Donnerstag, 28. September 2017

Waves Vienna 1. Tag - Clubs des 9. Bezirks Wien

Mein "Ersatz" für das Reeperbahn Festival in diesem Jahr. Was auf mich zukommt, wie groß die Clubs und Bühnen sind und wie weit diese auseinander liegen wusste ich nicht. Was ich jedoch kannte war das Line-up und der Timetable. Trotz aller Planung habe ich jedoch ein paar Mal schnell und spontan Änderungen vorgenommen. Aber rückblinkend habe ich diese Entscheidungen nie bereut. Es begann mit einer U-Bahnfahrt zur "Vahringer Straße / Volksoper" um im Zentrum des Festivals, dem WUK, mein Ticket gegen ein grünes Festivalbändchen zu tauschen - ja, endlich war man wieder ein Mensch ;-)

18:45 Uhr - 19:30 Uhr Tolstoys - SAE Stage @ Schubert Theater


Es begann quasi mit einem "Must have" für mich, denn nach einem vorherigen Reinschnuppern war die Vorfreude auf diese Band aus der Slowakai groß! Da ich mir sehr viel Zeit eingeräumt hatte war ich noch vor dem Einlass dort und eine meiner schlimmsten Befürchtungen wurde wahr: Dort gab es keine Getränke und somit auch kein Bier. War aber zum Glück die einzige Location ohne kühlen Gerstensaft. Diese Location  wird ansonsten übrigens als eine Art Puppentheater genutzt  und bildetet somit eine besondere Bühne. Die Band aus Bratislava legte pünktlich los mit ihrem traumhaften Pop. Sowohl englisch sprachige Lieder als auch Songs in ihrer Heimatsprache waren dabei. Schöne Melodien, ein wenig Melancholie und die Einflüsse von Kontrabass und Geige gepaart mit dem zarten Gesang bildeten einen tollen Auftakt. Ein kleiner Eindruck von diesem ersten Gig hier: Tolstoys mit "Agapé".  


19:45 Uhr - 20:30 Uhr Emily Roberts - Clash

Endlich eine Kneipe mit Bühne, was bedeutete das auch wieder Bier im Spiel ist. Und ein wenig habe ich mich in das "Clash" verliebt, was so ein Laden war, den ich mir auch als eigenen kleinen Musikschuppens vorstelle. Viele Sitzplätze mit Blick auf die Bühne, deren Wand übersäht war von Konzertpostern. Hier fand der Auftritt der halb britischen halb deutschen Sängerin Emily Roberts aus Hamburg statt. Emily ist selbst positiv aufgedreht, voller Spaß dabei und singt kraftvoll ihre Songs in Englisch. Auch einige Hamburger sind im Publikum und weil dieses bunt gemischt ist macht sie ihre Ansagen ausnahmslos ebenfalls auf englisch. Und wieder habe ich ein paar mal gedacht: Ja, wäre meine Kneipe, denn es ist eine Bombenstimmung zwischen den Liedern und dennoch hören wirklich alle Besucher aufmerksam zu! Ein kleiner Einblick in diesen Auftritt mit ihrer aktuellen Single:  Emily Roberts mit "Cabin in the woods".
Hinterher war es gar nicht so einfach Ihre EP zu ergattern, denn sie war längere Zeit mit Produzenten in Gesprächen. Aber ich kam noch an eins ihrer Werke mit Autogramm. Dabei war sie noch immer etwas aufgedreht, aber sehr herzlich!


21:00 Uhr - 21:45 Uhr Fortuna Ehrenfeld - Clash


Nun war es passiert, zum einen hatte ich einen super Sitzplatz in Bühnennähe, die Zeit wurde knapp und ich hatte immer kühles Bier vor mir. Somit hatte ich Serafyn gegen einen männlichen Act getauscht. getauscht. Und was für ein Künstler, denn zunächst gab es zu was lachen, als der Kölner im Pyjama und Federboa auf die Bühne kam. Aber dafür kam der Auftritt in diese Bar bestens rüber, der erste Song war irgendwie eine Art Hymne, live baute er den FC St. Pauli mit ein und schrie am Ende nach Applaus und den bekam er bei "Das letzte Kommando" auch. Seine raue, tiefe Stimme kam auch bei einem seiner weiteren Lieder über eine Fernbeziehung mit dem Titel Zuweitwegmädchen sehr gut zur Geltung! Man merkte das er beim Label "Grand Hotel Van Cleef" unter Vertrag ist, denn eine Ähnlichkeit rein musikalisch zu Kettcar war schon spürbar.



