Freitag, 26. Mai 2017

W-Festival 3. Tag: Diverse Acts - Innenstadt Frankfurt

Der dritte und bereits letzte Tag des Festivals und bei mal wieder bestem Wetter ging es auch diesmal umrahmt von Hochhäusern musikalisch zur Kaffeezeit los. Allerdings sollte dieser Freitag durch ein schlechtes Timing oder miserable Planung von mir bzw. eher dem Veranstalter in Erinnerung bleiben. Ach ja, aber was ich gesehen und gehört habe war TOP!

16:00 Uhr - Roßmarkt - Paradisia

Ich muss zugeben, dass ich mich über diese Band, bestehend aus drei jungen Engländerinnen, bereits informiert hatte und somit war meine Erwartung recht hoch. Und sie haben mich nicht enttäuscht, im Gegenteil: Ich war begeistert. Gesang, Keyboard und Harfe der Dreien bildet von Beginn an alles was man für schöne Lieder aus modernem Pop brauchen. Die Songs sind ebenso schön, wie die Drei und zunächst war ein Cover was ganz anders rüberkam als das Original, denn sie hatten eine wohlklingende Ballade aus "Dancing in the dark" von Bruce Springsteen gemacht. Bei dem Lied "Silent Lover" kommt die Harfe sehr gut zur Geltung und ihre aktuelle Single habe ich sogar mitgefilmt: Paradisia mit "Warpaint". Nach dem Halbstündigen Auftritt folgte ich einem Typen, der nach einer CD fragte hinter die Bühne. Und Sängerin Sophie-Rose hat aus dem Auto nur  sage und schreibe eine einzige CD geholt. Auf meine Frage sollte ich den Mädels samt Team vom W-Festival zum Auto folgen, wo ich dann ihr an diesem Tag in Deutschland erst erschienenes Album von allen unterschieben gekauft habe. Auf ihre im Herbst angekündigte Tour hier habe ich sie angesprochen, ob Hannover auf dem Plan steht. Das wussten sie nicht, aber "We love Hannover" haben sie gleich gesagt, denn sie haben ihr Album in Hannover produziert!

17:00 Uhr - Roßmarkt - Romie

Harmonisch ging es gleich weiter mit zwei jungen Damen, die in Frankfurt Heimspiel hatten und dieses Singer-Songwriter Duo nennt sich Romie. Zwei Stimmen, zwei Gitarren und leichter, leicht verträumter Folk-Pop. Nicht zuletzt, weil Paula und Jule barfuß auf der Bühne standen wirkte es wie die passendende Musik an einem entspannten lauen Sommerabend. Ein kleiner Eindruck davon: Romie mit "Maria" live beim W-Festival.  Beim anschließenden EP-Kauf ging es in Gesprächen teilweise darum, ob ihre Musik auch auf Spotify verfügbar sein sollte. So wie ich es verstanden habe wollen die beiden lieber echte, greifbare Musik machen. War ganz interessant und trotz einiger Leute, die ihre EP erwerben wollten, haben sie sich zum signieren viel Zeit genommen. Man merkte, dass sie ein wenig stolz auf ihr "Baby" waren - und das zu recht!



18:00 Uhr - Roßmarkt - Violet Skies

Da war er wieder, der Moment wo ich mich schon auf den Weg machen müsste, aber noch kurz den nächsten Act sehen wollte. Und es hat sich gelohnt, denn ich konnte noch drei Lieder der besten, kraftvollsten Stimme auf dieser Bühne erleben! Um 19:00 Uhr stand Birdy in der alten Oper auf dem Zettel und dabei hätte ich bleiben und auch die EP kaufen wollen. Vielleicht ergibt sich ja nochmal die Chance dazu! Den Namen sollte man sich jedenfalls merken!


19:00 Uhr - Alte Oper - Paradisia und Birdy

Ich war etwas verärgert, denn schließlich hatte ich mich schnell bereits nach wenigen Songs von  Violet Skies auf den Weg gemacht und dennoch den Start von Paradisia, diesmal auf der großen Bühne verpasst! Klar, irgendwann im Laufe des Nachmittages hatte das W-Festival dies über Facebook angekündigt, aber der Beginn musste schon um 18:30 Uhr sein. So habe ich dort nur noch zwei Lieder erlebt und war vorher in dem Bewusstsein locker pünktlich zu erscheinen. Aber sei es drum, schließlich konnte ich hinterher noch Fotos mit Sängerin Sophie-Rose und der Keyboarderin Kristy ergattern! Und die beiden waren echt locker drauf in der Lobby der Oper.



