diente, und den Stellwänden wurde klar, dass nicht nur die Musik sondern auch viel visuelles eine große Rollen spielen würde.  

Doch zunächst eröffnet der amerikanische Singer/Songwriter Ed Prosek den abend, der passend zu seiner Heimat San  Francisco den Song "California" dabei hatte. Um einiges besser gefällt mir jedoch sein Lied "Hold on tight" mit einem schön eingänigen Refrain.

Den Anfang des eigentlichen Konzertes machte die Geigerin und ihre Musikerkollegen noch ohne große Showeinlagen und auch zwischendurch gab eine mehr oder weniger spontane Jamszessen. Der Großteil war aber Unterhaltung vom Feinsten, mit zahlreichen Verkleidungen von Zombies über Piraten bis hin zum Wilden Westen (Roundtable Rival) schmissen sich Miss Stirling und ihre vier Tänzerinnen in die passenden Kostüme. Wer ihre Musikvideos kennt wusste so schnell, welches Lied einen nun erwartete. Auch ein Medley fast all ihrer Videospiele-Cover hat sie untergebracht und über die Leinwand flimmerte Lindsey dazu in den Kostümen aus Zelda und Skyrim. Selbstverständlich durften mit „Crystallize“ und „Shatter me“ ihre wohl bekanntesten Lieder nicht fehlen. Das ganze Konzert war gut durchgeplant, manchmal vielleicht schon zu professionell, aber immer großes Kino! Wie sie tanzt und Geige spielt, vermittelt so viel Anmut in Leichtigkeit verpackt, dass es eine Freude ist ihr dabei zuschauen und zuhören zu dürfen. Interessant war auch, dass vom Enkel bis zum Opa, vom Gamer bis zum Metalfan ein ziemlich bunter Haufen im Publikum zusammen kam.   

Die Onlineausgabe der Berliner Morgenpost beschreibt den Abend bei Lindseys Tour-Auftritt in der Hauptstadt so passend mit den Worten: "Noch immer ist kein Name gefunden worden für das, was die Amerikanerin mit ihrem Publikum anstellt." (Berliner Morgenpost, 08.07.2015, Autor Felix Stephan)

Freitag, 3. Juli 2015

Polyana Felbel - Kulturdeck am Aachener Weiher Köln

Norweilerweise hätte ich Polyana schon vor ein paar Jahren im Rahmen der TV-Noir Konzerte live in Hannover gesehen, aber dieser Auftritt musste damals leider Krankheitsbedingt abgesagt werden. Danach wurde es ruhig um sie, bis dann die Ankündigung zum EP-RELEASE-KONZERT in Köln kam. Der Weg runter an den Rhein hat sich absolut gelohnt! Ort des Geschehens war eine kleine Bühne in Biergartennähe am Fuße des Aachener Weihers. Das Wetter spielte mit an diesem Abend und so kam ich in den Genuss eines Sommerkonzertes mit viel persönlicher Note. Polli sang die Stücke ihrer eigenen EP, wobei mir sofort "Frozen in lights" sehr positiv auffiel und auch der Titel "Run" wusste auf Anhieb zu gefallen. Ausgeschmückt hatte sie ihrer Auftritt auch mit Covern, u.a. dem Gänsehautsong "Strong" von London Grammar.
Der Vorteil des Abends war auch gleichzeitig der Nachteil, zum einen kamen spontan Leute vorbei, lauschten, und kauften ihre EP, zum anderen waren durch die Picknicker am See und dem Biergarten leider auch einige da, die für diese tolle Musik wenig übrig hatten. Aber der Anteil der Musikliebhaber war eindeutig in der Überzahl!

Ein paar Kölsch später war der heiße Konzertabend leider schon vorbei und ich hatte die Möglichkleit neben CD-Erwerb und Posterkauf einige Worte mit der tollen Künstlerin zu wechseln. Mein Fazit: Polyana Felbel ist eine Musikerin mit ganz viel Herz und Seele und ganz genau so bleibzt mir dieser Abend auch in Erinnerung, als ein ein schöner Auftritt mit zanz viel persönlicher Note und dem gewissen Etwas!