22:00 Uhr - 22:45 Uhr Little big sea - Isaac´s


Im Keller eines Irish Pub versteckte sich dieser tolle rustikale Club, diesmal allerdings ohne Bestuhlung, dafür mit mehr Platz. Leckeres, süffiges Zwickl-Bier und schon war ich auch hier daheim. Hier sah ich die Österreichische Band mit ihren eher ruhigen Klängen und einer gefühlvollen Mischung aus Folk und Pop. Ein Beispiel dafür gefällig? Hier sind Little big sea mit "5 days, 5 years".

Hat mir gut gefallen, aber ohne das etwas als Hightlight hervorzuheben wäre.





23:15 Uhr - 00:00 Uhr Frankie Animal - Isaac´s

Eigentlich war mein Plan wieder den Ort zu wechseln, aber als ich die
Sängerin dieser Indie-Rock Band aus Estland sah war mir klar, dass auch diese auf meiner Liste standen. Daher änderte ich schnell nochmals meinen Plan und erlebte diese Band als letztes an diesem ersten Tag. Ein ausschlaggebender Punkt war sicherlich die kleine, quirlige Sängerin, die schon vorher ganz heiß auf den Auftritt zu sein schien. Eigentlich stand der britische Act Be Charlotte mit Electro-Pop auf dem Zettel, diese rockige Musik schien mir aber passender als Abschluss, wie hier sehen und zu hören ist Frankie Animal live beim Waves Vienna!

Wie erhofft war der Sound von Frankie Animal frischer Pop-Rock der sich als echter Geheimtipp entpuppte. Hier traf ich auch Emily Roberts wieder, die sich diesen Act ebenfalls anhörte und begeistert dabei war. Leider musste ich zum Schluss pünktlich zur Tramstation - zu früh, denn so konnte ich nicht feststellen ob nicht doch noch eine CD zu ergattern gewesen wäre?
Dennoch ein grandioser Abend, dem zwei weitere folgen sollten!




Dienstag, 26. September 2017

Louka - Warenannahme Faust Hannover



Zunächst muss ich sagen, dass ich zwar des Öfteren in der Faust war, jedoch nur im Mephisto und in der großen 60er Jahre Halle. Die Warenannahme hingegen ist etwas anders, denn zunächst hat es einen vorgelagerten Cafe- und Barbereich. Der eigentlich Konzertraum kam mir vor wie ein kleines Kino, denn es bot Sitzreihen mit einer Erhöhung, so dass man überall gute Sicht hatte.

Durch die neue 10er-Linie in Hannover sind wir nicht ganz rechtzeitig angekommen. So begann der Voract schon. Mal wieder ein junger Mann mit Gitarre, der aber deutsch sang und das gar nicht mal schlecht. Gute klare Stimme und auch die Texte waren stimmig. Wie sich später rausstellte heißt der Sänger Xavi. Auf der Internetseite der Faust hieß es sogar Lea wäre Vorgruppe, dies erwies sich allerdings zu meinem Bedauern als falsch.