Nach meinem Geburtstag in Dublin und ihrem Auftritt im Capitol Hannover im Oktober des letzten Jahres war es mittlerweile das dritte Mal, dass es hieß "Birdy live". Um es vorweg zunehmen: Dublin war rückblickend noch immer am besten. Natürlich ist ihre Musik und der Auftritt absolut top, aber immer abgeklärt. Ok, "Skinny Love" hat mir wieder Gänsehaut verursacht, einfach ein Song der unter die Haut geht. Den überwiegenden Teil des Konzertes sitzt Birdy am Klavier, dort scheint sie sich auch am wohlsten zu fühlen. Hochumjubelt sind fast alle ihre Lieder, aber "People help the People" sowie "Wings" sind natürlich weitere Highlights. Immer diese Lieder, bei denen es völlig auf Klavier und Stimme ankommt sind ihre große Stärke! "keeping your  head up" sorgt ebenso für Stimmung wie "Words as weapons" (Mein Lied des Abends!) und etwas zum mitschunkeln. Die Oper war so gut wie voll und insbesondere das eher jüngere Publikum im Stehplatzbereich schrie Birdy immer wieder von Song zu Song! Wer Birdy live erleben kann: Hin da, eine etwas unscheinbare, unnahbare, aber grandiose junge Künstlerin!


22:00 Uhr - Gibson - Blues Pills

Tja, diese Band hatte mit der Sängerin Imany die Location (Alte Oper) getauscht. Was ich jedoch nicht wusste und mir einfach nicht klar war: Auch die Uhrzeit! Als ich nach Birdy um 21:35 Uhr dort aufschlug war das Konzert schon auf dem Höhepunkt, zwei Lieder und die Zugabe konnte ich noch erleben. Die zottelige Band fiel durch ihren 70er Jahre Stil auf, die Musik hingegen mag ich bei dem kurzen Eindruck aber weniger bewerten - Birdy war da schon die richtige Entscheidung!

Fazit: Von der Location ist mir St. Peter am liebsten , einfach echter und hat eine schöne Größe für die Acts mittlerer Bekanntheit. Die Außenbühne war eine tolle Ergänzung und man ist auf Tuchfühlung mit den Newcomern. Die Planung, insbesondere am letzten Tag, war einfach Festivalunwürdig. Die Acts waren am Abend echt hochkarätig, die Begeisterung über schöne neue Musik und junge Künstlerinnen fielen aber auf den Nachmittag. Sofern nicht absolute "Must Have"-Acts auf dem Plan stehen werde ich im kommenden Jahr nach einer Alternative für das W-Festival suchen.



Donnerstag, 25. Mai 2017

W-Festival 2. Tag: Diverse Acts - Innenstadt Frankfurt

Zum ersten Mal gab es bei diesem W-Festival, es war übrigens das sechste seiner Art, eine kleine Open Air Bühne am Frankfurter Roßmarkt. Am Donnerstag und Freitag waren jeweils stündlich von 16 - 19 Uhr vier Acts zu erleben. Leider überschnitt sich das mindestens, denn der jeweils letzte und auch der 18 Uhr-Gig schon mit den größeren Auftritten. Aber immerhin gab das Festival so Nachwuchskünstlerinnen die Möglichkeit sich zu präsentieren.

16:00 Uhr - Roßmarkt - Prader Meinhoff


Als ersten Act des Tages gab eine Mischung aus Nina Hagen und Jennifer Rostock zu sehen und zu hören. Ok, da musste man sich erstmal reinhören hab ich gedacht, was geht denn jetzt ab und die Sängerin hat auch ein wenig "gemeckert" das so ein Auftritt umgeben von Banken ja so gar nicht zu ihnen passen würde. Der Auftritt war locker und etwas rotzig, aber auch echt cool...nur viel zu früh! Es waren nur wenige Leute vor Ort, zum einem war es einfach nur heiß, noch zu früh und die Außenbühne nicht so bekannt. Was im Umkehrschluss bedeutete: Erste Reihe - Essen und Bier holen - wieder erste Reihe! Die neue Single des Duos befindet sich jetzt auch auf meinem Youtube-Kanal: Prader Meinhoff - Maske.


