Dienstag, 23. Januar 2018

Rabea - Kulturpalast Hannover-Linden

Der Beginn dieses Abends lies schlimmes vermuten, als wir neben zahlreichen anderen Besuchern gegen 19:30 Uhr noch draußen im Regen warten mussten. Aber zum Glück sollte dies der einzige negative Punkt bleiben.

Schon zum zweiten Mal neben dem Auftritt von Liza & Kay habe ich den Kulturpalast so voll erlebt. Klar, Rabea hatte quasi Heimspiel in Hannover und das Publikum ging queer durch alle Altersklassen. Zudem waren einige Musikerkollegen anwesend. Als Voract versuchte sich ein Newcomer, denn Valentin Kollenda stand zum ersten Mal auf der Bühne. Bei den Ansagen war dies auch mehr als deutlich. Er sollte lernen, mehr zu seinen Songs sagen zu können, die Verunsicherung war spürbar. Bei den Liedern  hingegen war er sichtlich selbstsicherer und es klang gar nicht schlecht! 



Anschließend kamen Rabea Bollmann begleitet von der Keyboarderin und Sängerin Elin Bell und den ebenfalls Keyboard und Drums spielenden Stefan Littmann auf die Bühne. Während Rabea zwischen Gesang, ihrem Hauptinstrument dem Cello und auch mal zu den Keys wechselte bot sie den Zuhörern von Beginn an ein Mix aus harmonischen Liedern. Wunderschön und herausstechend der zweistimmige Gesang zusammen mit Elin Bell, wobei für mich auch beide Stimmen separat richtig wohltuend klingen. Ein Einblick in diesen Abend bietet Rabea´s "I choose you". Hört ihr die Besucher während des Auftritts? Nein und das ist auch gut so und war sehr vorbildlich! Ab und an merkt man Elin mehr Routine an und sieht, dass Rabea ihre erste eigene Tour spielt. Für einen Lacher sorgte sie, als sie als weitere Tourstadt, auf deren Strecke auch Kiel und Hamburg lagen, ausgerechnet die Weltstadt Meppen nannte. Zum Abschluss gab es einen a capella Song, der den schönen Abend perfekt abrundete.



Noch am selben Tag verzichtete Rabea auf die sieben Euro Eintritt und wechselte zur Hutspende. Eine Entscheidung, die sie sicher nicht bereuen sollte, denn den Leuten war es sicherlich mehr als die sieben Taler wert. Hinterher kaufte ich die EP, die sie gemeinsam mir Linda Rum hat, auf der jeweils zwei Songs der beiden Künstlerinnen zu finden sind. Sie begrüßte mich mit den Worten "Wir kennen uns doch auch!". Wohl wahr, denn neben Leaves & Trees und Linda Rum hatte ich Rabea vorab schon zusammen beim Wohnzimmerkonzert mit  Eva Croissant erleben dürfen. Eine unheimlich sympathische Künstlerin und ein Multitalent. Auf ein kommendes Album darf man wirklich gespannt sein.

Freitag, 12. Januar 2018

Suzan Köcher - Lux Hannover

Um ganz ehrlich zu sein war mein Wunsch endlich wieder Livemusik zu hören und die Befriedigung eines Konzertes zu erlangen unfassbar groß. So suchte ich die Locations in und um Hannover ab und stieß doch schnell auf eine junge rothaarige Dame namens Suzan Köcher. Der nächste Schritt sieht bei mir so aus, dass ich Facebook und Instagram  nach Informationen und Bildern, dann natürlich nach  Musikvideos durchforste oder auch den sehr guten Blog der Bedroomdisco zu Rate ziehe. Was ich so da in Erfahrung gebracht habe hat mir gefallen und mein Interesse geweckt. Unter anderen ist als Kategorie "Folk-Rock" in die sie sich selbst einordnet angegeben. Diese Beschreibung würde ich um einen Schuss Country und etwas 60er Jahre-Feeling erweitern.