Donnerstag, 18. Juni 2015

Sophie Hunger – Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin

Die Schweizerin Sophie Hunger ist seit Jahren auch in Deutschland bekannt und beliebt, eine Karte konnte ich für ihren ausverkauften Gig in der Hauptstadt
nur noch über Eventim-Fansale ergattern. Die Location, eine große Halle auf dem Gelände einer Berliner Brauerei war Klasse, schön rustikal-urig und durchdacht aufgebaut.
Als Voract konnte man den Kanadischen Sänger Mark Berube auf der Bühne sehen, der unter anderem den schönen Song "Russian dolls" sang.

Sophie Hunger kam anschließend im klassischem „Kleinen Schwarzen“ auf die Bühne und legte recht abwechslungsreich mit englischen und deutschsprachigen Texten los und auch ein Französischer Song war dabei. Während sie von einer sehr guten Band begleitet wurde, wechselte sie selbst zwischen Keyboard, Klavier und Gitarre genau so oft wie zwischen ruhigen und schnelleren Nummern. Über die verschiedenen Titel kann ich wenig sagen, aber ihre Musik versprüht eine Vielfalt, der man immer lauschen möchte um ja nichts zu verpassen. Bis zu diesem Tag war mir Sophie Hunger musikalisch nur oberflächlich ein Begriff und ich konnte wenig über ihre Musik sagen, aber allerspätestens beim wunderschönen „Walzer für Niemand“ änderte sich dies. Ein Song auf den irgendwie jeder im Saal gewartet hatte. Nach ein paar Zugaben entließ sie das bunt gemischte Publikum und meine Musiksammlung war um ihr „Mondays Ghost“-Album reicher und weitere werden sicherlich bald folgen.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Lisa Mitchell – Badeschiff Berlin Escobar Sun Deck

„Juhu“ Oder besser gesagt „Wah Ha“ Lisa Mitchell hatte sich für nur einen einzigen Auftritt in Deutschland angesagt und da wollte ich natürlich dabei sein. Zum Glück habe ich mir sofort eine Karte bestellt, denn es war ausverkauft. Ort des Geschehens war ein großes Sonnendeck am Badestrand des Badeschiffs an der Spree. Eine ziemlich außergewöhnliche Stelle um ein Konzert zu erleben, aber für diesem Abend und die Musik, die zu erwarten war, einfach perfekt. Zudem spielte auch das Wetter an diesem Tag mit, so dass sich ein chilliger Abend entwickelte. Den Auftakt machte die Berliner Musikerin Janine Villforth, die zusammen mit einem Gitarristen einige schöne Akustiksongs spielte, denen man sehr angenehm lauschen konnte. Ihre Musik passte optimal zum seichten Soul-Pop von Lisa Mitchell, die sich beim Auftritt ihres Voracts selbst völlig unkompliziert unters Publikum gewagt hatte. Noch unscheinbar in Jeans und mit Sonnenbrille, aber dennoch wurde sie schnell entdeckt. Ein großer Pluspunkt für so viel Fannähe.