Nach kurzer Umbauphase in der sich eigentlich nix auf der Bühne tat kam dann Loukas Musiker, der quasi vom Schlagzeug bis zur Gitarre auch sonstige Instrumente bediente. Kurz danach schaut auch Louka, die locker einen Kopf kleiner ist durch den Vorhang und das Lametta. Ja richtig, ihr Debutalbum und ihre Tour heißen Lametta daher war diese Dekoration schon passend. Von Beginn an ihre tolle, aus meiner Sicht besondere Stimme, die gleichermaßen tief ist und auch tief geht. Durch ihre EP und die zwei vorherigen Auftritte, bei denen ich Louka erlebt habe kannte ich bereits einige Songs. So auch zwei Song, die direkt hintereinander kamen und die ich beide aufgenommen habe: Louka - Outro UND Wann immer. Vorab sogar meine beiden Lieblingsnummern gewesen. Zudem mag ich es auch, wenn sie erzählt, es kommt sehr ruhig und bedacht rüber und dennoch spürt man ihre Freude über ihre erste eigene Tour. Von den vielen neuen Lieder gefielen mir "Regen" und "Utopia" am besten. Aber auch "Berlin, Berlin" blieb mir im Ohr, auch wenn sie sagte der Song sei nicht unbedingt eine Liebeserklärung an die Stadt. Da es meine zweitliebste Musikstadt ist würde ich sagen, da findet man sich schnell drin wieder. Trotz nur einem Album wirkte ihr Auftritt doch recht lang und das überschaubare Publikum kam auch voll auf seine Kosten.

Beim Kauf der CD sagte sie zu mir "Wir kennen uns doch auch!" - Ja genau, vom Reeperbahn Festival und dem Support von Alexa Feser!

Freitag, 11. August 2017

Songwriter-Night LADY´S NIGHT SPECIAL - Kulturpalast Linden

Ein Singer-Songwriterinnen- Special - Wow, dass klang doch so, als sei es perfekt für mich! Tja, weit gefehlt. Ich weiß kaum wie ich diesen Abend beschreiben soll. Zunächst standen überall Instrumente und die entsprechenden Koffer im Weg. Dazu kam, dass eine nach der anderen einen Soundcheck machen musste, wobei längst der Beginn sein sollte. An Professionalität kaum zu unterbieten und auch im Publikum war keinem klar wann und wie es nun mal los geht. Nun, als ich ein Bier bestellte ging es los und ich glaubte schlagartig einen Hörsturz zu bekommen. Hatte ich schon zu viel getrunken? Nein, eher viel zu wenig...die erste und dann auch die zweite "Künstlerin" (selten waren die Gänsefüße so notwendig) waren unterirdisch und versuchten sozialkritisch zu sein. Aber ich glaube, dass würde jede Demo leeren.  Auch wenn ich nicht besonders gläubig bin, in diesem Moment hätten man es werden können! Denn ich betete dafür, dass diese schrillen Musikerinnen..halt STOPP - so kann ich sie nicht wirklich nennen - endlich aufhörten. Aber nach einem kurzen Auftritt der "Ok" war kam dann eine Dame im bunten Outfit ... hey, da liegen meine Erwartungen bei Venior und Co wohl zu hoch, um dann bei einer "Dame" zu landen die Obzönes Geplapper, dumme Sprüche und wirre Texte damit verbindet ebenfalls nicht singen zu können. Ich war gleichermaßen geschockt und beschämt solch einen Schrott ausgesucht zu haben. Man mag ja sagen: Musik ist Geschmackssache, aber das war bis hierhin Geschmacksverirrung bei der man sich wünscht taub zu sein! Der Star des Abends bis hierhin war mit weitem Abstand Astra feat. Bar! Sonst ist mir solch ein Auftritt viel wert, aber das Klingen der Münzen im Gully wäre harmonischer gewesen und hätte auch mehr Sin ergeben. Es hat zum Glück aber keinen Cent Eintritt gekostet!



Einen kleinen versöhnlichen Abschluss fand der Abend mit dem Auftritt der Berlinerin Liv Summer (Foto)! Sie konnte, wir glaubten es kaum, SINGEN  und Gitarre spielen! Und das gefiel mir sogar sehr gut. Endlich eine junge, interessante Dame, die unser Erscheinen rechtfertigen sollte! Meiner Meinung nach merkte man mehr als deutlich, dass dieser Applaus nicht nur aus reiner Höflichkeit kommt, sondern den anderen Leuten auch gefällt! Leider aber zu spät um diesen Abend zu retten... während unseren Aufbruchs bekamen wir noch die Hannoveranerin ZIA zu hören - auch wirklich schön, aber den Gesamteindruck des Abends hätten selbst Lana del Rey und Katie Melua nicht retten können!