17:00 Uhr - Roßmarkt - Maria Mana

Der Name hatte mich im Vorfeld schon an die Norwegerin Maria Mena erinnert und auch das gehalten, was der Name mir versprochen hat: Sehr schöne, harmonische und so leichte Musik! Das hat einen wieder auf die Erde zurück geholt. Es war angenehme Akustikmusik mit ihrer Stimme, der Gitarre und Lee Caspi am Cello. Hier ein Eindruck davon: Mari Mana mit "Crossroads". Habe ihr im Anschluss empfohlen mal in Hannover in der Feinkost Lampe zu spielen, denn das kann ich mir insbesondere mit dieser Kombination sehr gut vorstellen. Mit ihrer natürlichen Art und dieser seichten Musik für mich eindeutig die Entdeckung des Tages!
 

18:00 Uhr - Roßmarkt - FEE.


Nun war es soweit, dass in der alten Oper bereits der Einlass begonnen hatte und ich quasi zwischen Tür und Angel stand und hier draußen auf dem Sprung war. So konnte ich von der Musikerin FEE. nur noch schnell zwei Lieder hören, beide auf deutsch, und mit kompletter Bandbesetzung. Es war poppig, jung und frisch, aber ich hatte zu wenig Zeit um mir ein echtes Bild von der Künstlerin und ihrer Musik zu machen.


19:00 Uhr - Alte Oper - Agnes Obel

In der Oper angekommen war ich ein wenig enttäuscht, als ich  feststellte, dass nur der sogenannte Olymp für die Leute mit Festivalband geöffnet war. Das bedeutete man hatte zwar ganz oben einen Sitzplatz, aber ich hätte lieber weiter gestanden und wäre dafür näher dran gewesen. Oben saß ich immerhin in der ersten Reihe versteht sich!
Pünktlich wurde per Gong auch der Rest vom Publikum in den Saal gerufen und ebenso pünktlich ging es los. Die Musik von Agnes Obel war neu für mich und zugleich unheimlich schwer einzuordnen, denn auf der einen Seite zum träumen schön und auf der anderen Seite schwer zu fassen und für mich auch unmöglich die Lieder unterscheiden zu können. Ein Blick auf das Foto zeigt ganz gut, wie mein Blick von Oben war auf eine Bühne mit Leinwand, die immer verschwommen war wirket. Agnes Obel stand hinterm Keyboard und außer einem oft wechselndem Bild hinter der Bühne passierte wenig. Aber die Musik war schön und machte tatsächlich leicht schläfrig, dass ich für einen Song fast richtig wegnickte.


21:30 Uhr - Alte Oper - Boy

Die beiden Mädels von hätte ich schon oft live sehen können, habe sie zuvor jedoch erst einmal im Capitol Hannover gesehen. Weiterhin war mein Platz im Olymp, aber bei diesem Auftritt war ich weitaus wacher! Was man bei vielen Songs auf Anhieb merkte und hörte war ein starker Unterschied in den Liedern, denn Boy wurden von den Streichern des Kaiser Quartetts unterstützt. Diese Männer untermalten die Lieder ganz anders, gaben dem Ganzen eine leicht Klassische Note, waren aber auch nicht bei jeden Song dabei, so dass es schnell auffiel wenn sie einsetzten. Die Oper war für dieses Konzert wesentlich mehr gefüllt und auch die Begeisterung war spürbarer. Mit "Drive Darling" kam an zweiter Stelle schon einer der schönsten Lieder der Band und meiner Meinung nach das Lied, welches Valeskas Stimme am besten zur Geltung bringt. "Little Numbers" war es denn als ich diese sprichwörtliche Gänsehaut merkte und bei dem die gesamt Alte Oper mitsang. Dem Title "New York" verpasste das Quartett eine ganz neue Note, denn es war die einzige Instrumentale Untermalung und in dieser Form sicher ganz einmalig. Ein rundum gelungenes Konzert mit standing ovations und mehreren Zugben um Abschluss. Ich sage Danke W-Festival für diesen Gig und Gute Nacht Alte Oper!