Später erschien sie dann im langen Silber-glänzendem Rock und Lederjacke auf der groß "Mitchell" stand. Dafür das Lisa schon lange im Geschäft ist hatte ihr Auftritt etwas herrlich unprofessionelles leichtes irgendwie. Viele ihrer Songs wurden nicht nur von ihrem Musikerkollegen begleitet, mit dem sie sich an Keyboard und Gitarre abgewechselt hat, sondern kam oft auch aus einem kleinen Kassettenspieler. Aber: Hätte man das nicht gewußt, man hätte es nicht gehört! Einer der ersten Songs war das schöne "Coin laundry" (ich liebe das Video dazu - die Männermotivation nach verlorenen Socken zu schauen). Später kam noch die aktuelle Single, das seicht gehauchte "Wah ha" und "I remember love", was sich sofort als Ohrwurm in meinem Gehörgang eingenistet hat. Leider wird das Lied erst später veröffentlicht, ich muss mich also leider noch gedulden. Als einzige Zugabe, wie sollte es anders sein, kam "Neopolitan dreams" in einer a capella - Version. Und schon war eines dieser "Die ganze Zeit ein Lächeln auf den Lippen" - Konzerte auch schon vorbei. Anschließend ergab sich danach die Chance eine Foto mit Lisa zu bekommen. Somit ein wunderschöner Abend und das für unter 15 Euro - Top!


Donnerstag, 11. Juni 2015

Glockabelle - Feinkost Lampe Hannover

Die Feinkost Lampe in Hannover Linden findet man kaum, wenn man nicht weiß, wo man hin muss. Über einen kleinen Hinterhof geht es in den Musikkeller im Stil irgendwo in den 60er Jahren. Hier durfte ich bereits die wundervolle Caroline Keating kennenlernen und bekam nun den Tipp, dass der Auftritt der aus New York kommenden Fanzösin Glockabelle etwas für mich sein könte.
Zu Beginn gleich die Kritik: Der Beginn sollte um 21 Uhr sein und war tatsächlich erst um 21:45 Uhr und irgendwie schien das für alle normal zu sein, denn viele erschienen erst zum späten Beginn.

Der Name Glockabelle setzt sich zusammen aus "Glockenspiel" und ihrem Vornamen Annabelle. Ihre Musik, ganz ganz schwer zu beschreiben, deshalb bediene ich mich hier mal ihrer Selbstbeschreibung auf Facebook: French art punk, Synthpop und Glockrock. Kann man sich nichts drunter vorstellen? Richtig, muss man gehört und vorallem erlebt haben! Annabelle, die zusammen mit Ihrem Drummer im Katzenkostüm auf der Bühne war, wirkte eher zurückhaltend und niedlich. Während ihr Katzen-Schlagzeuger sich wild ins Zeug legte flogen ihre Finger nur so über die zwei kleinen 80er-Jahre-Keybords von Casio. Dazu hauchte und quikte sie französiche Texte und spielte auch einen Beethoven-Bach-Mix. Das alleine war schon besonders, der Wechsel vom Keyoard zum Glockenspiel, welches sie mit Fingerhüten auf den Fingerkuppen bespielte gab dem Ganzen eine ganz außergewöhnliche Note. Sowas habe ich vorher noch nicht gesehen. Zwischen den Songs erzählte sie einiges, unter anderem von der Problematik beim Zoll am Düsseldorfer Flughafen "No Weapon, it´s a Glockenspiel". Ihre Lieder haben recht Sinnfrei Titel wie "Washing Machine" und "Wolf BBQ", passen aber zu ihr. Auch die Melodie eines Spiels gab sie zum besten, welches vom Publikum schnell als der Tetris-Sound erkannt wurde.

Der Abend war teilweise skurril, lustig und so einzigartig, dass ich sagen würde "Das war Kunst!".

Freitag, 29. Mai 2015

Leslie Clio – Mojo Club Hamburg

Endlich! Nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen das letzte Konzert von Leslie, damals in Bielefeld, nicht gesehen habe, konnte ich sie nun live erleben. Und vielleicht auch besser so, denn neben ihrem ersten Werk „Gladys“ spielte sie nun auch viele Stücke von „Eureka“, dem bisher besten Album 2015 für mich persönlich!

Als Location stand diesmal der Mojo Club am Anfang der Hamburger Reeperbahn auf dem Plan, ein Club, den man mal erlebt haben muss. Der gesamte Komplex liegt unterirdisch und ist über zwei große Flügeltüren, die aus der Erde ragen zu erreichen. Über die erste Wendeltreppe gelangt man in die Empore und durch die zweite in den Vorbereich der Bühne, so dass es einem vorkommt wie in einem Schneckenhaus. Die Räume waren mit gelen Wimpelketten und Abereißzetteln ala "Suche Nebenjob" gestaltet, nur anstelle der Jobangebote mit den Songtiteln des neuen Albums bespickt.