Freitag, 28. Juli 2017

Bardentreffen - Innenstadt Nürnberg

Nachdem ich im letzten Jahr bereits dieses Musikfest in der schönen Nürnberger Altstadt besucht hatte, stand es auch 2017 auf der Pflichtliste. Das Wetter war an den ersten zwei Tagen perfekt, was jedoch dazu führte, dass es schon fast zu gut besucht war. Aber es gab auch viele leckere Stände mit Steak,  Drei im Weckla, Süßkram und Bier natürlich.

Freitag, 28.07.2017

19:15 Uhr La Gapette - Sebalder Platz

Der erste Tag war überschaubar in Hinsicht auf das Programm, ließ mich aber einen ersten Eindruck gewinnen. Diesen ersten Eindruck lieferte zunächst die französische Combo La Gapette, die ein schönes Bühnenbild in Form einer alten Bar aufgebaut hatten und gut an ihren Mützen zu erkennen waren. Ihre Musik war beschwingt, positiv launisch und immer bemüht das Publikum mitzureißen. Mir hat es gut gefallen, aber im Vergleich zum Vorjahr und zu Carrousel, die an gleicher Ort und Stelle spielten, fehlte das gewisse etwas. Interessant waren aber die vielen unterschiedlichen Instrumente, die von den Bandmitgliedern eingebaut wurden.



21:30 Uhr Faber - Sebalder Platz

Nachdem auf dem Nürnberger Hauptmarkt die Red hot Chilli Pipers zwar zu hören, aber aufgrund der Masse an Leuten kaum zu sehen waren, ging es zu dem Schweizer Sänger Faber. Diese raue verrauchte Stimmte gepaart mit dem Wortwitz, dabei immer wieder versteckte Zeilen in den Liedern lieferten beste Unterhaltung. Faber verausgabt sich völlig auf der Bühne, verschwindet zwischen den Song immer mal wieder um eine Zigarette durchziehen zu können. Mir machen die Texte und sein Einsatzwillen (weißes Hemd völlig durchgeschwitzt) Spaß und auch der "Rest" vom Publikum wird bestes unterhalten. Da er auf dieser Bühne der letzte Act des Tages war gab auch noch eine Zugabe zu einem der besten Auftritte dieses Festes!

Samstag, 29.07.2017

14:00 Uhr The Goho Hobos - Sebalder Platz

Der nächste Tag begann dort, wo der Freitag endete. Diesmal startete die musikalische Unterhaltung mit einer lokalen Band, denn die Countyband kommt aus dem Nürnberger Stadtteil Gostenhof. Um ehrlich zu sein war dieser Auftritt der alten Männer "ok" aber eigentlich rechtfertigt es nicht das frühe Erscheinen auf dem Bardentreffen am Samstag. 


16:00 Uhr Tuuletar - St. Katharina

Die Ruine der St. Katharina - Kirche, bei der das Dach völlig fehlt ist die wohl
schönste und beeindruckenste Location die ich in Nürnberg bisher gesehen habe. Gerade aber dieses Dach hat etwas gefehlt, denn so stand ich in der prallen Sonne. Aber das hat sich sehr gelohnt, denn die vierköpfige Frauenband hat sich nach der Göttin der Winde benannt und göttlich war dieser sogenannte "Vocal-Folk-Pop" auch. Völlig ohne Instrumente kamen die Finninnen aus. Die Stimmen waren absolut geübt, die Instrumente ersetzten Sie selbst durch Kehlkopfgesang, Gurgeln oder Beatbox. Auch wenn es vier recht verschiedene Typen von Frauen waren, so kam alles sehr harmonisch zusammen. Die Lieder waren stark unterschiedlich und gingen von Folk, bei dem man auch das Rauschen des Windes wahrnahm, bis hin zu Rapnummern bei denen Sie Leute aus dem Publikum den Text aus einem Buch mit Sagen aussuchen ließen. Natürlich habe ich auch mitgefilmt: viel Spaß bei Tuuletar live @ Bardentreffen 2017. Auch wenn alles in finnischer Sprache war, so stand ich die ganze Zeit in dem Bann der Mädels und deren Musik. Als ich darauf wartete mir ihr Album signieren zulassen sagte eine Dame neben mir: Was für ein Auftritt, alleine dafür hat es sich gelohnt hierher zu kommen. Dem kann ich mich nur anschließen! Mein Bardentreffen 2017 Highlight! 