Schon an Einlass wurde ich gefragt, wie ich denn auf Suzan aufmerksam geworden sei. Ich berichtete, dass ich regelmäßig schaue wer, wann und wo auftritt und von Suzan hat mich dann letztendlich Youtube überzeugt. Von meiner Sucht nach Konzerten musste ich in diesem Moment ja nicht erzählen. Das Konzert begann ohne Voract pünktlich um 20:30 Uhr und ich habe mich gefreut wie Bolle endlich wieder im Wohnzimmer zu sein! Die Veranstaltung war überschaubar besucht, aber alle Leute waren wegen der Musik da und das ist leider nicht immer so!




Auffällig war das sowohl Suzan, als auch ihre männlichen Bandkollegen schon mal rein optisch einen Westernstil aufgelegt hatten. Die zweite Auffälligkeit war, dass die Musik an diesem Abend recht Gitarrenlastig sein sollte und das hatten sie definitiv auch drauf. Aber Suzan verstand sich darauf immer wieder neue Instrumente in die Lieder einzubauen. So kamen zum Beispiel Rasseln und ein Xylophon zum Einsatz. Suzan schien mir lieber ihre Musik zu machen zusammen mit einer tollen Band, als großartig etwas zu erzählen. Dabei waren meine Highlights "Blood red wine", "Cinnamon" und der namensgebende Albumtitle "Moon Bordeaux". Oftmals kamen die Songs recht leicht rockig rüber, die Nummer "Please don´t go" war da eher eine Ausnahme. Aber auch hierbei merkt man deutlich, dass Gitarren im Vordergrund standen. Am Merchstand später überzeugte sie mich durch dezente Zurückhaltung und Freundlichkeit. Als ich beim Kauf von EP und Album fragte, ob sie eines von beiden signieren könnte schaute sie mich fast entsetzt an und meinte "Ich werde natürlich beide signieren, wenn das ok ist." "Ähm, logisch ist das in Ordnung! Gerne sogar!" Insgesamt war das ein schöner Stand, sie hatte unter anderem alte Metallbilderrahmen mit Fotos von sich dabei, eine feine Sache für echte Fans! Außerdem waren die zwei Vinyl sowas von schön und kamen cool zur Geltung, so dass ich fast begonnen hätte zu sammeln. Ich überlege immer noch mir "Blood weg wine" mit der ebenso tiefroten Scheibe zu besorgen.


Beim späteren Hören des Albums daheim bin ich am ziemlich mittig auf den wunderschönen Title "Lighthouse keeper" gestoßen. Ich habe ihr daraufhin geschrieben ´, warum sie diesen Song nicht live gesungen hat. Ihre Antwort war, dass er zu leise fürs Konzert sei. Meiner Meinung nach wäre der Leuchtturmwärter auch an diesem Abend live dankbar vom Publikum angenommen worden! Nun gut, für mich war der erste Top 2018 geboren!

Freitag, 22. Dezember 2017

Liza & Kay - MHH Station 33

Es war der zehnte Tag meines Aufenthalts in der medizinischen Hochschule Hannover und zwei Tage vor Heiligabend. Die ganze Station war in Aufbruchsstimmung, andauernd kamen Besucher, Personal und Kranke wurden hin und her transoptiert als ich von 43 auf 33 verlegt wurde. Wohlgemerkt durfte ich an diesem Tag zum insgesamt fünften Mal innerhalb des Hauses umziehen.

So saß ich mit zwei anderen Patienten auf der Stube, die noch an diesem Abend entlassen werden sollten, als sich mal wieder die Tür öffnet und ich eine Schwester mit dem Blutdruckmessgerät erwartete. Da kam ein junger Mann grinsend durch die Tür, ich runzelte die Stirn, denn irgendwie kam mir dieser Besucher seltsam bekannt vor. Kurz darauf tauchte ein weiteres lächelndes Gesicht in der Tür auf: Liza Ohm! PLINK! Das Musikerduo "Liza und Kay"!

Da ich ausschließen konnte, dass die beiden für einen der anderen Patienten im Raum (einem alten Mann, der vorher überwiegend am meckern war und einem türkischen Mitbürger, der nur sehr wenig deutsch verstand) da waren, ging ich auf die beiden zu und sagte "Das glaube ich jetzt nicht!"