Pünktlich um 20 Uhr startete mit Jonathan Kluth und seiner Gitarre die One-Man-Vorband. Nun ja, eher nix für meinen Geschmack, sondern eher so Typ lodderiger Straßenmusiker. Es folgte meine geliebte Umbauphase und danach legte Leslie Clio mit „Eureka“ und „Told you so“ los und versprühte gleich viel gute Laune im Publikum. Dieses Level konnten sie und ihre Band bis zum Ende halten. Natürlich durften auch “I Couldn’t Care Less“ und ihre aktuelle Single „My Heart Ain’t That Broken“ nicht fehlen. Insgesamt spielte sie sehr viele Songs, erzählte aber relativ wenig. Bei „Fuck what they told ya“ ersparte sie es sich mehr zu erzählen, da diesmal, bei ihrem Heimatkonzert, auch die eigene Familie anwesend war.
Als dritte Zugabe konnte sie sich der lautstarken Bitte aus dem Publikum nicht erwehren und sang a capella „Island“ nur begleitet durch das Fingerschnipsen des Publikums. Als ich schon fürchtete, ich würde auf meinen Lieblingssong verzichten müssen, kam „Make things better“ als vierte und letzte Zugabe und rundete den perfekten Abend ab. Eine zusätzliche Krönung war, dass ich anschließend ein Poster ergattern und dieses von ihr signieren lassen konnte.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Women of the world Festival 2015 - Gibson & Sant Peter Frankfurt

Nach tollen Eindrücken beim WotW-Festival im vergangenen Jahr mit 2Raumwohnung, Wallis Bird und Cäthe hatte ich mich entschlossen in 2015 das gesamte Festival auf meiner Urlaubsreise mitzunehmen. Durch den Kauf des Fesitvalbändchens war es möglich an allen vier Tagen Konzerte zu besuchen und an fast allen Tagen gab es die Qual der Wahl zwischen interessanten Acts. Dabei konnte man alle Stehplatz-Gigs besuchen, die Auftritte in den größeren Räumlichkeiten mit Sitzgelegenheit wie der Frankfurter Oper waren im Ticket nicht inbegriffen.

Mapei, Seinabo Sey - Ella Eyre - Mittwoch, 13.05.2015 – Gibson Frankfurt
Der Einlass lief an diesem, wie auch an den folgenden Tagen völlig Problemlos und schnell ab. Der Gibson-Club liegt direkt auf der Haupteinkaufsmeile Zeil unter H&M. Beschreiben würde ich die Lokalität in etwa als rustikale Konzert-Disco, die an diesem Abend sehr gut besucht war. Unverschämt fand ich den Preis von 4,50 € für ein 0,3 Bier und ähnlich Hohen Kosten für Cocktails und Co., die jedoch weder mich noch die anderen Besucher von der Bar fern hielten. Den Anfang machte Mapei mit recht stimmgewaltigem Soul und R&B und lockerte sie das überwiegend junge Publikum auf. Die Songs der Amerikanerin waren mir jedoch genau so unbekannt wie der gleich darauf folgenden Schwedin Seinabo Sey, die sich zwar kaum auf der Bühne bewegte, aber eine besondere Aura versprühte. Ihre Songs waren einen Schritt ruhiger, aber kraftvoller und man verspürte die afrikanischen Einflüsse. Beide Künstlerinnen wären sich musikalisch recht ähnlich und passten in den Rahmen als Voracts zu der Britin Ella Eyre. Ella wurde im Programmheft als "New Pop"-Newcomerin bezeichnet und ich würde sagen, dass sie tatsächlich in diese Schiene der modernen Musik um Rihanna und ähnliche Sängerinnen paßt und ziemlich viel Energie versprüht. Zu ihren Songs tanzte der symphatische Lockenkopf zusammen mit zwei Tänzerinnen und war ein gelungener Abschluss des ersten Festival abends. Im Ohr blieb mir noch lange danach ihr Song "Together".