Mittwoch, 24. Mai 2017

W-Festival 1. Tag: Smith & Thell und Dillon - Sankt Peter Frankfurt

Der Mittwoch beim ehemaligen Women-of-the-world-Festival war der erste Tag beim jetzigen W-Festival und startete für mich in der Kultur- und Jugendkirche Sankt Peter nur wenige Minuten von meinem Hotel entfernt. Durch das Festivalticket hatte man an den drei Tagen die Wahl zwischen insgesamt zehn Konzerten und zusätzlich noch die Open Air Bühne, deren Besuch für alle kostenlos war.

Erst kurz vor dem Beginn füllte sich die Kirche, in der es ausschließlich Stehplätze gab und von Innen kaum noch etwas von einer Kirche hat.  Den Abend eröffnete das Duo Smith & Thell aus Schweden mit einen wunderbarem gutgelaunten Folk, der mir auf Anhieb gefallen hat und einfach gute Laune verbreitet hat. Die beiden heißen übrigens tatsächlich so: Maria Jane Smith & Victor Thell. Ich hätte ihnen auch abgenommen, dass die beiden aus den USA stammen, denn ein Hauch von Country weht immer mit und es erinnert an den Stil der Lumineers. Die besten Songs ihres Auftritts waren "Statue (The pills song) und "Toast" einem Lied zum zuprosten, was sie denn auch mit dem Publikum gemacht haben. Aber was soll ich sagen: Ihre Lieder haben mir alle samt sehr gut gefallen und es war ein gelungener Auftakt für das Festival, auch wenn diese Musik nicht so ganz zu Dillon passte. Das Album "Soulprints" von Smith & Thell ist aber eine echte Empfehlung!

Nachdem die Bühne einige Male komplett stark eingenebelt wurde kam Dillon mit ihrem "DJs", der auch zeitweise ihr Keyboard übernahm. Den kompletten Aufritt über konnte ich kaum ihr Gesicht erkennen und das trotz der Tatsache, dass ich an vorderster Front stand. Es war etwas mysteriös und düster, aber ihre Musik war nicht bedrückend, sondern eher schön. Die gebürtige Brasilianerin lebt mittlerweile in Berlin und macht ihre Ansagen in deutsch, während ihre Sprechstimme ziemlich niedlich geklungen hat.

Eher mit Zufall habe ich einen ihrer Hits gefilmt:  Dillon mit "Thirteen Thirtyfive". Die Stimmung, die ihre Musik verbreitet hat war schön, aber so ganz konnte mich ihre Musik persönlich nicht packen, obwohl die Qualität echt hoch war! Irgendwie war trotz ganz wenig Aufwand alles toll inszeniert. Und zum Ende gab es auch noch drei Zugaben. An diesem Abend habe ich zwei tolle, helle und klare Stimmen gehört, aber  für mich hat sich jedoch die Vorband musikalisch mehr gelohnt.



Mittwoch, 17. Mai 2017

Mister and Mississippi - Musik und Frieden Berlin

An diesem sehr warmen Tag in Berlin sollte der Auftritt erst um 21 Uhr beginnen, was mit durchaus entgegenkam, so konnte man den ganzen Tag prima ausnutzen. So war ich gegen 20:30 im Musik & Frieden und die zu diesem Zeitpunkt Anwesenden konnte man locker an einer Hand abzählen. Auch im Laufe des Abends wurden es nur so zum die 50 Leute.

Ach ja, der Voract war wieder total mein Falll....nicht! Dieser Typ Singer-Songwriter, der recht unorganisiert wirkte, ständig auf seinen Zettel schauen musste, wie es denn weiter geht und zunächst mit einer Gitarre startete. Dieser Musiker hieß übrigens Dino Joubert und seine Musik wurde tatsächlich besser, als er ans Keyboard wechselte. Zwar sah es durch seine langen Beine an den kleinen Keyboard lustig aus, es klag aber wesentlich harmonischer.

Es war mittlerweile zehn Uhr als Mister und Mississippi auf die Bühne kamen und ich hatte selten so wenig Probleme direkt in der ersten Reihe stehen zu können. Diese holländische Band hatte ich bereits in Hannover als Support von Sea and Air erleben dürfen und meine Erwartungen waren daher recht hoch. Irgendwie wollte an diesem Abend der Funke zu mir nicht ganz überspringen, denn ich hatte sie live doch etwas anders in Erinnerung. Mag sich aus meiner Sicht seltsam anhören, aber der Wechselgesang zwischen Sängerin und Keyboarderin sowie dem Drummer kamen viel zu kurz und zu selten. Schon komisch, wenn ich mich "beschwere", dass zu viele Songs lediglich von einer Frau gesungen wurden.