Die beiden erzählten mir, dass sie von Maria von der Herzklangbar informiert worden sind und da sie einen Auftritt in Lehrte hatten, den ich eigentlich sonst gerne besucht hätte, mich besuchten! Ich erzählte ein wenig von meinem Krankheitsverlauf und das ich die zwei am Mittwoch Abend zuvor noch bei NDR 2 gehört habe, während ich Kopfhörer auf hatte und Fussball im TV schaute. Das die Idee und die Umsetzung von Maria kamen war mir irgendwie klar, man denke zurück an Phela und Tex in Nürnberg, als sie Tex empfohlen hat welche Künstler zu TV Noir sollten.

Dann durfte ich mir einen Song wünschen, Kay hatte sogar seine Gitarre dabei, und ich entschied mich für "Du bist Alles". Anschließend beim zweiten Song dufte es "Kastanien" für mich sein. Liza lobt dabei mein "mitschnipsen", dass könne ich sehr gut!  Ich kriegte das Grinsen nicht mehr aus dem Kopf - wie schrieb ich später auf die Dankeskarte: Eure Musik ist die beste Medizin!

Auch der Herr, der vorher viel am grummeln war, war ganz begeistert und erzählte gleich seinem Bekannten von der schönen Musik! Die beiden sind extrem herzliche Menschen und auch mir wird dieser Moment sehr lange in Erinnerung bleiben.

Es war das kürzeste, am schlechtesten besuchte Konzert und ich war total schlecht angezogen ;-) Aber es war wunderschön und eine dicke Überraschung! Dieser Bericht kommt mal ohne Fotos aus, aber die Bilder sind in meinem Herzen.

Danke Liza & Kay, Danke Stefan für deine Hilfe und Unterstützung, Danke an meine Eltern für Alles und Danke an Maria, sowas hat echt noch keiner für mich gemacht!

Samstag, 25. November 2017

Paradisia und Mia Aegerter - Nochtspeicher und Nochtwache Hamburg

Dieser Abend war ein Risiko, denn schon am Einlass konnte ich sagen "Ich habe Karten für beide Konzerte" heute abend! Immerhin solle das britische Trio Paradisia schon um 18 Uhr beginnen und im Anschluss wollte ich die Schweizerin Mia Aegerter im selben Club, halt nur im Keller sehen.

Es waren nicht all zu viele Leute im Nochtspeicher und man konnte extrem gut sitzen, richtig bequem in tiefen Sesseln. Und da ich pünktlich war versank ich in einem dieser Möbel in der Mitte der ersten Reihe - perfekt! Und ja, zu meinem Planungsglück begann der Voract pünktlich. Wie soll ich sagen: Überraschung, denn es war mal wieder ein Sänger mit Gitarre: Alex Francis. Der langhaarige Singer-Songwriter aus dem englischen Hitchin hatte die Ruhe weg und machte sehr entspannte Musik. Passte ganz gut zum Hauptact und man konnte richtig dabei entspannen.




Eine Umbauphase war zum Glück kaum notwendig, da ging es schon zu Paradisia überging. Und die drei Ladies überzeugten mal wieder an Keyboard, Harfe und durch ihren Gesang. Sie standen elegant auf der Bühne, passend sowohl zum Abend und ihrer Musik. Neben ihrem eigenen "Warpaint" waren die Coverversionen "Silent Lover" und "Dancing in the dark" die Highlights. Die drei Mädels sind perfekt aufeinander eingespielt und vor allem die Klänge der Harfe machen diesen Sound immer wieder ganz besonders, während ich Keyborderin Kristy persönlich zum knuddeln finde. Wie entspannend, wohltuend und schön ihre Musik ist beweist im wahrsten Sinne ein traumhaftes Lied namens "Dreamer". Da so direkt vor der Bühne zu sitzen, sich bequem in diese Ledersessel fallen zu lassen und diesem Sound zu lauschen war einfach herrlich. Großes Lob für all die Lieder, die ich gehört habe!
Nun kommt das ABER! Aber mit einer knappen Stunde und wohlgemerkt ohne Zugabe war der eigentlich gelungene Auftritt leider schon vorbei. Auch wenn ich keinen Titel vermisst habe, es war ein wenig zu kurz und so war auch die allgemeine Stimmung unter den Leuten.