Kovacs, Alin Coen Band - Donnerstag, 14.05.2015 - Sankt Peter Frankfurt
Der erste von drei aufeinanderfolgenden Abenden in der Jugend-Kultukirche St. Peter, einer wirklich schönen Konzertlocation mitten in Frankfurt. Den Anfang machte die Holländerin Kovacs, die mit ihrem Bärenkostüm, dunkler Bühnengestaltung und eingenebelter Bühne die Zuschauer in ihrem Bahn zog. Eine starke, tiefe Stimme, ein bisschen verrucht und eine Band samt Geigen und Kontrabass setzen ihre Soulsongs gekonnt in Szene. Vor allem ihr "My love" passt dazu wie die Faust aufs Auge. Außerdem gab sie ein Cover von "Cool Kids" von Echosmith zum besten, welches nur von Geige und Keybord begleitet völlig neu interpretiert wurde.
Das Bühnenbild von Alin Coen und ihrer Band war anschließend völlig schlicht, sie überzeugte aber mit vielen schönen und bewegenden Liedern. Während im ersten Teil des Konzertes noch überwiegend engliche Songs auf der Playlist standen, gefiel mir der Auftritt in der zweiten Hälfte mit mehr deutschsprachigen Liedern besser. Die Sängerin Mia Diekow würde sagen "Ohrenküsse" und meine Ohrenküsse des Abends waren "Einer will immer mehr" und das bewegende "In andere Hände", einem Song über eine Mutter die ihr Neugeborenes in eine Babyklappe und somit in andere Hände gibt.

Dena, Nightwash Naughty Girls - Freitag, 15.05.2015 - Sankt Peter Frankfurt
Der zweite Tag in der Kirche, diesmal jedoch nur in den kleineren Räumlichkeiten vom St. Peter. Den Abend eröffnete die Berliner Dena, die mit modernem Sound musikalisch den Abend eröffnete. Ihre Songs lassen sich als ehstes als "Crossover" bezeichenen.
Danach eröffnete die Gastgeberin Tahnee den lustigen Teil, indem sie zu Beginn und zwischen den Acts Heidi Klum perfekt imitierte oder über ihre lesbische Liebe und die erste Vorstellung der Freundin bei den Eltern berichtete. Mit der US-Amerikanerin Tamika Campbell ging es denn richtig los. Ihre Erzählungen aus New York-City, dem was Amerikaner von uns Deutschen denken und Witze über Hautfarbe und Ebola-Land sorgten für viele lachende Gesichter. Als nächstes berichtete Lena Liebkind über ihr Problem als Ukrainerin weder Model noch Gewichtheberin geworden zu sein und dem Fütterungszwang einer Osteuropäischen Mutter. Doch der syphatische Rotschopf war nicht der letzte Act, es wurde alles noch von Arianne und Julia von Suchtpotenzial getoppt! Mit Songs wie "Penisneid" und "Frau sucht Bauer" machten sie ihrem Motto "Musik von Besoffenen für Besoffene" kurz Alkopop alle Ehre. Genial war auch "Wenn mein Leben ein...wär" wo nach und nach Musical, Heimatfilm oder Oper eingefügt wurde mit entsprechender musikalischer Untermalung von Adrianne am Keybord und passendem Gesang. Als es denn hieß "Wenn mein Leben ein Gangster Rap wär" und sie sich die Masken von Cro und Sido überzogen, kannten die Lachmuskeln kein halten mehr. Die beiden live zu sehen kann ich jedem mit Sinn für Humor nur empfehlen!