Aber vielleicht lag es daran, dass überwiegend Stücke von ihrem 3. und somit neustem Album gespielt wurden. In diese musste ich mich zunächst etwas reinhören, obwohl es ebenfalls tolle Songs auf dem Album "Mirage" gibt, so findet man einen Song, der sofort dadurch auffällt, dass das Schlagzeug noch durch eine Holztrommel unterstützt wird was ganz cool klingt. Meine Lieblinge an diesem Abend waren die Songs "Wolfpack", weil er etwas von Garbage hatte und der Song "Hal9000". Sängerin Maxine hüpfte oft wild auf der Bühne rum, was mich ebenfalls etwas wunderte, da ich sie ruhig und mit Cowboyhut in Erinnerung hatte. Keine Frage, was sie gemacht haben war gut, um einiges rockiger als beim letzten Mal, aber mir fehlen einfach viele der älteren Songs.

Dienstag, 16. Mai 2017

Debrah Scarlett - Kantine am Berghain

Die Location zu finden war gar nicht so einfach, denn ich bin erst einmal dran vorbeigelaufen und habe denn zum Glück einen Mann angesprochen, der sich als Barkeeper entpuppte. Die Kantine am Berghain hat nämlich einen Strandähnlichen kleinen Biergarten und einen Vorraum, bevor die eigentliche musikalische Räumlichkeit begann. Es war kurz vor 20 Uhr, dem gesetzten Beginn und ich mit meiner ständigen Sorgen, nicht immer möglichst in der ersten Reihe stehen zu können war verwundert, dass noch wirklich niemand in dem dunklen und stark durch die Nebelmaschine verraucht Raum war.

Aber denn füllte es sich schnell, als auch die letzten noch reingebeten wurden. Mittlerweile stand nämlich die zwei Männer von KLAN auf der Bühne. Über diesen Voract hatte ich mich vorab nicht informiert und war erstaunt, dass es Poppig und deutschsprachige Musik war. Die Texte waren gut und klar verständlich. Und mein persönliches Lob an das sehr gemischte, internationale Publikum: Die Leute waren den ganzen Abend extrem aufmerksam, es gab kaum rumlaufen und kein Gerede - so würde ich es mir immer wünschen.

Was dann kam, ist einfach Alles was ich mir von solch einem Abend erwarte: Tolle Musik gemischt
mit einer umwerfenden Ausstrahlung kurzum: Debrah Scarlett. Es gibt so Auftritte, da geht man nochmal durch was man machen muss, oder was man einkaufen sollte und es gibt solch einen Abend, an dem man sich vorkommt nur allein mit der Künstlerin und ihrer Band im Raum zu sein, weil man alles um sich herum ausschaltet und einfach genießt. Die Schweiz-Norwegerin machte manche ihrer Ansagen in englisch, manche in deutsch und auch mal auf Norwegisch, weil ihre Mutter bei diesem ersten Gig in Deutschland dabei war. Optisch hätte sie mit diesem weißen Outfit erneut beim ESC auftreten können und war dadurch und ihre langen roten Haare eine absolute Erscheinung. Ihre Songs sind betörend und musikalisch gesehen könnten es auch manchmal Lieder von Birdy sein. Jedenfalls ist ihre Musik eindrucksvoll und versprüht viel Kraft, während ihre Stimme mal leise ist und dann spürt man wieder diese Power. Ihre Vorjahressingle "To figure" sag sie nicht, aber dafür das Sie mit

"Dys(U)Topia" nur eine EP veröffentlich hat, hat sie viel mehr Songs auf ihrer Setlist. Ja, diese Setlist hab ich mir anschließend geschnappt. Mein Lieblingssong und auf der EP ist das Lied "Blurry" (Verschwommen).  Diese Songs machen Hoffnung auf ein Album! Auch schön, wenn auch mit kleinem Aussetzer zu Beginn habe ich vielleicht dabei die Stimmung des abends einfangen können, hier ist Debrah Scarlett mit "Body language".