Dennoch war der Abend mit den Mädels nicht vorbei! Am Merchstand musste ich nix sagen, sie haben mich gleich wiedererkannt, denn ich hatte die Drei bereits im Mai beim Women of the world  Festival in Frankfurt gesehen. Da ich damals in der alten Oper nur ein Bild mit Kristy und Sängerin Sophie-Rose machen konnte, war diesmal auch die Harfenspielerin Anna auch dabei. Zunächst gelang mit meiner Kamera kein so gutes Bild, dann nahm Kristy das Handy sagte "Let´s make a Selfie" und anschließend bekam ich dieses mehr als gelungene Foto per Mail!














Glücklich und mit noch ausreichend Zeit ging ich vom NochtSPEICHER runter in die NochtWACHE. Und siehe da, dort wo ich bislang lediglich die Toiletten vermutete habe versteckt sich ein kompletter Veranstaltungsraum samt eigener Bar. Ich hatte locker noch ein gemütliches Astra lang Zeit, eh es Musikalisch weiter ging. Vorab hatte ich mir nicht all zu viel erwartet, ja war sogar ein wenig skeptisch was die Schweizerin Mia Aegerter anging. Vorher wusste ich im Grunde nur, dass sie mal bei der Daily Soap GZSZ dabei war. Aber vor dem Kartenkauf habe ich bei Youtube reingeschnuppert und die neuen Werke gefielen mir auf Anhieb! So war es auch diesem Abend, denn sie sang nur Lieder des neuen Albums, wohl gemerkt dem ersten in hochdeutsch und nicht auf schwiizerdütsch, wie sie selbst anmerkte. Das Werk heißt ebenso wie der Song, den ich aufgenommen habe: Nichts für Feiglinge.

 












Und was soll ich sagen? Von Beginn an war mir klar wie richtig die Entscheidung war auch dieses Konzert zu besuchen. Mir gefiel ihre Stimme, ihre positive und natürliche Ausstrahlung und auch die Texte der Lieder. Die Titel "Los lass los" und besonders "Schwarzer Fleck" gehen unter die Haut und sind Gegensätze zu "Du kommst zu früh", dass eine herrliche Doppeldeutigkeit besitzt. In den Song "Vagabundin" habe ich mich auf Anhieb verliebt - auch auf meiner persönlichen Top 2017 zu finden! Für mich steht dieses Lied einfach dafür sich auf Reisen überall daheim fühlen zu können, für mich ganz wichtig. Auch sie selbst erzählte, dass bei ihr eine Weltreise ansteht und Lust darauf war auch als Zuhörer spürbar.

Vor dem Auftritt sagte eine Dame im Publikum "Ist ja klein und gemütlich hier, aber so eine tolle Musikerin hätte ein größeres Publikum verdient. Und so einer wie dieser Mark Forster füllt Stadien". Ich hätte sie umarmen können!
Zuletzt sang Mia noch Lieder von Künstlern die im Laufe diesen Jahres verstorben sind und ging dabei mit Band und Gitarre ins Publikum.
Ein toller Abschluss eines gelungenen Abends!



Freitag, 24. November 2017

Belako - Pocca Bar Hamburg

Das sollte ein richtig guter Abend werden und er war auch Alkoholhalter als geplant. Aber was kann man auf der Reeperbahn schon planen? Den kleinen, kuscheligen Club am Hamburger Berg kannte ich schon vom Reeperbahn Festival und hatte ihn bei My Baby und SHEL in "vollen" Zügen genossen. Auch an diesem Abend war es nicht gerade leer und die Stimmung war ausgesprochen ausgelassen.

Die Vorband war nicht angekündigt und umso mehr war ich überrascht, dass ich von dieser Münchener Band noch nie gehört habe. MOLA nennt sich die Band, ist aber auch zugleich der Nachname von Sängerin Isabella Mola. Eben diese Sängerin hatte ein eher rotzige, aber coole Art an sich und auch die Texte ihres sogenannten "Bastard-Pops" wussten mit gleich zu gefallen: deutschsprachig und leicht rockig. So wie auch ihr Lied "Lieber ich".
Selbstverständlich hätte ich gerne eine Scheibe der Band mitgenommen, aber sie hatten ihre CDs leider vergessen. Das ist für mich immer nicht nachvollziehbar.