Mine, Kabebostany - Samstag, 16.05.2015 - Sankt Peter Frankfurt
Die Mannheimerin Mine überzeugte vor nicht ganz vollen Rängen vom ersten Moment an mit ihrem wundervollen deutschen Sprechgesang. Mine sieht mit ihrer großen Brille nicht aus wie ein Star, könnte es aber werden, obwohl ihre Songs immer etwas anders sind. Doch "Ziehst du mit" und der "Mond lacht über uns" sorgten dafür das ein wirklich tolles Konzertpublikum, dankbar an ihren Lippen hing.
Der letzte Auftritt des Festivals war Kadebostany vorbehalten. Die Band, die eigentlich aus der Schweiz kommt versteht sich jedoch eher als Regentschaft eines eigenen Staates mit Fantasyuniformen von Offizieren in Form eines Trompeter und Saxophonspielers. Zusätzlich mit dem "Präsident" von Kadebostan und der Sängerin Amina legten diese eine Show hin, die ihres gleichen sucht. Mit diversen Musikeinflüssen aus Pop, Soul und Rap gemischt tollen Lichteffekten, Drums und dem besonderen Istrumenten der Offiziere entwickelte dich ein unvergleichlicher Sound und eine Show von der ich absolut begeistert war! Songs wie "Jolan" und das eher ruhige, aber wunderschöne "Castle in the snow" haben großes Hitpotenzial bzw. sind es in anderen Ländern längst. Wer sich überzeugen möchte:
https://www.youtube.com/watch?v=ZQaBcNI_AoM
Fazit: Vier Abende mit guter Unterhaltung für insgesamt unter 60 Euro mit viel neuer Musik - gerne wieder!

Donnerstag, 30. April 2015

Echosmith – Grünspann Hamburg

Das Konzert von Echosmith wurde bereits vor Monaten vom kleinen Indra in das benachbarte, größere Grünspann verlegt. Der Top-10-Hit „Cool kids“ hat zum einen dafür gesorgt, dass es ausverkauft war und zum einen ein überdurchschnittlich junges Publikum angelocktt. Leider schien es irgendwie bei der Organisation Probleme zu geben, denn der geplante Einlass ab 18 Uhr und frühe Beginn um 19 Uhr konnten nicht realisiert werden. Bei meiner Ankunft auf der großen Freiheit um viertel vor sieben hatte man noch nicht einmal mit dem Einlass begonnen und es sollte sich auch noch um eine weitere halbe Stunde verzögern. Das hatte zur Folge, dass beim Beginn der Vorband gerade mal die Hälfte der Besucher im Innenraum war. Die „Alvarez Kings“ klangen gut, leichter britischer Pop-Rock der dem Publikum gefiel.

Echosmith betraten denn, nach kurzer Pause, die Bühne und versprühten viel gute Laune. Den jungen Musikern sieht man ihr Alter an, aber durch ein sehr professionelles Auftreten merkt man davon nichts. Allem voran Sängerin Sydney Sierota hat eine tolle Bühnenpräsents und weiß schon wie man mit dem Publikum spielen kann. Viel Deko, Lichteffekte oder Hintergrundbilder gab es nicht und man hätte oft meinen können, man befinde sich auf dem Abschlussball einer Teenie-Komödie, was vor allem Songs wie „Tell her you love her“ und der Albumtitle „Talking dreams“ wiederspiegeln. Das meine ich aber durchaus Positiv! Die Stimmung war gut und ausgelassen, das Publikum zufrieden, einzige Kritikpunkte waren die Länge von gerade mal einer guten Stunde inklusiver einer Zugabe und das recht wenig erzählt wurde. Für einen Preis von unter 15 Euro kann man jedoch absolut nicht meckern und ich würde diese Familienbande mit ihrem erfrischendem Indie-Pop wirklich jedem ans Herz legen.