17:20 Uhr The Lasts - Lorenzer Platz

Mit etwas Verspätung erreichte ich den Platz um die deutsch-amerikanische Band zu hören und mich endlich mit einem Bierchen von der Sonne zu erholen. Der Vergleich der Band mit der Musik von Kate Nash kam schnell innerhalb unserer Gruppe.  Die Band aus Herzogenaurach bezeichnet ihren Stil als Indie-Rock-Punk und das war es auch. Wobei der Punk dabei kaum rüber kam. Der Auftritt war gut, ist mir jedoch aber nicht lange in Erinnerung geblieben. 

18:00 Uhr Boot Shep pioneers - Fußgängerzone



Ja, auch das ist das Bardentreffen - jede Menge Straßenmusiker und das an jeder Ecke. So hatten wir das Glück auf alte Bekannte aus dem letzten Jahr zu stoßen. In diese lokale Band hatte ich mich bereits im Vorjahr verliebt, denn die Nürnberger machen herrlich melodischen Folk und diesmal kannte ich ihre Texte bereits gut. So habe ich dort fast zwei komplette Sets gesehen und gehört, da ich bei der italienischen Sängerin Flo nicht mehr am Einlass vorbei kam. "Cod street" in dem die kleine Schwedin Anna singt gehört schon länger zu meinen Lieblingssongs! 

21:45 Uhr The green apple tree - Lorenzer Platz

So ist das, wenn man den Hals nicht voll bekommen kann und Livemusik bis zum Ende erleben will. Diese Band hätte ich mir auch schenken können, die Sängerin wirkte auf mich lustlos und auch der gesamte Auftritt ist mir in etwa so stark in Erinnerung geblieben wie das letzte Mal Staub saugen. 

Da lohnt eher wieder nochmals ein Blick auf die zahlreichen Musiker auf der Straße, die wie dieses Schweizer Duo um Sängerin Lynn auch zu später Stunde viele Zuhörer fanden:


Sonntag, 30.07.2017


14:00 Uhr Duo Hand in Hand - Trödelmarkt

Die beiden machten eine Mischung aus Chanson mit viel Wortwitz für jung und alt.

Ja, dass klingt wie eine Plakatbeschreibung, war aber absolut so. Für den Start in den mal wieder brütend heißen Tag gute und entspannte Unterhaltung. Nichts wo ich zu einem Konzert gehen würde, aber im Rahmen eines Stadtfestes ideal für die ganze Familie und zum Aufwärmen um sich anschließend im Biergarten etwas abzukühlen. 

16:00 Uhr Sahra Lesch - Sebalder Platz


Auch mit eines der Highlights in Nürnberg: Die Sängerin mit einem exzellenten Gespür für clevere Texte, die Biss haben und tief gehen. Sozialkritisch mit Sinn und Verstand, was ich ansonsten selten gehört habe. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist Sarah Lesch - Testament. Musik mit Herz und Verstand und während Sarah sich kleine Pausen gönnte, gab sie die Bühne frei für die Soloprojekte ihrer Musiker. Auch diese wussten zu überzeugen und standen mit ihren Song Sarah nicht nach. Die kleine, zierliche Frau hat auf ganzer Linie überzeugt! Nur das Ende kam mit einem Gewitter etwas abrupt.