Als ich dies gefilmt hatte wurde ich von einer Gruppe Männer um die 50 angesprochen, ob ich zur Band gehören würde oder warum ich filme und Fotos mache. Meine Erklärung mit dem Konzertblog schien sie zu faszinieren und ich musste in der Pause erstmal zahlreiche Fragen beantworten! Hat mir aber Spaß gemacht mal mit anderen über diese "Arbeit" zu quatschen. Zudem hatte sich ein polnischer Konzertbesucher, der von Anfang an bester Kunde an der Bar war, mit mir angefreundet, was zwar recht lustig, aber auf Dauer auch lästig wurde.










Nach einem Besuch auf den Toiletten, die ihren Namen nicht wirklich verdienen, ging es weiter. Und zwar mir ebenso rockigen Nummern der Band Belako mit ihrem "Post-Punk" aus dem Baskenland. Vor einem Jahr hatte ich diese junge Band auf dem Spielbudenplatz zur Mittagszeit gesehen, hier in diesem Club wirkte es noch besser. Da die Sängerin, immer wenn ihr danach war von der Bühne ins Publikum kam, wurde der Effekt "mittendrin statt nur dabei" zu stehen noch verstärkt. Neben richtig geilen Nummern wie "Haunted House" und "Vandalism" war ich überrascht, wie viele Lieder gespielt wurden. Wenige Pausen zum durchatmen und erzählen ließen Band und Publikum nicht zur Ruhe kommen. Wenn man so im Trubel von Konzert und Bier das Zeitgefühl verliert kann das auch mal gut sein und das war an diesem Abend definitiv der Fall. Zugegeben, die Stimme der Sängerin Cris Lizarraga ist nicht gerade die allerbeste, aber Balladen hat sie ja nicht gesungen und der Stimmung tat das keinen Abbruch. Auch gut, der Blick in meine Kamera so ziemlich am Ende dieses Videos: Belako live in der Pocca Bar.

Nachdem auch diese Musiker keine Alben dabei hatten konnte ich wenigsten noch ein Bild mit den Mädels ergattern. Ok, der Fotograf war wohl ebenso wenig nüchtern zu diesem Zeitpunkt wie ich, denn sonst wäre es nicht so verwackelt. Aber ich muss sagen: Geiler Abend mit guter Live-Musik!





Samstag, 18. November 2017

Leaves & Trees - Lister Turm Hannover

Eine ungewohnte Location im Ballsaal, der als Konzertzimmer diente,  des Lister Turmes in Hannover und eine Band mit einem Frontsänger bildeten schon mal zwei Besonderheiten für mich an diesem Abend. Die Band aus der Region, bei der Fabian Baumert, der Sohn eines Kollegen, das Sagen bei dieser Indieband hat, habe ich bei kurzen Auftritten schon zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Hauptbahnhof gesehen und nun gaben sie das Abschlusskonzert ihrer Deutschlandtour in diesem schönen Räumen.

Zu allererst hatten sie aber gleich zwei Voracts im Gepäck: Zum einen ein männliches Duo, die überraschend besser klangen es sie auf mich den ersten Eindruck machten. Auch ein Lied gemeinsam mit Rabea gaben sie zum Besten, was sogleich meine Frage beantwortete, ob die Dame am Cello eigentlich auch singt. Danach konnten wir den Liedern des Niederländers "The new poor" lauschen. Dieser hatte nicht nur einen Koffer voller Pudding aus Holland dabei, sondern Musik eines typischen Liedermachers. Für einen Support vielleicht schon ein paar Songs zu viel, so war seine Stimme doch recht angenehm.


Nun kamen Leaves & Trees auf die Bühne, die zusätzlich zu den festen Scheinwerfern noch mit kleinen Lichterketten ausgeschmuckt war. Es war genau das, wie es beschrieben ist: Indie und Folk mit dem Sahnehäubchen Cello von Rabea, was den Liedern einen hohen Wiedererkennungswert verpassen! So ist es auch ein Duett, dass eine der schönsten Nummern darstellt, als Fabian und Rabea diese Nummer zum besten geben. Leaves & Trees live @ Lister Turm Hannover.