Montag, 6. April 2015

Tim Vantol, Skinny Lister, Chuck Ragan & The Camaraderie – Pavillon Hannover

Der eigentlich Grund zum Konzertbesuch war nicht der Hauptact, sondern der mittlere Part mit der britischen Band Skinny Lister.
Beim Einlass im Pavillion, dass ich seit dem Auftritt von Katzenjammer im März 2010 nicht mehr von Innen gesehen habe, konnte man noch meinen, dass sich nur wenige Konzertbesucher
einfinden würden. Doch als der holländische Sänger Tim Vantol allein mit seiner Gitarre den Abend eröffnete hatte sich der Saal sehr gut gefüllt. Er konnte von Anfang an mit seiner Bassstimme und einem sympathischen Auftreten überzeugen. Besonders fand ich den Song „Nothing“ , der mir so schon gut gefallen hat, denn aber richtig hervorstach als das Publikum die Zeilen „Nothing is what it seems, is what it seems,” Mitgesungen hat und es denn noch eine deutsche Strophe gab.

Nach einer verhältnismäßig kurzen Umbauphase wirbelten dann Lorna und ihre Jungs von Skinny Lister über die Bühne und heizten mit ihrem modernen Folk ein. Den Eindruck, den ich beim Reeperbahnfestival 2014 gewonnen habe, konnten sie auch hier wieder bestätigen. Eine klasse Liveband, deren Mitgliedern man den Spaß an der Musik ansieht. Ziemlich gemischt wurden Songs vom alten und dem zwischenzeitlich erschienenen Album gespielt, während der Gesanganteil von Lorna größer war, als ich es aus Hamburg in Erinnerung hatte. Von den neuen Songs haben es mir „This is war“ und „Cathy“ angetan. Leider wurde das sehr ruhige, aber schöne „Bonny away“ nicht gespielt, aber immerhin hat es auf der neuen Scheibe einen Platz gefunden. Der gesamte Auftritt war rasant wie erwartet und ist nach meinem Eindruck beim Publikum ebenfalls gut angekommen.

Letztendlich kamen Chuck Regan und seine Band auf die Bühne. Zugegeben, ich hatte mir vorher von ihm nur zwei drei Songs bei Youtube angehört, die mir zwar einigermaßen gefallen haben, aber nochmals müsste ich nicht zu einem Livekonzert von ihm. Klar, da war musikalisch nichts auszusetzen und er hat auch eine markant-rauchige Stimme, auch die Band konnte überzeugen, aber im Nachhinein könnte ich keinen Title benennen, weil alles doch sehr ähnlich klang und der Abend sich dadurch ziemlich in die Länge zog. Kurzum: Tim Ventol war überraschend gut und ich war erfreut zu lesen, das er beim diesjährigen Reeperbahnfestival dabei sein wird. Erst sein Auftritt und denn ein vielleicht ein wenig längerer Auftritt von Skinny Lister, dass hätte mir an diesem Abend völlig gereicht.

Donnerstag, 12. März 2015

Alexa Feser – Capitol Hannover

Das Album „Das Gold von Morgen“ läuft schon seit Wochen im CD-Player rauf und runter und war ein schöner, stimmungsvoller Begleiter in der Winterzeit und beim
Vorentscheid zum Eurovision Songcontest konnte man außerdem schon einen kleinen Eindruck von der Kunst von Alex Feser gewinnen. Die Erwartungen waren also hoch gesteckt…
Das Capitol war schätzungsweise zu ¾ gefüllt und das Publikum war zwar gut gemischt, aber überwiegend 30 plus. Ohne Vorband ging es Pünktlich um 20 Uhr los.