18:00 Uhr Liedfett - Kulturgarten

In einer Meinung nach der lockersten und schönsten Location in dem Biergarten mit der kleinen Bühne unter Bäumen trat die Hamburger Kombo Liedfett auf. Kluger Punk mit guten Texten, einem Schuss Pop und Rap und guter Laune von Beginn an. Keinesfalls war es platt oder langweilig, man wippte, hüpfte oder sang schnell mit. Auch einige Fans war in der Ersten Reihe deutlich erkennbar. Als die Band ihre Fans auf die Bühne holten wollte musste der Veranstalter einschreiten, um die Sicherheit nicht zu gefährden. Schnell ist mir ihr Song "Blätter" im Ohr geblieben und so holte ich mir ihr Album "Phoenix aus der Flasche".

 

19:00 Uhr The Yoohoos - Lorenzer Platz

"Erste-Sahne-Pop-Rock" hieß es im Programmheft und es war auch ein lockerer, wenn irgendwie undurchdachter Auftritt. Der Drummer hatte immer einen lustigen Spruch auf den Lippen und manchmal erinnerte es ein wenig an eine Mischung aus einer Band für den Schulabschlussball und im positiven Sinne an  die "Blood red shoes". Ein Tick mehr Professionalität würde gut tut und schon könnte aus der Band auch mehr werden. Dennoch machte es Spaß, schaut mal rein: The Yoohoos live beim Barbentreffen 2017.






20:00 Uhr Hannah Köpf - St. Katharina

Nochmals in der Kirchenruine und diesmal bei der Kölnerin Hannah Köpf. Ein krasser Musikwechsel, denn bei großem Andrang gab es einen Mix aus Jazz, Folk und weichen melancholischen Einflüssen. Völlig unaufgeregt begleitet von Klavier und Kontrabass kommt ihre Stimme wunderbar zur Geltung. Schnell war festzustellen, dass dieser Auftritt reifer ist und das merkt man schon am etwas älteren Publikum. Hannah selbst spielt Gitarre und während es beim ersten Song noch böse in der Technik knackt kommen die folgenden Lieder in englischer Sprache gut rüber und ein Hauch von Norah Jones lag in der Luft.


22:00 Uhr Fiva X JRBB - Insel Schütt

Nun traf ich mich mit Maria von der Herzklangbar wieder um den letzten und größten Act des Tages zu erleben. Doch es sollte anders kommen als erwartet: Zunächst regnete es die ganze Zeit und aufgrund technischer Probleme startete der Auftritt von Nina und der Jazz Rausch Big Band mit 45 Minuten Verspätung. Aber nicht nur das, es musste auch schon nach einer halben Stunde beendet werden. Aber sei es drum, diese Mischung einer modernen Big Band und klugen, spaßigen oder stimmungsvollen Texten sollte man erlebt haben. Es reißt einen sofort mit und dadurch, dass ich diese Kombination schon mal in Berlin erlebt habe, kannte ich nun einige Lieder. Song wie "Das Beste ist noch nicht vorbei" oder "Einen Sommer lang nur tanzen" ließen einen auch tanzen und die Regentropfen vergessen. Kurz, schnell und heftig schaffte es die Münchenerin und ihre Band, die mal locker die große Bühne füllte, auch diesen Kurzauftritt zum Highlight zu machen - Kürze mir viel Würze und durch ihre Kraftvolle Art auch ein Beitrag zum diesjährigen Motto "Gegenwind"!

Zu guter Letzt haben wir in der U-Bahnstation noch einer jungen Musikerin gelauscht. Wie auch im letzten Jahr merke ich wieder: Nimm dir die Zeit und hab auch Ohr und Auge für engagierte Straßenmusiker! Es waren schöne, ereignisreiche Tage und in diesem Zusammenhang: Danke an Maria, Christian und Paul - man fühlte sich nicht nur so, ich war zu Gast bei Freunden!