Den letzten Song der umjubelten Zugabe saß sie auf den Stufen der Bühne, die man immer gut einsehen konnte. Für mich hätte der Auftritt noch Stunden so weitergehen können, ich fühlte mich perfekt unterhalten, beseelt und ein klein wenig verliebt! Nach dem Auftritt war ich einer der ersten bei ihr und siehe da, sie hat mich umarmt und auch sofort wiedererkannt vom zufälligen Treffen in der Berliner U-Bahn im letzten Jahr. Auf die Frage nach ihrer CD hat sie mir noch ihren Manager vorgestellt und mir anschließend die erste EP  verkauft. Auch eine erneutes Foto im helleren Vorraum war noch drin. Was für ein Abschluss und was für ein schöner abend mit einer herzlichen, sympathischen Künstlerin!



Mittwoch, 10. Mai 2017

Antje Schomaker - Lux Hannover

Antje wer? Ja richtig, Frau Schomaker ein aufsteigender Stern am hellen deutschsprachigem Pophimmel! Im Dezember 2016 hatte hatten Stefan und ich sie bereits in der Swiss Hall in Hannover als Voract von Bosse erleben dürfen und der  positive Eindruck von diesem Abend blieb hängen!

Doch bevor Frau Schomaker in ihrer blauen  Glücksmütze die Bühne des Lux erobern sollte war eine andere ebenfalls deutschsprachige Künstlerin am Zug. Antje kam selbst mit ihr, Wilhelmine, auf die Bühne des an diesem Abend sicherlich ausverkauften Clubs. Wilhelmine, begleitet von ihrem Gitrraristen, schien mir die ersten ein-zwei Songs noch wenig verunsichert und nervös, danach fröhlich und sicherer durch den Zuspruch des Publikums! Mein erstes Bild von Wilhelmine glich zunächst dem der Hannoveraner Sängerin Josi, etwas nervös und unsicher...doch nach und nach kam die Routine durch und ein beseeltes Gekicher, ja eine Wärme, die Wilhelmine empfand durch den Applaus! Ihre Songs sprachen aus ihrem Leben, der jungendlichen Erfahrung und Bedeutung vom Erlebten. Ihr Lied eines alkoholabhängigen Freundes oder ein Familienmitglied ging schon unter die Haut, aber musikalisch mehr Eindruck hinterließ ihr "Königlich". Habe euch mal einen tollen Link bei Youtube rausgesucht: Wilhelmine mit ""Könglich" (Youtube Link). Am meisten gefreut und angesteckt hat mich ihre Freude, als das aufmerksame Publikum bei einem Song sofort ohne Aufforderung mitgesummt hat und sie sich so sehr darüber mit einem Quietschen gefreut hat! Süße Vorband mit viel Potenzial!

Danach kam denn Antje samt Band nach Vorne. Auch sie war eher locker und manchmal merkte man deutlich, dass es das Auftaktkonzert der Band war. Aber das überspielt sie gekonnt mit einem Lächeln. Ihre Stimme ist angenehm und ihre Texte machen das wesentliche neben einer "Das Mädel von Nebenan"-Ausstrahlung aus. Auch bei ihr singt das überwiegend junge, weibliche Publikum mit, auch wenn noch nicht alle Title bekannt sind. Ein Debütalbum hat sie nämlich noch nicht veröffentlicht, weshalb auch ich nur wenige Songs kenne. Aber man findet sich recht schnell rein in ihren deutschsprachigen  Indie-Pop. Ein paar Songs gibt sie a capella wieder und neben der Gitarre spielt sie auch Keyboard selbst. Wie erwähnt kannte ich wenig Lieder, "Gotham City" kannte ich jedoch noch und habe schnell zur Kamera gegriffen: Antje Schomaker - "Gotham City".  Den schönsten Moment schaffte sie jedoch mit dem schönen, tiefgründigen und ruhigem Lied "Mein Herz braucht eine Pause", bei dem leise und bedächtig mitgesungen wurde, was eine stimmungsvolle Atmosphäre schuf. Der gesamt Abend war sehr authentisch und alle, die nach dem Bosse-Auftritt auch an diesem Tag dabei wahren, wurden nicht enttäuscht!