Ein Keyboarder, ein Schlagzeuger und Bassist bildeten die Band um Alexa, die selbst überwiegend am Klavier Platz nahm. Neben ein paar Lampen, Kerzen und vielen Postkarten an der Seite des Klaviers sowie einem großen Schriftzug im Hintergrund mit dem Namen der Künstlerin fiel das Bühnenbild recht schlicht aus. „Stadt ohne Skyline“ war einer der ersten Songs, der mir im Ohr blieb, gefolgt von zahlreichen anderen Titeln. Die überwiegend ruhigen, deutschspracheigen Texte wurden teilweise vom Publikum mitgesungen und ansonsten wurde lobenswerterweise ruhig gelauscht und anschließend mit viel Applaus belohnt. Alexa merkte man an, dass sie als Musikerin ein alter Hase ist und nicht zum ersten Mal auf der Bühne stand, aber auch die Freude über die erste eigene Tour war ihr nach jedem gelungen Lied anzusehen.
Zwischen den Songs erzählte Sie viel, z.B. darüber das sie im letzten Jahr zusammen mit Maxim auf Tour war oder eine Geschichte über einen geklauten Bademantel in einem Kölner Hotel. Zum Song „Peter Pan“ wagte Sie sich mit Kopftuch und Augenklappe in der Rolle als Kapitän Hook unter die Zuschauer. Am Schluss erklärte Sie, dass hinter dem Lied „Wir sind hier“ der Gedanke steht sich selbst zu Verwirklichen und das wir oftmals das selbe denken ohne uns zu trauen diese Gedanken auch auszusprechen. Es war sinnbildlich für ihren Auftritt, denn vieles war emotional ohne kitschig zu wirken und genau so sind auch ihre Songs! Als Zugaben kam dann das lange ersehnte „Gold von morgen“, ein neuer unveröffentlichter Title mit dem Namen „Sterne“ und mit „Dezemberkind“ letztendlich mein persönlicher Liebling von Ihrem Album.
Im Großen und Ganzen ein gelungener Auftritt, der ohne viel „Show“ ausgekommen ist.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Ida Gard - Lux Hannover

Über ein Facebook-Gewinnspiel von "The Pick" konnte ich zwei Gästelistenplätze für das Konzert der dänischen Newcomerin ergattern. Das Lux in Hannover ist ein kleiner, gemütlicher Club, den man als Wohnzimmer des großen Capitols bezeichnen könnte.
Für 20 Uhr war der Auftritt der „Dänischen Doppel-Zimtschnecke“, wie sie sich selbst aufgrund ihrer vorne und hinten zu je einem Dutt gerollten Haare nannte, angesetzt und begann aber mit einer kleinen Verspätung. Eine Vorband gab es an diesen Abend nicht. Das eher schlicht gehaltene Bühnenbild und die Zwei-Mann bzw. besser gesagt Zwei-Frauen–Besetzung von Ida und Ihrer Drummerin Anne Kirstine Winkler reichten völlig aus, um sich auf Ihre melodiösen Pop- und Soulsongs einzulassen. Zwischen Song aus ihrem aktuellen Werk „Doors“ und dem Debütalbum „Knees, Feet & The Parts We Don’t Speak Of“ erzählte sie immer wieder auf interessante und humorvolle Art und Weise Geschichten über ihre Heimat, Haare und bisherige Auftritte. Zusätzlich spielte sie einen sehr bekannten Song, einer Sängerin, die im letzten Jahr zahlreiche Auftritte in London hatte. Als die ersten Töne erklangen, erkannte man sofort eine tolle Version von Kate Bush´s Hit „Runnig up that hill“. Das Publikum im leider nur halb gefüllten LUX lauschten den Songs wie „My two feet“, „Daddy and I“ oder „Need a break“, doch mein Lieblingssong „Beginners“ blieb an diesen Abend aus.
Nach zwei-drei Songs als Zugabe konnte ich meine CD-Sammlung um ihr signiertes Erstlingswerk erweitern. In einem kurzen Small-Talk ergab sich die Möglichkeit nach dem Verbleib vom „Beginners“-Song zu fragen. Ida erklärte, dass er durch “ Little Miss Vivian“ ersetzt wurde und wir einigten uns darauf, dass der Song dann halt beim nächsten Ihrer Konzerte nachgeholt wird.