Montag, 24. Juli 2017

Amy MacDonald - Stadtpark Hamburg

Nachdem ich die schottische Sängerin "damals" auf der Hannoveraner Expo-Plaza nur so eher beiläufig gesehen und wahrgenommen hatte stand nur ein richtiges Open Air mit Amy auf dem Plan. Angekommen aus Rostock ging es im strömendem Regen und im Matschboden in den Stadtpark. Hier hatte ich bereits Katie Melua und Norah Jones live gesehen, ein gutes Pflaster also!

Bevor es soweit war, dass Miss MacDonald auf die Bühne kam gab es ein Vorprogramm mit dem Sänger Lewis Capaldi. Die durchnässten Leute im Publikum waren dankbar für die Unterhaltung und auch ich war froh, dass der Abend pünktlich anfing. Die typische Singer-Songwriter Musik war sagen wir mal "ok", jedoch nichts was mir in Erinnerung geblieben ist.
Im Verhältnis zur riesigen Bühne ging die Umbauphase schnell und vom ersten Lied an war man drin in der unverkennbaren Musik von Amy. Neben Song aus ihrem neuen Werk "Under Stars" aus dem mir gleich "Automatic" auffiel, gab es ein Crossover aller vier Alben. Oftmals dachte ich mir "Ach, was soll denn bitte jetzt noch kommen?" und so sang Sie "Mr Rock & Roll", mein Lied des Abends "4th of july", "Poison prince", "Don´t tell me that it´s over" und vieles mehr. Sie animierte oft zum mitsingen und auch ihre Bandmitglieder brachten die die Leute zum klatschen. Musikalisch absolut routiniert, aber Amy hatte Spaß sowohl mit als auch ohne Gitarre. Was ich an der Open-Air-Bühne im Stadtpark so gar nicht mag, dass obwohl man vorne steht immer noch die Rasenfläche vor der Nase hat. Insgesamt gab es aber inklusive Voract nur knappe zwei Stunden Livemusik, hätte gerne mehr sein können! Vermisst habe ich an diesem Abend aber nichts, außer der Sonne!        

Freitag, 21. Juli 2017

Fee Badenius - Klostergarten Rostock

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Rostocker Altstadt fand ich im Rostocker Klostergarten eine Bühne und eine kleine Publikumstribüne die sich eine halbe Stunde vor Beginn schon fast zur Gänze gefüllt hatte. Schnuckelig, idyllisch, schön in die Umgebung eingefügt und einfach passend sollte hier heute der Auftritt der Komikerin und Liedermacherin Fee Badenius stattfinden. Genau so ungezwungen und natürlich startet sie mit ihrer dreiköpfigen Band und wusste zu jedem Lied etwas zu erzählen. Während die Lieder zu Beginn viel Wortwitz hatten, kleine versteckte Andeutungen erzählte die Lehrerin aus Witten bei Dortmund immer wieder lustige Geschichten aus dem Familienleben, ihrer Arbeit mit Kindern, dem Tourleben und darüber wie der ein oder  Song entstanden ist. Auch wenn ich aus dem Fernsehen schon den ein oder anderen Text kannte und wusste welche Gags mich erwarteten, so war es dennoch echt lustig und auch ich konnte mit der gebürtigen Lübeckerin mitlachen. Highlights bis zur Pause waren für mich "Keine gute Freundin", "Schmetterling", die "Körperformen" und natürlich die "Fleischesslust". In der Pause nutzte auch ich die Chance um "Feederleicht", ihr drittes Album zu erwerben. Nun hat es seinen Platz und steht neben Nummer 2 "Feelosophie" und ihrem Debüt "Feemannsgarn". Letzteres solle ich laut Fee gut aufheben, denn es wird nicht mehr produziert und ist auch nicht mehr im Verkauf!
Nach der Unterbrechung ging es in der Dunkelhaut der zweiten Hälfte überwiegend mit gefühlvollen, ernsteren Texten weiter. Auch diese Lieder fanden ihren Platz an diesem Abend und es war auch kein völliger Umbruch. "Oberfläche" und "Leben" fand ich extrem gefühlvoll und ein mehr als deutliches Zeichen, dass Sie auch total anders als immer nur lustig kann! Sicherlich eine Seite von Fee, mit der ich mich vorher eher weniger beschäftigt hatte. Den ganzen Abend kam hervorragend rüber, wie gut sich die gesamte Band versteht und diesen Spaß merken auch die Zuschauer. Mit der Pausen kamen so weiter über zwei Stunden zustande. Dieser Abend war abschließend gesagt rundherum absolut gelungen!