 Auch Gastmusiker gaben sich hier die Ehre, so waren zum Beispiel plötzlich mehrere Streicher auf der Bühne, unter ihnen auch eine Hälfte von Poems of Jamerio. Die Musik war gut, aber auf den Sitzplätzen und durch die Pause kam den ganzen Abend über keine richtige Stimmung auf. Als Zugabe kamen denn alle Musiker nochmals zusammen auf die Bühne und sagen gemeinsam eine Nummer. Als Vorband von Linda Rum haben sie mir einfach besser gefallen, auch wenn es musikalisch natürlich nicht schlechter war!





Mittwoch, 15. November 2017

Lilly Among Clouds - Prinzenbar Hamburg

Beim ersten Besuch auf der Reeperbahn wurde uns gesagt eine der schönsten Locations auf Hamburgs sündigster Meile sei die Pinzenbar auf der Rückseite der Docks. Heute wurde diese ausverkaufte Bar, die wirklich an ein schönes Gewölbe erinnert gleich durch zwei absolut sehens- und hörenswerte Acts geadelt.

Zunächst waren es die Holländer von "Sue the night", oder besser gesagt 2/6 der Band. Es waren Sängerin und Gitarristin Sue de Groot und ein Bandmitglied an der Geige. Das war von Beginn an richtig schön, humorvoll und man hat sich bei den beiden gleich wohl gefühlt. Das Publikum kannte es wohl schon von Lilly und lauschte auch sofort und ließ sich voll und ganz auf die Musik ein. Die Musik würde ich als entspannten Indie-Pop mit dem Gewissen etwas bezeichnen. Die Band, die hier in Deutschland Lilly supportet tauscht in den Niederlanden die Rollen und sie spielen dort den Hauptact, während Lilly sie unterstützt. Sympathisch und passend zur Hauptact! Und weil mir selten ein Voract so schnell und über die gesamte Länge des Auftritts gefallen hat, habe ich nicht lange gefackelt, als es hieß im Januar 2018 bestehe die Möglichkeit die gesamte Band im Nochtspeicher zu erleben.

Weiterhin konnte ich meinen Platz..wo? In Reihe eins natürlich verteidigen als die Würzburgerin Lilly Among Coulds auf die kleine Bühne kam. Wie  oft hab ich sie gesehen und gehört? Etwa 3 bis 4 Mal beim Reeperbahn Festival, beim Hanse Song Festival in Stade und beim Waves Vienna in Wien. Aber wird es dadurch langweilig? Weit gefehlt, denn Lilly singt mit Einsatz, Liebe und lässt ihr Inneres heraus. Lilly gab Alles und gab auch all die Songs von ihrem Baby "Aerial Perspective" zum Besten. Sie verpasst wirklich jedem Lied ihren eigenen Charme und Schliff. Wenn ich nur dran denke das "Remember me" auch zum 1.000 Mal gefällt und ich mich bei "Listen to your Mama" sofort schon auf den Part zum mitsingen freue. Diesmal ist es jedoch "Your Hands are like home" dass mir einen Dauerschauer den Rücken runterjagen lasst. Lustig und zugleich authentisch ist Lilly, als sie sich mit mal beim erzählen verhaspelt und sich dann einfach aufs singen beschränkt, denn dabei fühlt sie sich wohl und ist in ihrem Element wie ein Fisch im Wasser. Der einzige kleine Wermutstopfen daran, dass man alles kennt ist natürlich, dass einen nix überrascht. Aber es ist rundherum gelungen, wie ein Lieblingsfilm, den man immer wieder gucken mag! Es ist schön, dass sie immer wieder zwischen Keyboard und purem Gesang begleitet mit einer guten Band wechselt.

Hinterher Lilly erneute persönlich zu treffen war selbstverständlich ein Muss für mich! Gleich gab es eine Umarmung von ihr und ein richtig warmes und herzliches Lächeln. Nachdem wir etwas über das Festival in Wien gesprochen haben signierte sie mir ihre CD und überreichte sie mir als Geschenk. Mein Satz, dass sie den Platz meiner Lieblingssängerin eingenommen habe und ihre Nachfrage wer das denn sei, empfand sie bei meiner Antwort Katie Melua als große Ehre. Das Sahnehäubchen war, als sie mir sagte ich solle ihr nächstes Mal bescheid geben, dann setzt sie mich auf die Gästeliste! Ich fühle mich geehrt und wunschlos glücklich!