Freitag, 5. Mai 2017

Alexa Feser - Musikzentrum Hannover

Mein zweiter Bericht, vom 12.03.2015 weist fast die ähnliche Überschrift auf, denn gute zwei Jahre später durfte ich Alexa wieder live erleben. Damals war ich überrascht, dass die zu dieser Zeit noch recht unbekannte Künstlerin im Capitol spielte. Dieses Mal war das Musikzentrum als Spielort angesetzt und Wochen vorher bereits ausverkauft!

Richtig gefreut habe ich mich schon vorab, als die Ankündigung kam, dass Louka als Vorband spielen wird. Mein Ersteindruck von ihrem Auftritt im Angies im letzten September - aufmerksame Leser wissen, wo ich da war -  war sehr positiv und ich hatte eigentlich auf ein eigenes kleines Konzert von ihr gewartet. Nun sei es drum, über diese Kombination mit Alexa will ich mich nicht beschweren. Ganz im Gegenteil, denn da wurde mal der erste auf den zweiten Act für meinen Geschmack perfekt abgepasst. Louka, die sich selbst eher Lucka aussprach überzeugte auch an diesem Abend, und zwar das gesamt Publikum, denn selten hatte ich die Zuhörer so begeistert beim Auftritt der Vorband gesehen! Louka, die mit ihrem Gitarristen auftritt besitzt eine Stimme, die tief ist und einen tief trifft, denn es ist innig und leicht rau. Optisch erinnert sie mich total an die Schauspielerin Ginnifer Goodwin auf der Serie Once up a time. Neben dem wunderschönen "Wann immer" blieb mir ihr Lied "Flimmern" in Erinnerung. Nur für die paar Lieder, die sie an diesem Abend sag hätte es sich schon gelohnt ins Musikzentrum zu kommen.














Jetzt im Laufe des Berichtes fällt es mir wieder ein: Ich habe Alexa Feser bereits das dritte Mal live erlebt, schließlich habe ich Sie auch in Köln beim Vorentscheid des Eurovision Songcontestes gesehen. Und ich muss sagen, man merkt ihr an, dass man keinen 18 Jährigen Hüpfer vor sich hat, ihr Programm ist reif und durchdacht. Ein wenig übertrieben fand ich, dass sie sofort beim ersten Lied von Hinten mitten durch das Publikum ging und den Gang durch die Masse auch im Laufe ihres Auftritts wiederholte. Was mir von Anfang an auffiel und auch ein wenig ärgerte: Sie spielte sehr viel vom neuen Album und dieses habe ich noch immer nicht. Keine Frage, die Songs haben mir gefallen, aber insbesondere bei deutschsprachigen Texten ist es schön mitsingen zu können. Ja ja, mitsingen ist ein gutes Thema bei Frau Feser, denn ihre Lieder sind echt geschickt: Bei fast allen steckt eine "Ohohoh" oder ähnliches, das diese live nochmals belebt und den Wiedererkennungswert enorm steigert. Eine Gruppe (natürlich direkt hinter mir) hat ausgiebig mitgesungen, leider mit wenig Begabung. Alexa war diesmal etwas wilder, hat sich mehr bewegt und saß mir lediglich einige Songs mit dem Rücken zugewandt am Klavier.  "Medizin" und vor allem "Wunderfinder" durften nicht fehlen und als neuen Song gefiel mir gleich "Mensch unter Menschen". Glücklicherweise kamen auch noch "Gold von morgen" und zum Abschluss "Wir sind hier". Ach ja, und auch mein Lieblingslied von ihr wurde gespielt, nämlich "Dezemberkind". Ein Konzert von Alexa Feser kann ich mir noch immer im Theater am Aegi nur mit Piano völlig optimal vorstellen, aber auch dieser Abend, mit zweit tollen Stimmen war sehr gelungen!


Sehr schade empfand ich jedoch das es am Merchstand tatsächlich keine CDs von Alexa Feser zu kaufen gab, sehr seltsam. Bei Louka glücklicherweise schon! Und so kam es das ich zwei Straßen vom Musikzentrum entfernt mit einer Gruppe von 6-7 Leute an einer Ampel stand, als plötzlich einer sagte "Alle nehmen eine Louka-CD mit nach Hause!", was für Lacher sorgte, denn tatsächlich hatte jeder eine EP von ihr in den Händen.