Samstag, 8. Juli 2017

Breminale Zweiter Tag - Bremen Osterdeich/Osterwiesen

Nach Besuch des Weserstadions und einem Altstadtbummel im Regen blieb es am Samstag Abend zum Glück trocken und angenehm. Leider führte das natürlich zu einem großen Besucherzuspruch, aber es blieb angenehm locker und ausgelassen.

Samstag, der 08.07.2017
17:30 Uhr  Digger Barnes - Himmelwärts Zelt


Den Anfang macht der Hamburger Diggers Barnes mit einem unverkennbaren Countrysound, wozu Gitarre und Mundharmonika gekonnt passten. Die Stimme passte wie die Faust aufs  Auge zu den eher ruhigeren Songs, die sicherlich auch jedem Trucker gefallen würden. Auch ich fand die Musik angenehm, aber wenig abwechslungsreich. Seine Erzählstimme würde auch bestens zu einem Hörbuch passen.






19:00 Uhr LOTTE - Deichgraf Zelt

Wenn ich eine junge Newcomerin sehe so erwarte ich eine schüchterne oder leicht verpeilte Sängerin, die sich immer schnell in die Sicherheit ihrer Lieder flüchtet. Und genau das Gegenteil hat Lotte an diesem Abend gezeigt, denn ihr Auftreten vor einer großen Zuschauermenge war locker und souverän. Hätte ich es nicht besser gewusst würde ich sagen sie ist seit Jahren im Geschäft und macht gerade ihre fünfte Tour. Auch das Zusammenspiel mit den anderen Bandmitgliedern war während ihres deutschsprachigem Pop bemerkenswert abgeklärt. Dennoch versprühte Lotte gute Laune und begeisterte das größtenteils junge Publikum. Wie das Ganze aussah? Schaut selbst mein mittlerweile erfolgreichstes Video an: LOTTE - Auf dich. 
Den Abschluss machte sie mit dem schönen, gefühlvollen "Auf beiden Beinen".


21:30 Kadebostany - Deichgraf Zelt

Da die Instrumente der Band nicht alle pünktlich am Bremer Flughafen angekommen sind begann der Auftritt des Schweizer Projektes eine halbe Stunde später. So entschloss ich mich zu einem kleinen Bummel übers Festivalgelände und fand mich im Strom der Massen wieder. Kabebostany habe ich vor Jahren in Frankfurt schon beim Women of the world gesehen. Damals noch mit anderer Frontfrau und im Vergleich zur heutigen Darbietung, hat es mir vor Jahren musikalisch besser gefallen und bei diesem Auftritt mit der blonden Modelsängerin diesmal optisch besser. Die Show und das Programm war erwartet genial! Diese Mischung auch elektronischer Musik, Bass und Drums sowie Gitarre und ganz besonders die Blasinstrumente schaffen einen ganz eigenen Sound! Während mich das ganze von Beginn an packt, merkt man auch wie das Publikum die Musik und Stimmung aufnimmt.  Der Song "Castle in the snow" hat mal wieder für Entenpelle bei mir gesorgt, auch wenn der Gesang nicht so stark wie beim Original rüberkam, sondern etwas ruhiger. Also hier ein kleiner Einblick in diesen Auftritt habe ich auch ein Video für euch: Kadebostany live bei der Breminale 2017!




Zum Abschluss konnte ich noch ein paar Songs von Fil Bo Riva lauschen dessen Auftritt im vollen Gange war und ans Reinkommen in das Zelt war nicht mehr zu denken. So konnte ich den Songs nur zuhören ohne Musiker zu sehen. Für das letzte Stunde aber eine chilliger Abschluss von Tag und Festival.